Kristin Demann: Comeback, Uni und Kleingruppentraining

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Ende 2019 noch verletzungsgeplagt, startete Kristin Demann von den FC Bayern Frauen im Frühjahr 2020 wieder durch und zeigte sich in Topform. Die Abwehrfrau spielte in den letzten drei Spielen jeweils über die vollen 90 Minuten hinweg. Gestoppt wurde ihre Comeback-Serie durch die Unterbrechung der Frauen-Bundesliga aufgrund der Coronakrise. In den letzten Wochen hieß es auch für sie: Zuhause bleiben, Cybertraining und seit Mitte April wieder Kleingruppen-Training auf dem Platz. fcbayern.com hat sich mit der 27-Jährigen über die aktuelle Situation unterhalten.

Das Interview mit Kristin Demann

Zuallererst: Kristin, wie geht es dir aktuell?
„Ja, ganz gut! Es ist natürlich alles anders, als im normalen Alltag. Aber mittlerweile hat man sich daran ja auch schon gewöhnt."

Womit hast du dich in letzter Zeit beschäftigt? Haben sich neue Hobbys entwickelt?
„Ich habe tatsächlich sehr viel für die Uni gemacht. Ich mache derzeit meinen zweiten Bachelor in Fitness und Health Management. Jetzt hatte man auch echt mal Zeit, am Stück viel zu machen. Deswegen habe ich da ordentlich vor den Uni-Büchern gesessen. In Kombination mit dem schönen Wetter war das auch halbwegs erträglich. Am Anfang, wie glaube ich fast alle, habe ich mal schön die Wohnung geputzt und den Balkon hergerichtet. Zudem hatten wir ja unsere individuellen Lauf- und Trainingspläne zu absolvieren. So gehen die Tage dann auch relativ schnell rum."

Seit Mitte April trainiert ihr wieder in Kleingruppen -- wie ist die Stimmung im Training?
„Das Training selbst ist auf jeden Fall speziell, weil man ja auch darauf achtet, genug Abstand zu halten und man nicht diesen direkten Kontakt hat. Es war aber trotzdem schön, alle wiederzusehen, zumindest eine kleine Gruppe und die anderen Spielerinnen mal aus der Ferne. Es war jetzt auch eine lange Zeit, gerade weil einige vor der Unterbrechung noch bei der Nationalmannschaft waren. Es war schön, endlich mal wieder den Ball am Fuß zu haben und nicht einfach nur stupide im Park laufen zu gehen."

Mit wem stehst du dabei gemeinsam auf dem Platz?
„Wir haben das positionsspezifisch eingeteilt. Also die Gruppen gingen in die Richtung Abwehrspieler, Außenbahnspieler, Stürmer, ..."

Seid ihr als Team auch anderweitig in Kontakt? Zum Beispiel mit Gruppen-Videocalls?
„Vereinzelt hatte man immer wieder Kontakt, über WhatsApp oder mal einen Videoanruf, damit man sich mal gesehen hat. Wir hatten dann ja auch das sogenannte Cybertraining, wo wir uns alle gesehen haben, das war mal eine ganz lustige Abwechslung. Man hat auf jeden Fall Kontakt gehalten, aber es ist natürlich nicht das gleiche."

In so einer Zeit schwelgt man ja auch gerne mal in Erinnerungen. An welche Fußball-Momente denkst du besonders gerne zurück?
„Das ist eine ganz schwierige Frage. Bei mir ist das gefühlt schon so lange her, da ich letztes Jahr lange verletzt war. Ich habe erst drei komplette Spiele gemacht, seitdem ich wieder so richtig fit bin. Deshalb sind die am präsentesten im Kopf. Gerade weil das letzte Spiel von uns nicht so erfolgreich war (Anm. 2:2 gegen Duisburg), grübelt man umso mehr darüber nach. Manchmal denkt man aber auch weiter zurück. Auf YouTube habe ich zum Beispiel nochmal unser Pokalfinale von 2018 gesehen, an solche Highlights erinnert man sich natürlich auch."

In der Bundesliga steht ihr nach 16 gespielten Partien derzeit auf dem zweiten Platz. Wie schätzt du eure bisherige Saisonleistung ein?
„Man hat schon gemerkt, dass wir am Anfang etwas Probleme hatten. Einfach dadurch, dass wir eine relativ neue Mannschaft hatten, mit vielen Zu- und Abgängen und mit dem neuen Trainerteam dazu. Das musste sich erst einmal einspielen. Wir haben uns dann aber ganz gut stabilisiert, die Wintervorbereitung in Doha hat uns dann nochmal einen Schritt weitergebracht. Schade, dass in der Phase, in der wir uns eigentlich ganz gut zusammengefunden hatten, die Liga unterbrochen wurde. Aber man hat schon gesehen, dass wir mit den nicht ganz so einfachen Umständen bislang trotzdem eine ordentliche Saison gespielt haben."

Machst du dir noch Hoffnung auf ein Saisonfinale?
„Das ist schwer zu sagen. Klar, jeder Fußballer, jede Fußballerin will wieder spielen. Das betrifft nicht nur uns, sondern auch jedes kleine Kind und alle, die den Fußball lieben. Aber die Gesundheit steht über allem. Ich denke, dass es bei den Frauen mit der Umsetzung nochmal etwas schwieriger ist als in der Männer-Bundesliga. Bis die entsprechenden Entscheidungen getroffen werden, warten wir einfach ab und konzentrieren uns auf unser Training, unsere Fitness und die Gesundheit."

Zur kommenden Saison bekommen Demann und Co. eine neue Teamkollegin. Alle Infos dazu findet ihr hier:


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