

Insgesamt 24 Akteure des FC Bayern waren in der abgelaufenen Saison an unterschiedliche Vereine in ganz Europa verliehen. Zum Abschluss der Spielzeit wirft fcbayern.com einen Blick auf die Leistungen der Leihspieler des deutschen Rekordmeisters (hier geht‘s zum ersten Teil).
João Palinha (seit 08/2025: Tottenham Hotspur)
Trotz 44 Einsätzen für Tottenham und wettbewerbsübergreifend sieben Toren und drei Vorlagen hatte sich João Palhinha seine Leihsaison im Norden Londons mit Sicherheit anders vorgestellt: Während sich die Spurs mit Palhinha aufgrund einer starken Gruppenphase in der Königsklasse direkt für das Achtelfinale qualifizieren konnten und dort an Atlético Madrid scheiterten, schied man in beiden nationalen Pokalwettbewerben bereits früh aus. Auch in der Liga bekamen die Nordlondoner nur schwer Fuß auf den Boden und mussten bis zum letzten Spieltag sogar um den Klassenerhalt zittern. In der Premier League kam Palhinha in 34 Spielen (22 Mal Startelf, zehnmal eingewechselt) zum Einsatz und war insbesondere im letzten Drittel der Saison eine wichtige Stütze im zentralen Mittelfeld. Zum absoluten Matchwinner avancierte Palhinha am letzten Spieltag der Saison gegen den FC Everton (1:0), als der Portugise den einzigen Treffer erzielte und somit Tottenham vor dem Abstieg rettete.
Daniel Peretz (seit 01/2026: FC Southampton)

Torhüter Daniel Peretz erlebte in dieser Saison zwei Leihphasen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Nach einem halben Jahr beim Hamburger SV mit nur zwei Einsätzen im DFB-Pokal, konnte Peretz 2026 seine Klasse in der englischen Championship unter Beweis stellen. Nach seinem Wechsel zum FC Southampton im Januar absolvierte der 25-jährige jedes der verbleibenden 20 Liga-Spiele sowie die entscheidenden Partien im FA-Cup und konnte dabei in acht Spielen seinen Kasten sauber halten. In Englands prestigeträchtigstem Pokalwettbewerb gelang es Peretz mit den Saints neben dem FC Fulham auch den FC Arsenal zu eliminieren, ehe man im Halbfinale gegen Manchester City knapp mit 1:2 ausschied. Bitter sowie kurios war ebenfalls das Ende der Championship: Durch das Erreichen des vierten Tabellenplatzes in der Liga qualifizierte sich der FC Southampton zunächst für die Playoffs um den Einzug in die Premier League und schlug im Playoff-Halbfinale den FC Middlesbrough. Somit war Peretz mit seinem Team nur noch einen Sieg vom Aufstieg in Englands höchste Spielklasse entfernt. Jedoch wurde das Trainerteam in mehreren Fällen der Gegner-Spionage überführt und in Folge dessen nachträglich vom Playoff-Finale disqualifiziert. Der FC Southampton geht daher in der nächsten Saison erneut in Englands zweiter Liga an den Start, wobei man auch in der neuen Spielzeit wieder auf den starken Rückhalt von Daniel Peretz setzen kann. Die Saints entschieden sich in den letzten Tagen für eine feste Verpflichtung des israelischen Nationaltorhüters.
Sacha Boey (seit 02/2026: Galatasaray)

Sacha Boey begann die Saison beim FC Bayern und wechselte im Februar 2026 auf Leihbasis zurück zu Galatasaray nach Istanbul. Dort spielte er eine solide Rückrunde und feierte am Ende den Gewinn der türkischen Meisterschaft. Die Istanbuler sicherten sich damit die Titelverteidigung und standen zum vierten Mal in Folge am Ende der Spielzeit auf dem ersten Tabellenplatz. In der Süper Lig kam Boey auf elf Einsätze, davon sechs in der Startelf, und erzielte beim 3:1-Sieg gegen Alanyaspor am 24. Spieltag einen Treffer. Im türkischen Pokal stand er zweimal in der Anfangsformation, ehe Galatasaray im Viertelfinale ausschied. Auf europäischer Bühne bestritt der Rechtsverteidiger zudem vier Partien in der UEFA Champions League und traf beim 5:2-Erfolg gegen Juventus Turin. Galatasaray scheiterte schließlich im Achtelfinale.
Bryan Zaragoza (seit 02/2026: AS Rom)
Für Bryan Zaragoza ging es nach seiner Leihe zu Celta Vigo im Februar weiter zur AS Rom. In der italienischen Serie A startete Zaragoza zunächst gut mit zwei Startelfeinsätzen sowie zwei Einwechslungen und konnte sogar einen Assist gegen den SSC Neapel beisteuern. In den letzten sieben Ligapartien stand der Spanier jedoch nur noch ohne Einsatz im Kader. Im Trikot der Roma absolvierte er darüber hinaus zwei Partien beim Achtelfinal-Aus der Römer gegen den FC Bologna.
Jonathan Asp Jensen (seit 08/2025: Grasshopper Club Zürich)

Auch wenn die Grasshoppers Zürich eine insgesamt enttäuschende Saison spielten und bis zum Ende in der Schweizer Relegation gegen den Abstieg kämpfen mussten, kann die Leihe nach Zürich für Jonathan Asp Jensen durchaus als Erfolg verbucht werden: Der 20-jährige Däne stand als Stammkraft in knapp 90 Prozent der Liga-Spiele in der Startelf und absolvierte dabei 83 Prozent der möglichen Spielminuten. Darüber hinaus ist Asp Jensen mit neun Toren und sechs Vorlagen der Topscorer seiner Mannschaft. Auch in den zwei Relegationsspielen, in denen sich die Grasshoppers gegen den FC Aarau schließlich nach Verlängerung (2:1) durchsetzen konnten, stand er jeweils in der Startforamtion.
Richard Kitzbichler, Leihspielerbetreuer im Bereich Top-Talententwicklung, über die Entwicklung von Jonathan Asp Jensen: „Jonny ist in Zürich hervorragend gestartet und hat von Beginn an seinen Willen und Biss gezeigt. Er hat einige Tore geschossen sowie vorbereitet und sich vorbildlich präsentiert. Im Laufe der Saison haben sich dann die Gegner immer mehr auf ihn eingestellt und es ihm schwieriger gemacht. Dennoch kam Jonny immer wieder zu seinen Abschlüssen und hat sich voll reingehauen. Mit der Abstiegsrelegation war auch der Druck nochmals höher. Es ist wichtig, dass er solche Situationen erlebt und gestärkt daraus hervorgeht.“
Lovro Zvonarek (seit 07/2025: Grasshopper Club Zürich)

Neben Jonathan Asp Jensen war auch Lovro Zvonarek einer der Startelf-Kandidaten bei den Grasshoppers Zürich. Trotz einer kleineren Verletzungspause im Frühjahr stand Zvonarek in 30 von 31 Spielen in der Startelf, erzielte in der Liga zwei Tore und legte zwei weitere auf. Zudem lieferte der Kroate die Vorlage zum entscheidenden Tor in der zweiten Runde des Schweizer Pokals gegen den AC Bellinzona – im Halbfinale konnte man sich jedoch nicht gegen Stade Lausanne-Ouchy durchsetzen. Im Barrage-Rückspiel gegen den FC Aarau (2:1 n.V.), erzielte Zvornarek den wichtigen Treffer zur zwischenzeitlichen 1:0 Führung und trug so einen wichtigen Teil zum Klassenerhalt bei.
So sah Leihspielerbetreuer Richard Kitzbichler Lovro Zvonareks Leihe: „Lovro hat in Zürich viele Spiele gemacht, das hat ihm und seiner Entwicklung sehr gutgetan. Er kam etwas tiefer im Mittelfeld zum Einsatz und hat sich darüber auch seine Einsatzzeiten in der U21-Nationalmannschaft als Kapitän Kroatiens verdient. Wir sind sehr zufrieden mit ihm.“
Jussef Nasrawe (seit 01/2026: SV Ried)

In der Winterpause wurde Jussef Nasrawe in die österreichische Bundesliga zum SV Ried verliehen. Der gebürtige Münchner war auf Anhieb ein fester Bestandteil des Teams, verpasste nur zwei von 15 möglichen Spielen und konnte sich mit dem SV Ried als Tabellenführer der Qualifikationsgruppe für die Europa-Cup-Playoffs qualifizieren. Insgesamt sieben Mal stand Jussef Nasrawe für den SV Ried in der Startelf, so auch in beiden Finalspielen um den Einzug in die zweite Runde der Conference-League-Qualifikation gegen den SK Rapid Wien. Im Hinspiel (2:1) brachte Nasrawe den SV Ried mit seinem Assist zum 1:0 früh auf die Siegerstraße, im Rückspiel musste man sich gegen Rapid jedoch 0:3 geschlagen geben. Trotz der verpassten Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb entschied sich der SV Ried, den jungen Iraker, der sogar im vorläufigen WM-Aufgebot stand, aufgrund seiner überzeugenden Leistungen im Anschluss an seine Leihe fest zu verpflichten.
„Jussi hat in Ried fleißig Minuten gesammelt und ist selbstbewusster geworden. Egal, ob links, rechts oder in der Zentrale: Jussi wurde überall flexibel eingesetzt und ist selbstbewusster geworden. Er hat seine Chance genutzt und auf sich aufmerksam gemacht“, so Richard Kitzbichler.
Maximilian Hennig (seit 07/2025: TSV Hartberg)

Maximilian Hennig wechselte im Sommer leihweise zum TSV Hartberg nach Österreich. Der Verteidiger kam in 28 Spielen der Admiral-Bundesliga zum Einsatz, 22 davon als Starter. Hinzu kamen drei Einsätze im ÖFB-Cup, bei dem Hartberg im Achtelfinale ausschied. Während seiner Einsatzzeit konnte Hennig einen Treffer und fünf Torvorlagen auf sein Konto verbuchen. In der regulären Saison landete der 19-jährige mit seiner Mannschaft auf dem sechsten Rang der Meistergruppe.
Kitzbichler: „Nach seiner vorherigen Leih-Station bei der SpVgg Unterhaching (3. Liga) hat Maxi nun in der ersten österreichischen Liga seinen Weg kontinuierlich fortgesetzt. Beim TSV Hartberg war er in der Fünferkette Stammspieler auf der linken Außenbahn und hat sich vor allem defensiv gut präsentiert. Offensiv hat er auch häufig Akzente gesetzt – als nächsten Schritt muss er jetzt sein fußballerisches Potenzial sowie seine Dynamik beständig zeigen und seine Scorerwerte nach oben schrauben.“
Jonah Kusi-Asare (seit 09/2025: FC Fulham)

Seit September letzten Jahres ist Stürmer Jonah Kusi-Asare an den FC Fulham ausgeliehen. In England konnte der junge Schwede im Oktober gegen Newcastle sein Premier-League-Debüt feiern und wurde über die Saison hinweg sechs weitere Male eingewechselt. Neben einem Einsatz im FA Cup und zwei Spielen im EFL Cup lief Kusi-Asare noch sechsmal für die U21 des FC Fulham auf. Somit ergibt sich am Ende der Saison eine Bilanz von fünf Treffern in 16 Einsätzen für den 18-Jährigen.
Leihspielerbetreuer Richard Kitzbichler: „Der Schritt aus der Regionalliga in die Premier League ist natürlich enorm, er hat in der englischen Liga nicht so viel gespielt, aber dennoch ein Jahr auf Profi-Niveau trainiert und Spielzeit in der U21-Liga gesammelt. Vor allem physisch hat er davon profitiert, aber auch abseits des Platzes war die Leihe für Jonah wertvoll: Alleine in einem neuen Umfeld zurecht zu kommen und in einer Metropole wie London selbstständiger zu werden, haben ihm gutgetan. Wir haben immer sehr positives Feedback aus England erhalten.“
Richard Meier (seit 02/2026: SpVgg Unterhaching)
Bis zum Winter stand Richard Meier für die Zweitvertretung des Rekordmeisters auf dem Platz und steuerte ein Tor sowie eine Vorlage bei. Im Februar 2026 wechselte der Offensivspieler leihweise zur Spielvereinigung Unterhaching. Für die Hachinger absolvierte er in der Regionalliga Bayern elf Einsätze und erzielte am 22. Spieltag gegen den FV Illertissen sein einziges Saisontor für die Vorstädter. Mit Unterhaching schloss er die Spielzeit auf dem dritten Tabellenplatz ab.
Jason Eckl (seit 07/2025: SpVgg Unterhaching)
Neben Meier lief in der vergangenen Spielzeit auch Mittelstürmer Jason Eckl für die Spielvereinigung Unterhaching auf. Der deutsche U19-Nationalspieler verzeichnete in der Saison 2025/26 einen Einsatz in der Regionalliga Bayern. Hinzu kamen 27 weitere Partien mit 16 Toren in der Landesliga Bayern Südost für die Zweitvertretung der Vorstädter.
Magnus Dalpiaz (seit 02/2026: Milan Futuro)
Der Verteidiger Magnus Dalpiaz sammelte in der vergangenen Saison zunächst erfolgreich Spielpraxis bei den FC Bayern Amateuren, ehe er zur Rückrunde an Milan Futuro verliehen wurde. In Italien gab der Österreicher im März sein Startelf-Debüt in der Primavera 1 für die U20 des AC Milan gegen die US Cremonese. Darüber hinaus kam Dalpiaz in der Serie D zum Einsatz: Zweimal stand er in der Startelf, hinzu kamen acht weitere Einwechslungen. Im Playoff-Halbfinale der Serie D schied sein Team nach Verlängerung gegen Chievo Verona aus.
Hier geht‘s zum Teil 1 des großen Leihspieler Rückblicks:
