

Sitzung des Arbeitskreis Fandialog
Mo. | 04.05.26 | 12:00
Arbeitskreis Fandialog: Intensiver, offener Austausch zu komplexen Themen
Ehrliche Aussprache, etliche Smileys im Frauenfußball als Zeichen der Zufriedenheit über die Fortschritte und eine Vielzahl an interessanten Projekten im Themenspeicher. Am Ende der ersten Sitzung des Jahres des Arbeitskreises Fandialog (AKFD) lautete das Fazit von Michael Stefovic aus der Mitte der Fanvertreter des FC Bayern: „Es läuft. Es ist nicht alles geregelt, aber es läuft – und das ist doch gut, wenn man sowas sagen kann.“ Vor allem hatte sich das Gremium intensiv zum Thema Ticketvergabe unter anderem rund um das DFB-Pokalfinale ausgetauscht. Der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen und Markus Meindl, Direktor Fans, stellten sich der Diskussion, um die Position des Clubs zu erklären. „Wir nehmen die Meinung unserer Fans immer ernst“, verdeutlichte Dreesen, „wir brauchen gegenseitiges Verständnis, und ich werde nicht müde, stets aufs Neue zu betonen, dass es unser Anspruch und unser Ziel ist, gerechte Lösungen für möglichst alle Bayern-Fans zu finden.“

Es ist unser Anspruch und unser Ziel, gerechte Lösungen für möglichst alle Bayern-Fans zu findenJan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern
Er sei „sehr zufrieden mit dieser AKFD-Sitzung - in einem zeitgemäßen Fandialog müssen auch schwierige und komplexe Themen offen angesprochen und kontrovers diskutiert werden“, meinte Meindl und listete auf: „Gerechtigkeit bei der Ticketzuteilung fürs DFB-Pokalfinale 2026 in Berlin, Ticketpreise, Digitalisierung beim Ticketing, das Verhältnis zwischen der Fanszene und langjährigen Mitgliedern und Fanclubvorsitzenden, die politische Debatte um die Sicherheit in deutschen Fußballstadien oder die Stadionverbotsrichtlinien, um nur einige Beispiele zu nennen.“ Gerade ein so großer Club wie der FC Bayern brauche „einen aktiven, konstruktiven und verbindlichen Dialog mit allen Interessensgruppen beziehungsweise deren Vertretern. Und der richtige Ort für diesen Dialog ist der AKFD“, sagte der Direktor Fans.
Im Verlauf der Sitzung lag beim Tagesordnungspunkt „Updates und Informationen aus der Fan- und Fanclubbetreuung“ ein besonderer Fokus auf dem Workshop zum Awareness-Konzept „OBACHT“ am FC Bayern Campus im April mit rund 25 Personen. Die Ergebnisse erläuterte AKFD-Mitglied Christian Schüfer: Es werde eine Übersetzung der Informationstexte an den Spielstätten des Clubs in andere Sprachen sowie in Gebärden- und Blindenschrift sowie die Einführung eines Dolmetscher-Services für das Krisen- und Interventionsteam KIT geprüft. Zudem wurde eine stärkere Einbindung des FC Bayern Ordnungsdienstes in Form von Weiterbildungen angeregt, und durch unterschiedliche Maßnahmen soll die Sichtbarkeit weiter erhöht werden. Des Weiteren informierte Schüfer mit seinem AKFD-Kollegen Frank Müller über den Austausch mit dem Forum Club-Fan-Dialog der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Auch ein Rückblick auf das AKFD-Informations-Meeting zum Arbeitsstand der Bund/Länder offenen-Arbeitsgruppen (BLoAG) "Fußball ohne Gewalt" stand auf der Agenda.

Bei den Updates aus den Arbeitsbereichen ergaben sich unter anderem im Frauenfußball deutliche Verbesserungen in der Kommunikation rund um den Ticketverkauf sowie in der Fanbetreuung bei den Auswärtsfahrten, und gleichzeitig wurde angeregt, dass die Fans beim Umzug in den Unterhachinger Sportpark einbezogen werden. Im Bereich Inklusion stehe vieles im Themenspeicher, berichtete der für dieses Thema im AKFD zuständige Alexander Grundler; umgesetzt sei nun erfreulicherweise das Pilotprojekt Autogrammkarten für Menschen mit Sehbehinderung.
Einigkeit zwischen den AKFD-Mitgliedern und dem FC Bayern bestand nach dem Treffen regionaler Ansprechpartner, dass bei der Aufnahme neuer Fanclubs klare Kriterien greifen müssen, vor allem bei der Vergabe von Tickets. Bei den Seniorenbelangen wurde in einer ausführlichen Stellungnahme das Verhalten der eigenen Ultras kritisiert – man einigte sich darauf, die Impulse in einem separaten AKFD-Termin miteinander zu besprechen, mit dem Ziel eines respektvollen Miteinanders aller Bayern-Fans: Es gehe nur miteinander, nicht gegeneinander. Im Bereich „Kids und Teens“ wurde angeregt, das Modell des Erinnerungskoffers „Forever Number One“ für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, auf andere gesellschaftliche und auch auf die Jugend ausgerichtete Themen wie etwa Mobbing umzumünzen. Unter dem Themenfeld „Vielfalt“ wurde der Fokus auf den anstehenden Christopher Street Day (CSD) am 27. Juni gerichtet, bei dem der FC Bayern seinen Fanclub „QUEERPASS Bayern“ wie in den vergangenen Jahren erneut im Rahmen seiner Initiative „Rot gegen Rassismus“ unterstützt.
Die nächste AKFD-Sitzung mit dem Themenschwerpunkt „Digitale Tickets“ wird in der Sommerpause (Anfang Juli) am Paulaner Nockherberg stattfinden.



