Harry Kane jubelt während des Gastspiels des FC Bayern in der Bundesliga bei der SV Elversberg
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Nach 2:1 in Elversberg

FC Bayern holt sich Rückenwind für die nächsten Aufgaben

Vincent Kompany musste kurz schmunzeln. Nach dem Abpfiff an der Kaiserlinde ging der Trainer des FC Bayern auf Maurice Krattenmacher zu, nahm ihn auf dem Rasen in den Schwitzkasten und verpasste dem Elversberger Torschützen einen sehr festen „Kopfstreichler“. Eine kleine Abreibung, freundschaftlich wohlgemerkt. So, als wollte er sagen: „Frechdachs. Musste das ausgerechnet gegen uns sein?“

Krattenmacher, das ehemalige Bayern-Talent, das in diesem Sommer nach Elversberg transferiert wurde, hatte dem Rekordmeister zuvor mit seinem Traumtor in den Winkel zum zwischenzeitlichen Ausgleich einen unangenehmen Moment auf der „Baustelle“ Ursapharm-Arena beschert. Grundsätzlich hatten es die Gastgeber dem FC Bayern nicht gerade leicht gemacht, am Ende aber stand ein verdientes 2:1.

Die Qualität ist da

„Elversberg hat es in allen Bereichen gut gemacht. Sie waren sehr mutig am Ball, auch die Rolle des Torwarts war ein bisschen anders als vielleicht bei anderen Mannschaften. Insgesamt haben wir gegen einen schwierigen Gegner gespielt und sind am Ende zufrieden mit diesen drei Punkten“, resümierte Kompany.

Bayern kontrollierte viel, steckte den Rückschlag weg und fand am Ende durch die Tore von Lennart Karl (26.) und Harry Kane (72.) die passende Antwort. Die Leistung am dritten Bundesliga-Spieltag zeigte ziemlich genau, wo unser Team steht: Die Qualität ist da, die Spielanlage ist stabil. Der nächste Schritt bleibt weiterhin, diese Überlegenheit manchmal noch konsequenter in klare Ergebnisse zu verwandeln.

Aleksandar Pavlovic und Harry Kane beim Jubel für den FC Bayern
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Denn auch wenn das Ergebnis knapp ausfiel, sprachen viele Zahlen wieder klar für den FC Bayern. 71,9 Prozent Ballbesitz, 822 Pässe, 528 Zuspiele in der gegnerischen Hälfte und 306 Pässe im letzten Drittel zeigten, wie sehr die Münchner das Spiel über weite Strecken bestimmten. Dazu kamen 28 Abschlüsse, sechs Schüsse aufs Tor, 68 Ballaktionen im Elversberger Strafraum und ein Expected-Goals-Wert von 2,42. Bayern hatte also definitiv genügend Präsenz.

Und doch blieb Elversberg lange im Spiel. Das lag daran, dass aus der Kontrolle nicht früh genug die letzte Konsequenz wurde. Einige Pässe ins Angriffsdrittel waren zu ungenau, manche Situationen wurden nicht zielstrebig genug ausgespielt. Die Gastgeber verteidigten - wie Schalke 04 am vorigen Spieltag - kompakt und spielten ohne Angst vor den großen Namen. „Wir waren in den Zweikämpfen nicht so da, wie wir das normalerweise sind“, haderte Kompany.

Gegen Schalke hatte Bayern den Sack trotz massiver Dominanz nicht zugemacht. Gegen Bodø/Glimt folgte in der Champions League die starke Reaktion, als aus Geduld nach der Pause Tore wurden. In Elversberg reichte es wieder zum Sieg, aber auch dieses Spiel lieferte einen Hinweis: Gegner, die mutig nach vorne umschalten und das Heimpublikum als „Boost“ im Rücken haben, sollten früher aus dem Spiel genommen werden.

Frischer Wind von der Bank

Die richtige Balance wird Kompany weiter beschäftigen: Wie viel Geduld ist richtig? Wann braucht es mehr Direktheit, mehr Pragmatismus? Die Reaktion auf den Ausgleich war wichtig. Kompany brachte Joshua Kimmich, Luis Díaz, Alphonso Davies und Jamal Musiala, der Druck nahm stark zu.

Joshua Kimmich jubelt für den FC Bayern
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„Die Lehre für uns ist, dass wir gewonnen haben, aber auch, dass es mit ein bisschen weniger gefährlich werden kann. Du musst in jedem Spiel an deine 100 Prozent kommen. Nach dem 1:0 haben wir etwas zu viel verwaltet, nach dem 1:1 mussten wir dann mehr machen“, erkannte Sportvorstand Max Eberl.

Michael Olise traf noch die Latte, Kane war beim Siegtreffer in jener unnachahmlichen Art zur Stelle, die ihn für diese Mannschaft so wertvoll macht. Es war sein erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison, sein 99. Treffer im 97. Bundesliga-Einsatz und insgesamt bereits sein 150. Tor im 153. Pflichtspiel für den FC Bayern.

„Egal, wer beginnt oder von der Bank kommt: Jeder muss bereit sein, 110 Prozent zu geben. Das hat man gesehen, als die Jungs reingekommen sind. Wir hatten mehr Energie, waren im Eins-gegen-eins direkter und hatten gegen Ende noch deutlich mehr Möglichkeiten. Am Ende nehmen wir den Sieg mit und machen weiter“, sagte Kane.

Gerade für Kimmich war es ein besonderer Nachmittag. Mit seinem 500. Pflichtspiel für den FC Bayern zog er vereinsintern mit Bastian Schweinsteiger gleich. Seine Bilanz: 47 Tore, 122 Assists - und unzählige Spiele, in denen er dem FCB Struktur und Charisma gab. Dass Kompany ihn nach dem Ausgleich brachte, unterstrich genau diesen Wert. In engen Phasen braucht Bayern Spieler, die einem Spiel sofort mehr Ordnung geben können.

Der größere Trend bleibt ohnehin bemerkenswert stabil: Nur eines der vergangenen 31 Pflichtspiele hat der FC Bayern verloren, bei 25 Siegen und fünf Unentschieden. Die Mittel sind vorhanden. Es gibt genug Ballbesitz, Chancen entstehen regelmäßig, die spielerische Qualität ist unübersehbar - ebenso wie Bereitschaft, nach Rückschlägen sofort wieder anzuschieben. Der FCB bleibt schwer zu schlagen - und nimmt klare Hinweise mit, woran es in den kommenden Wochen arbeiten kann.

Wichtiges Signal für nächste Wochen

„Es war auf jeden Fall ein sehr wichtiger Sieg für uns und allgemein für das Gefühl in den nächsten Wochen“, blickte Karl voraus.

Vor der Länderspielpause wartet nun noch das Heimspiel gegen Union Berlin am 18. September in der Allianz Arena (20:30 Uhr). Vor eigenem Publikum geht es für den FC Bayern darum, den erfolgreichen Weg weiterzugehen - und die eigenen Vorteile noch klarer auf die Anzeigetafel zu bringen.

Die Stimmen zum Gastspiel in Elversberg:

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