Freiburger Spieler um Derry Scherhant und Igor Matanovic jubeln nach einem Tor in der Bundesliga.
© Getty Images
Vereinslogo FC Bayern München

Spitzenspiel im Breisgau

Heimstärke, Standards, Selbstvertrauen: Der SC Freiburg im Gegnercheck

Am vergangenen Sonntag gegen Viertel vor sechs sah es noch so aus, als würde das Bundesliga-Duell des FC Bayern beim SC Freiburg an diesem Wochenende (Sonntag, 17:30 Uhr) unter anderen Vorzeichen stehen. Die Badener waren beim Gastspiel in Leverkusen in der 14. Minute durch Neu-Nationalspieler Derry Scherhant in Führung gegangen und hatten sich so in der Blitztabelle wieder vorbei an den Bayern auf Platz eins geschoben. Trotz eines insgesamt ordentlichen Auftritts in der BayArena konnte der SCF den Vorsprung aber nicht halten und ließ sich stattdessen gleich zweimal von der Leverkusener Offensive düpieren.

Freiburg büßt Tabellenführung ein

„Ich glaube, dass wir hier nicht mit leeren Händen nach Hause fahren müssen, sondern definitiv diesen einen Punkt auch mitnehmen können“, ärgerte sich Chefcoach Julian Schuster später über die 1:2-Niederlage bei der Werkself, durch die sein Team die Tabellenführung einbüßen musste. Der Gegner habe die Gegentore nicht wunderschön herausspielt, so Schuster, „wir haben da einfach in diesen Momenten nicht gut genug verteidigt“. Sein Team habe vielmehr gezeigt, dass es „eben auch auswärts bei so einer starken Mannschaft wie Leverkusen mindestens mithalten und über Strecken das Spiel auch kontrollieren kann“.

Mio Backhaus ärgert sich über ein Gegentor des SC Freiburg in Leverkusen
Mehr als ein Befreiungsschlag: RB bezwang die Eintracht zu Hause mit 6:0. | © Getty Images

Schusters Aussagen zeigen das große Selbstvertrauen, das sich die Freiburger in den letzten Jahren erarbeitet haben. Die Niederlage in Leverkusen war nicht irgendeine, sondern die erste im bereits zehnten Saisonspiel (acht Siege, ein Remis) – nie zuvor waren die Breisgauer als Bundesligist so gut in eine Spielzeit gestartet. Damit setzt sich der Freiburger Höhenflug, der mit dem Erreichen des Europa League-Finals in der Vorsaison seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, weiter fort. Auch in dieser Saison sind die Badener als Conference League-Teilnehmer wieder international vertreten – zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren.

Die Basis für diesen Erfolg bietet seit jeher das ruhige Freiburger Umfeld, in dem sich Talente entwickeln können. Auch wenn die Badener mittlerweile Rekordumsätze ausweisen, gehören teure Einkäufe nicht zum Freiburger Modell. Es war daher auch nur logisch, dass beispielsweise der Abgang des letztjährigen Shootingstars Yohan Manzambi durch einen Spieler kompensiert wurde, der bereits in der Jugend beim SCF gespielt hatte. Jener Yannik Engelhardt fand sich nach seiner Rückkehr aus Mönchengladbach auch kurz darauf etwas überraschend im Kader der deutschen Nationalmannschaft wieder – neben Philipp Treu, Max Rosenfelder und Scherhant, die allesamt in Freiburg den Durchbruch geschafft haben.

Derry Scherhant und Philipp Treu singen die Hymne vor einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft
Plötzlich Nationalspieler: Derry Scherhant (l.) und Philipp Treu empfahlen sich durch ihre Leistungen in Freiburg für die DFB-Auswahl. | © Imago

Freiburg ist nicht mehr nur Ausbildungsverein, sondern bietet auch gute Argumente, dort zu bleiben. In den vergangenen Jahren hat sich beim SCF so eine eingespielte Mannschaft um die erfahrenen Profis wie Matthias Ginter, Maximilian Eggestein oder Vincenzo Grifo entwickelt, die mit eingespielten Mechanismen und Abläufen die Basis für den aktuellen Erfolg legen. Gefährliche Standards gehören dabei beinahe traditionell zum Repertoire der Badener: In allen drei Bundesliga-Heimspielen dieser Saison fiel das 1:0 für den Sport-Club nach einer Ecke (Liga-Höchstwert), zum Auftakt in der Conference League gegen Jablonec markierte Grifo die Führung per direkten Freistoß.

Freiburger Torrekord

Eine gewisse Lufthoheit im gegnerischen Strafraum zeigt sich auch an den bereits vier Freiburger Kopfballtoren in der Bundesliga (ebenfalls Höchstwert). Mit 15 Saisontoren nach sechs Spieltagen hat der SC Freiburg einen Vereinsrekord aufgestellt. Auf der Gegenseite stimmt aber auch die defensive Absicherung und das Team von Julian Schuster ließ nach den Bayern (40) die wenigsten Torschüsse des Gegners zu (51). Besonders stark sind die Badener im eigenen Stadion, wo sie nicht nur alle fünf Pflichtspiele dieser Saison gewonnen haben, sondern auch seit fast einem halben Jahr unbesiegt sind.

Jubeltraube während des Gastspiels des FC Bayern in der Bundesliga beim SC Freiburg
Durch einen Treffer in der neunten Minute der Nachspielzeit gewannen die Bayern das letzte Gastspiel in Freiburg mit 3:2. | © FC Bayern

Die letzte Heimniederlage kassierte der Sport-Club im April gegen den FC Bayern, als sich die Münchner durch ein Tor von Lennart Karl in der neunten Minute der Nachspielzeit durchsetzen konnten. Wie schon zuvor beim Duell in der Hinrunde (6:2) lag das Team von Vincent Kompany zwischenzeitlich mit 0:2 zurück, ehe es das Spiel noch gedreht werden konnte. Nicht nur deshalb sollte der Rekordmeister gewarnt sein.

Durchbricht Bayern den Tabellenführerfluch?

Glaubt man der Statistik, war Freiburgs Niederlage in Leverkusen kein Zufall, sondern zwangsläufig. Das Team, das in dieser Saison als Tabellenerster in den Spieltag gegangen ist, hat noch kein einziges Mal gewonnen (vier Remis, eine Niederlage) und die Tabellenführung jeweils direkt wieder abgegeben. Nun ist es also an den Bayern, diesen „Fluch“ zu durchbrechen und ihre Spitzenposition in Freiburg zu verteidigen.

So könnt Ihr das Spiel in Freiburg verfolgen:

Logo FC Bayern München

Themen dieses Artikels

Diesen Artikel teilen

Weitere news