
Mitgliedermagazin „51"
Di | 29.10.2024 | 14:52
Oberdorf, Müller und Co. über den Stellenwert mentaler Gesundheit
Fußballstars sprechen heute viel offener über das Thema mentale Gesundheit als noch vor wenigen Jahren. Wie schafft man es, sich nach einem verschossenen Elfmeter nicht von Hassnachrichten im Netz runterziehen zu lassen? Wie schöpft man Kraft? Zum Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober teilten die FCB-Stars ihre Gedanken und Gefühle – und erklären, warum Teamgeist, Ruhe und Offenheit auch im Alltag helfen.
In meinem Kopf
Was lief gut, was eher schlecht? Im Profisport ist die (Selbst-)Analyse ein zentraler Hebel für zukünftige Erfolge. Aber wie sieht eine gesunde Reflexion eigentlich aus?
Sarah Zadrazil: „Ich bin eigentlich sehr selten mal mit einem Spiel zufrieden.“
Kingsley Coman: „Ich bin mein größter Kritiker. Niemand ist strenger mit mir als ich selbst. Ich will immer ganz oben sein. Deswegen ist Selbstkritik für mich Standard.“
Thomas Müller: „Reflektieren ist extrem wichtig, wenn man am nächsten Tag wieder bereit sein will, Höchstleistung zu bringen. Aber man muss reflektieren, ohne das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen zu verlieren. Ich sag mir halt: Okay, ich hab jetzt ein schlechtes Spiel gemacht, aber ich bin deswegen ja kein schlechter Mensch und auch kein schlechter Fußballer, sonst wär ich ja nicht beim FC Bayern. Das heißt: Ich hab ja Fähigkeiten. Wieso hat’s nicht geklappt?
Sydney Lohmann: Mir hilft es dann total, das Spiel und besonders meine Szenen noch einmal anzuschauen, damit ich es dann auch abschließen kann. Diese Analyse, auch mit dem Team und mit dem Trainer, finde ich ganz wichtig, um sich dann auch auf das nächste Spiel konzentrieren zu können.“
Leroy Sané: „Nach Niederlagen versuche ich, meine Wut nicht nach außen zu lassen, sondern zu schauen: Was kann ich persönlich besser machen, und was können wir als Mannschaft besser machen?“
Nach Niederlagen versuche ich, meine Wut nicht nach außen zu lassen, sondern zu schauen: Was kann ich persönlich besser machen, und was können wir als Mannschaft besser machen?
Leroy Sané
Sydney Lohmann: „Einen Erfolg zu bestätigen, ist schwer. Nach einem Misserfolg fällt es mir leichter, mich zu motivieren, weil das Ziel klar ist. Du willst es besser machen!“
Thomas Müller: