

Ein starker Saisonauftakt, eine Winterpause mit vielen Abgängen und eine überzeugende Heimbilanz über die gesamte Spielzeit hinweg – die FC Bayern Amateure erlebten eine herausfordernde und mit Höhen und Tiefen geprägte Saison. fcbayern.com verschafft Euch eine Übersicht zur abgelaufenen Spielzeit.
Gelungener Auftakt
Der Auftakt in die neue Spielzeit 2025/26 hätte für die Amateure kaum besser laufen können. Nach einer „zufriedenstellenden Vorbereitung“, wie Holger Seitz bilanzierte, und mit frischem Wind durch die Neuzugänge Benno Schmitz, Anton Heinz, David Heindl sowie Artur Degraf gingen die Münchner mit viel Rückenwind in die Regionalliga Bayern. Und die ersten Partien bestätigten prompt den Eindruck: Die Amateure starteten mit einer Erfolgsserie in die Saison. In den ersten sechs Spielen mussten sie lediglich im Topspiel gegen Unterhaching (0:2) und im Heimspiel gegen Bayreuth (2:2) Punkte liegen lassen. Bis dahin waren es, so Cheftrainer Seitz, „souveräne, teilweise hochverdiente Auftritte“.
Besonders in Erinnerung bleibt der 4:1-Auswärtssieg in Memmingen, bei dem Neuzugang Anton Heinz mit einem Viererpack (!) glänzte. Nach sechs Spieltagen standen bereits 19 erzielte Tore auf der Habenseite, mehr als die Hälfte aller Treffer, die die Münchner in der gesamten Vorrunde erzielen sollten.
September-Delle und Thema Chancenverwertung
Im September folgte eine Ernüchterung: Drei Spiele, null Punkte und vor allem zu viele vergebene Chancen. Gegen Hankofen-Hailing, Vilzing und die Würzburger Kickers kombinierten sich die Amateure zwar immer wieder vor das gegnerische Tor, verpassten aber ein ums andere Mal den letzten Punch. Das Thema der Chancenverwertung, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen sollte, kostete in dieser Phase gleich mehrfach Punkte.

Versöhnlicher Jahresabschluss nach Auf & Ab im Herbst
Auch im Oktober und November wechselten sich Licht und Schatten ab. Auf überzeugende Auftritte und Siege folgten immer wieder knappe, ärgerliche Punktverluste. Immer wieder standen die Amateure kurz davor, sich mit einem „dreckigen“ Sieg zu belohnen, doch kleine Unaufmerksamkeiten, vergebene Großchancen oder ein Gegentor zur Unzeit sorgten dafür, dass sich das Seitz-Team in der Tabelle nicht entscheidend absetzen konnte. So standen die Münchner nach einem souveränen 3:0-Heimsieg im letzten Heimspiel des Jahres gegen Wacker Burghausen mit 29 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz.
„Es war eine sehr intensive Vorrunde, insbesondere für unsere jungen Spieler, die ihre ersten Schritte im Herrenbereich gemacht haben. Für viele war das eine völlig neue Erfahrung: Das Spiel ist schneller, körperlicher, direkter und auch der Umgangston ist ein anderer als in den Nachwuchsligen“, resümierte Seitz zum Jahreswechsel.
Winterpause im Zeichen des Umbruchs
Zum Jahreswechsel wurde der Kader der Amateure deutlich verändert. Abgänge, Leihen und Verschiebungen innerhalb der U-Mannschaft sorgten dafür, dass Holger Seitz im neuen Jahr mit einer noch jüngeren Mannschaft antrat. Mit Javier Fernández (1. FC Nürnberg) und Felipe Chávez (1. FC Köln) liefen in der Rückrunde etwa zwei Amateure-Spieler in der höchsten bzw. zweithöchsten deutschen Spielklasse auf. Schon im Februar hatte der Amateure-Cheftrainer im Gespräch auf fcbayern.com betont, wie wichtig es ist, den Weg mit der neuen Generation konsequent weiterzugehen und ihnen Verantwortung zu übertragen.
Die Grundlage dafür wurde Anfang Januar gelegt: In einem intensiven Trainingslager in den USA formte der Übungsleiter aus vielen neuen Gesichtern eine Einheit, arbeitete an Abläufen, Pressingverhalten und dem mutigen Spiel nach vorne. Der Start in die Rückrunde zeigte, dass sich dieser Aufwand gelohnt hatte: In den ersten sechs Spielen nach der Winterpause kassierten die Amateure nur eine Niederlage, dazu zwei Unentschieden, eine stabile Phase, in der vor allem die verbesserte Defensiv-Arbeit zurückzuführen war.

In der Rückrunde wurden die Amateure allerdings immer wieder von Verletzungssorgen gebremst. Teilweise fielen gleich mehrere Stammspieler im zweistelligen Bereich gleichzeitig aus, was die ohnehin schon hohe Belastung für den jüngsten Kader der Liga noch einmal erhöhte. Für viele Talente bedeutete das noch mehr Verantwortung und viele Minuten in entscheidenden Phasen. So standen 19 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs erstmals für die Amateure in der Regionalliga Bayern auf dem Feld. Fast die Hälfte der Spielminuten der abgelaufenen Saison entfiel auf Spieler, die 19 Jahre oder jünger sind.
Defensive Lernkurve und späte Gegentore
Die Unerfahrenheit im Männerfußball war einer der Gründe, weshalb die Amateure vor allem im defensiven Zweikampfverhalten Probleme hatten. Gerade in der ersten Saisonhälfte kassierten die Amateure zu viele Gegentore, oft nach individuellen Fehlern, Standards oder Umschaltsituationen.
Nach dem Jahreswechsel stabilisierte sich das Defensivverhalten zwar phasenweise, doch es gab immer wieder Spiele, in denen gefühlt alles zusammenkam: mehrere Partien gingen durch bittere Gegentore in der Schlussphase noch verloren. Diese späten Gegentreffer verstärkten den Eindruck der Saison, in der oft nur Nuancen über Sieg oder Punktverlust entschieden.
April geprägt von späten Gegentoren

Im April setzte sich diese Serie fort. Beim 0:1 in Burghausen (26. Spieltag) kassierten die Münchner den entscheidenden Gegentreffer erst in der 90.+13 Minute. In den Duellen mit Würzburg, Ansbach, Nürnberg II sowie Eichstätt musste die Seitz-Elf ebenfalls späte Gegentreffer hinnehmen, die wertvolle Punkte kosteten.
Entgegen diesen späten Nackenschlägen zeigte sich die Lernkurve: In einigen Heimspielen gelang es, die knappen Duelle diesmal auf die eigene Seite zu ziehen – zwei 1:0-Heimsiege gegen Vilzing und Aubstadt stehen stellvertretend dafür, dass die Mannschaft in engen Situationen dazugelernt hat.
Heinz & Della Rovere: Kongeniales Offensivduo
In der Offensive fanden die Amateure im Saisonverlauf ihr kongeniales Duo: Torjäger Anton Heinz und Offensivakteur Guido Della Rovere. Heinz entwickelte sich zum eiskalten Torjäger im Angriff und krönte mit 21 Toren seine erste Saison beim FCB als bester Torschütze der Regionalliga Bayern. Della Rovere kann nicht nur vier eigene Treffer aufweisen; mit zehn Assists ist er zudem der beste Vorlagengeber der Münchner und bis zu seiner Verletzung am 28 Spieltag der perfekte Partner an Heinz’ Seite gewesen. Zusammen kommen die beiden kreativen Offensivspieler auf 39 Scorerpunkte, zweitbester Wert hinter Illertissens Duo Milos Cocic und Yannick Glessing (50 Scorer).
Dahinter war die Torgefahr breit verteilt: Heindl, Deziel Jr. und Della Rovere trafen jeweils viermal, Degraf und Binder steuerten je drei Treffer bei. Insgesamt brachten es die Amateure auf 20 verschiedene Torschützen – ein Ausdruck dafür, dass Verantwortung in der Offensive auf viele Schultern verteilt wurde.

Zu Hause gefestigt, in der Fremde strauchelnd
Auffällig im Saisonverlauf: Der starke Kontrast zwischen Heim- und Auswärtsauftritten. Vor heimischer Kulisse präsentierten sich die Amateure über weite Strecken stabil, spielbestimmend und zielstrebig. Auswärts dagegen brachten die Münchner die eigene Qualität nicht konstant auf den Platz. Zu oft gingen enge Spiele in der Fremde verloren oder kippten nach individuellen Fehlern.
Offensive mit zwei Gesichtern
Während die Offensive gerade an den ersten Spieltagen der Saison und bis zur Winterpause effizient agierte, war dies in der Rückrunde nicht mehr der Fall. Nur 25-mal konnte das Seitz-Team in der zweiten Saisonhälfte jubeln, 11 Mal weniger als noch vor dem Jahreswechsel. In nur vier Partien gelang es den Münchnern mehr als einen Treffer zu erzielen. Zu selten, um die vielen knappen Duelle auf die eigene Seite zu ziehen.
Fan-Choreo zum Seitz-Abschied
Time to say goodbye hieß es beim letzten Heimspiel der Amateure gegen Eichstätt, als Holger Seitz gebührend von der Mannschaft in der Kabine und den Fans mit einer zweiteiligen Choreo verabschiedet wurde. „Das war heute sehr emotional für mich. Das hat mir gezeigt, dass die Fans und ich eine besondere Verbindung haben“, so der Fußballlehrer. Nach 189. Spielen als Amateure-Trainer wird Seitz in der kommenden Spielzeit 2026/27 nicht mehr an der Seitenlinie stehen. „Auch zum letzten Mal in diesem Stadion, in dem ich wirklich alles erlebt habe, was den Fußball ausmacht, auf der Trainerbank gesessen zu haben, war sehr bewegend.“
Seitz: „Abwechslungsreiches Jahr“

„Es war die herausforderndste Saison meiner Laufbahn. Sowohl, wenn ich an meine Zeit als Spieler zurückdenke, als auch jetzt als Trainer. Sie hat allen Beteiligten alles abverlangt. Gleichzeitig haben die guten Leistungen und die starke Entwicklung der Spieler im Verlauf der Hinrunde dazu geführt, dass sich Türen geöffnet haben. Durch verschiedene Wechselmodelle, die für den nächsten Schritt in der Entwicklung wichtig sind, sind wir im zweiten Halbjahr mit einem stark veränderten Kader an den Start gegangen. Die vielen Verletzungen haben die Situation zusätzlich sehr kompliziert gemacht. Aus meiner Erfahrung weiß ich aber, dass gerade solche Phasen oft etwas Positives in sich tragen, weil es Charakter formt und die Entwicklung beschleunigt, und genau das haben die Jungs in dieser Saison gezeigt“, so Seitz im Resümee nach der Saison.
Die zurückliegende Saison der FC Bayern Amateure in Zahlen:

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