Die FCB-Frauen nach dem Spiel gegen ManCity in der Kurve.
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Analyse

Zwischen Glanz & Gleichstand: Was die FCB-Frauen aus dem CL-Auftakt gegen ManCity mitnehmen

Die FC Bayern Frauen hatten Manchester City am Haken. 60 bis 70 Minuten sogar. Die Münchnerinnen führten 2:0, spielten mutig, intensiv und mit der Klarheit, die im Fußball gern als reif bezeichnet wird, solange sie nicht in den letzten Minuten abhandenkommt. Dann kam der späte Ausgleich. Am Ende stand im ersten Champions League-Spiel in Unterhaching ein 2:2. Ein Punkt also, der sich für die Barcala-Elf wohl eher wie eine Rechnung anfühlte, bei der jemand im entscheidenden Moment das Trinkgeld eingesteckt hat.

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Ein Auftakt mit Ansage

Die FC Bayern Frauen und Manchester City beim Einlaufen in den Sportpark.
© FC Bayern

Die FCB-Frauen begannen gegen City nicht vorsichtig, sondern mit der Entschlossenheit einer Mannschaft, die dem englischen Meister gleich mitteilen wollte, dass sie nicht zum höflichen Kennenlernen gekommen war. Die Skyblues bekamen kaum Zeit, den ersten Pass in Ruhe zu suchen, geschweige denn den zweiten. Nach elf Minuten zahlte sich dieser Aufwand aus. Linda Dallmann eroberte den Ball und setzte Giulia Gwinn in Szene, die vor City-Keeperin Ayaka Yamashita ruhig blieb und zur Führung einschob. 1:0. Der erhoffte Start. 

Die Münchnerinnen spielten mit einer Mischung aus Wucht und Verstand. Dallmann war überall dort, wo Bälle plötzlich herrenlos wurden, Pernille Harder tauchte zwischen den Linien auf, als hätte sie dort einen festen Wohnsitz, und Klara Bühl gab über die Außenbahn Tempo und Tiefe. Bayern gewann immer wieder den Ball und wusste etwas damit anzufangen.

📺 Die Zusammenfassung der Partie im Video: 

„Das war eine der besten ersten Halbzeiten, seit ich hier bin“, sagte Chefcoach José Barcala später. „Die ersten 45 Minuten waren wirklich etwas Besonderes in der Art, wie wir gepresst haben, mit welcher Aggressivität wir aufgetreten sind. Es ist nicht einfach, Manchester City zu pressen, wenn der Torhüter ins Spiel eingebunden ist und die Mannschaft Überzahlsituationen schafft. Ich glaube, wir haben in dieser Phase auf sehr hohem Niveau gespielt.“

Harder legt vor, City legt nach

Das zweite Tor fiel folgerichtig. Und doch mit freundlicher Mithilfe der Gäste. Nach 28 Minuten setzte sich Harder auf der rechten Seite durch und brachte den Ball scharf vor das Tor. Kerstin Casparij wollte klären, lenkte die Hereingabe aber ins eigene Netz. Die Münchnerinnen hätten zu diesem Zeitpunkt sogar noch höher führen können. Doch beim letzten Pass oder im Abschluss fehlte gelegentlich die Präzision, die aus einer guten Halbzeit eine sehr gute Ausgangslage gemacht hätte. „Ich glaube, wir müssen das Spiel gewinnen“, sagte Jovana Damnjanović im Anschluss. „Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns viele Chancen herausgespielt, vor allem in der ersten Halbzeit. Dafür müssen wir uns einfach belohnen.“

Die FCB-Frauen bejubeln ein Tor gegen Manchester City.
© FC Bayern

Manchester City genügte schließlich ein Moment. Kurz vor der Pause verkürzte Beth Mead auf 1:2. Bayern ging zwar mit einer Führung in die Kabine, aber nicht mehr mit dem beruhigenden Gefühl, den Abend bereits halbwegs sortiert zu haben.

Noch bleibt Bayern obenauf

Nach der Pause verlor der FCB nicht sofort die Kontrolle. Über mehr als eine Stunde war die Barcala-Elf auf Augenhöhe, hatte City phasenweise sogar dorthin gedrängt, wo die Engländerinnen vermutlich ungern standen: hinter dem Ball und ohne rechte Idee, wie sie wieder davor kommen sollten. Dann verschob sich die Partie langsam. Die Skyblues erhöhten den Druck, Bayern musste mehr laufen und kam seltener zu längeren Ballbesitzphasen. Die Abstände wurden größer, die Ordnung durchlässiger.

Ena Mahmutovic mit dem Ball am Fuß gegen Manchester CIty.
© FC Bayern

In dieser Phase rückte Ena Mahmutovic in den Fokus. Nach ihrem Foul an Aoba Fujino zeigte die Schiedsrichterin auf den Punkt. Khadija Shaw trat zum Strafstoß an, und die 22-Jährige parierte. Die Führung war gerettet, die Angelegenheit aber keineswegs erledigt. Barcala hatte die City-Schlussoffensive erwartet. „Wir wussten, dass Manchester City die Spiele immer sehr stark beendet und in den letzten 20 Minuten viele Tore erzielt. Wir haben eine sehr schwierige zweite Halbzeit erwartet.“

Die letzten Minuten haben ihre eigene Wahrheit

Nun häuften sich die kleinen Nachlässigkeiten: ein einfacher Ballverlust hier, ein fehlender Schritt dort, eine Pressingbewegung, die nicht mehr gemeinsam begann und deshalb auch nicht gemeinsam endete. Dallmann sagte: „Insbesondere in der ersten Hälfte war es ein sehr gutes Spiel von uns. Aber in der zweiten Hälfte haben wir ein wenig die Intensität verloren. Wir haben zu viele und zu einfache Fehler gemacht. Auf diesem Niveau kassiert man dann die Tore. Daraus müssen wir lernen.“

🎙️ Die Stimmen zum Spiel: 

Auf diesem Niveau sind ein paar Prozent weniger ungefähr so harmlos wie ein Tropfen Schmieröl auf dem Trikot: Man sieht ihn sofort. In der 86. Minute nutzte Manchester City einen dieser Momente. Carlotta Wamser bekam auf der linken Seite zu viel Raum, zog in den Strafraum und traf zum 2:2. 

Ein Punkt, der sich nicht wie einer anfühlt

„Im Endeffekt haben wir über große Teile des Spiels unseren Fußball gespielt, dominant agiert und zwei Tore gemacht“, sagte Gwinn. „Dann haben wir es in der Schlussphase aber ein bisschen vermissen lassen, das Spiel zu Ende und erwachsen zu spielen. Da haben wir sie mit unseren Fehlern förmlich eingeladen. Auf einmal haben wir lange Bälle gespielt und sind nervös geworden. Deswegen fühlt es sich wie verlorene Punkte an.“

Auch Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball, sprach von einem Abend mit zwei Gefühlen. „Ich bin schon stolz, vor allen Dingen darauf, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind. Das war wirklich überragend aus meiner Sicht. Aber wir haben uns in der zweiten Halbzeit nicht gut auf das eingestellt, was Manchester City gemacht hat. Vor dem Tor waren wir nicht scharf genug und haben dadurch das Momentum verloren.“

Der Auftakt macht Mut – und Arbeit

Vanessa Gilles im Duell gegen Manchester City.
© FC Bayern

Die FC Bayern Frauen nehmen aus diesem Abend mehr mit als ein 2:2. Das hohe Pressing funktionierte, die Münchnerinnen gewannen zahlreiche Duelle und erspielten sich mehrere Chancen. Die nächste Aufgabe besteht darin, diese Qualität über eine längere Strecke zu konservieren. „Wir müssen lernen, dass wir über 90 Minuten am Limit spielen“, sagte Rech. „Das schaffen wir noch nicht ganz. Dieses letzte Stück fehlt uns noch ein bisschen: über 90 Minuten konstant die Leistung abzurufen und dem Gegner keinen Raum, keine Sekunde zum Atmen zu lassen. Genau das haben wir gemacht – und dann geben wir das Spiel aus der Hand.“

Die ersten mehr als 60 Minuten in Unterhaching haben gezeigt, was möglich ist. Die letzten Minuten haben gezeigt, woran gearbeitet werden muss. Die Mannschaft kann mit den Besten mithalten. Nun muss sie noch lernen, einen solchen Abend auch zu Ende zu erzählen. Denn diesmal waren sie lange der Autor der Partie. In den letzten Zeilen aber schrieb Manchester City die Geschichte noch entscheidend um.

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🗞️ Zum Spielbericht gegen die Skyblues: 

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