

Mit mehr als 120 Teilnehmenden war „QUEERPASS Bayern“ beim diesjährigen Christopher Street Day (CSD) so stark wie nie zuvor in der Münchner Innenstadt vertreten. Zum 20. Jubiläum des Fanclubs setzte der Auftritt dabei auch optisch ein starkes Zeichen: Gleich zwei vom FC Bayern im Rahmen von „Rot gegen Rassismus“ bereitgestellte Fahrzeuge sowie ein eigener DJ sorgten für eine besondere Atmosphäre. Unter die „QUEERPASS“ -Mitglieder mischte sich erneut Bianca Rech, Direktorin der FC Bayern Frauen, und die beiden Maskottchen Berni und Mia trotzten der sommerlichen Hitze mit außergewöhnlichem Einsatz. Wie immer nahmen sie sich Zeit für unzählige Fotos, Begegnungen und Umarmungen – sehr zur Freude der vielen Kinder unter den mehr als 230.000 Menschen, die anlässlich des CSD die Straßen säumten. Gerade darin lag eine der schönsten Botschaften dieses Tages: Vielfalt wird nicht abstrakt vermittelt, sondern im Miteinander erlebbar – offen, herzlich und authentisch.
Marcus Janke und Tom Ponetsmüller von „QUEERPASS Bayern“ zogen ein zufriedenes Fazit: „Wir freuen uns, dass ,Rot gegen Rassismus‘ auch bei diesem CSD wieder an unserer Seite war. Wenn ein Verein wie der FC Bayern mit seiner immensen Strahlkraft Zeichen der Solidarität setzt, hat das eine enorme Wirkung. Sichtbarkeit sendet nicht nur ein Signal nach außen, sondern gibt auch allen Rückenwind, die im Alltag um Selbstverständlichkeit, Respekt und Zugehörigkeit kämpfen müssen.“

Erstmals hatten die Veranstalterinnen und Veranstalter des CSD die Ludwigsstraße im Anschluss an die Parade in ein Straßenfest verwandelt. Unter den zahlreichen Informationsständen war auch „Rot gegen Rassismus“ mit einem eigenen Pavillon vertreten, den Engagierte aus dem Ehrenamtsprogramm „PACK MA’S“ des Deutschen Meisters mitorganisierten. Dort konnten Besucherinnen und Besucher erneut an dem eigens von der FCB-Initiative entwickelten Diversitätsquiz teilnehmen. Als Preise gab es unter anderem das Schafkopfkartenset, Aufkleber und Pins mit dem Slogan; außerdem boten Abziehtattoos die Möglichkeit, sichtbar Solidarität zu zeigen. Angesichts der hohen Temperaturen erwiesen sich die Fischerhüte, die „Rot gegen Rassismus“ extra zum „QUEERPASS“-Jubiläum für diesen CSD entworfen hatte, als praktische Begleiter.
Auch in diesem Jahr schloss sich der FC St. Pauli-Fanclub Freibeuter Süd dem CSD an. Beide Vereine sind seit Jahren durch gemeinsame Projekte im Einsatz gegen Diskriminierung jeder Art miteinander verbunden und zogen Seite an Seite durch München. Gerade in dieser Verbundenheit wurde eine weitere wichtige Botschaft des Tages sichtbar: Wenn Fußballvereine und Faninitiativen ihre Reichweite nutzen, entsteht mehr als nur Präsenz – es entsteht ein Raum, in dem Haltung gemeinschaftlich getragen und gesellschaftliche Verantwortung konkret gelebt wird.

Zum Ausklang des Wochenendes wird die Allianz Arena am Sonntagabend wie in den Vorjahren in Regenbogenfarben leuchten – als weiteres sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und Weltoffenheit. Benny Folkmann und Andreas Werner, die „Rot gegen Rassismus“-Leiter: „Gerade in einer Zeit, in der die Anfeindungen gegenüber der queeren Szene auch hier in Deutschland wieder eher zu- als abnehmen, ist es wichtig, Position zu beziehen. Dafür steht ,Rot gegen Rassismus‘ auch beim CSD. Verantwortung bedeutet, präsent zu sein, insbesondere, wenn Gegenwind auffrischt – und sie zeigt sich darin, ob Gemeinschaft verlässlich, sichtbar und im Alltag gelebt wird.“
Themen dieses Artikels