



Schwaben im Gegnercheck
Drei Aufstiege in vier Jahren: Das erwartet die FCB-Frauen im Südschlager gegen den VfB
Am roten Brustring ist binnen weniger Jahre etwas erwachsen, das im deutschen Frauenfußball kaum seinesgleichen kennen dürfte. Die Frauenfußballabteilung des VfB Stuttgart entstand erst am 1. Juni 2021. Vier Spielzeiten später war der Aufstieg in die deutsche Eliteklasse bereits vollends vollzogen. Oberliga, Regionalliga Süd, 2. Frauen-Bundesliga, Bundesliga: Der VfB bewältigte jede Prüfung im ersten oder zweiten Anlauf und reihte gleich drei Aufstiege aneinander. Das Duell mit den FC Bayern Frauen am Montagabend (ab 18 Uhr im kostenfreien Liveticker auf fcbayern.com & in der FC Bayern App) ist folglich mehr als ein gewöhnliches Aufsteiger-Gastspiel. fcbayern.com nimmt die Schwaben vor der Premiere des Südschlagers genauer unter die Lupe.
Ein junger Verein von historischer Reichweite

Der VfB ist im Frauenfußball ein junger Bundesligist, gewiss – aber keineswegs ein Verein, der ohne gewachsene Grundierung in die Gegenwart getreten wäre. Beim Aufbau seiner Abteilung verbündeten sich die Schwaben mit dem VfB Obertürkheim, einem in der Region tief verwurzelten Verein des Mädchen- und Frauenfußballs. In der Saison 2022/23 nahm die erste Mannschaft in der Oberliga Baden-Württemberg den Spielbetrieb auf. Der Anfang war nicht frei von Ernüchterung, der unmittelbare Sprung in die Regionalliga blieb zunächst aus. Danach jedoch entfaltete der VfB eine Dynamik, die bald weit über den gewöhnlichen Verlauf eines Aufstiegsprojekts hinauswies. Zwei Meisterschaften und zwei württembergische Pokalsiege markierten den Weg, flankiert von individuellen Glanzpunkten wie den 28 Toren Mandy Islackers in der Regionalliga Süd – bis heute Ligarekord. Im Mai diesen Jahres vollendete der VfB seinen Durchmarsch mit dem Aufstieg ins deutsche Oberhaus.
Ein Aufsteiger, der seine Ankunft nicht verheimlicht

Der Bundesligaauftakt hat erkennen lassen, dass Stuttgart nicht bloß vom Nachhall der Aufstiegseuphorie getragen wird. Nach sechs Spieltagen stehen zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen zu Buche. Mit acht Punkten rangiert der VfB im unteren Mittelfeld – dort also, wo sich gegenwärtig jene Mannschaften begegnen, die den Anspruch auf Zugehörigkeit erst noch in jeder Woche aufs Neue beweisen müssen. In Hoffenheim gewann Stuttgart zum Auftakt mit 2:1, gegen den Hamburger SV folgte ein weiterer Erfolg. Beim 1. FC Nürnberg entrang sich der Aufsteiger ein 3:3, gegen den VfL Wolfsburg unterlag er 0:2. In Bremen schließlich behauptete sich Stuttgart mit einem 1:1. Der jüngste Spieltag allerdings brachte einen jener Dämpfer, die auch ein verheißungsvoller Aufbruch nicht vermeiden kann. Gegen den 1. FC Union Berlin verlor der VfB im heimischen GAZi-Stadion mit 0:4.
Nico Schneck & eine Mannschaft zwischen Ankunft und Aufbruch

An der Seitenlinie steht Nico Schneck, 39 Jahre alt, und seit dem Frühjahr 2026 in der Verantwortung für den VfB. Er übernahm die Mannschaft, nachdem sich der Verein von Heiko Gerber getrennt hatte – jenem Trainer, der das Team seit seinem Eintritt in den Spielbetrieb begleitet und durch die ersten Etappen seines Aufstiegs geführt hatte. Schneck wiederum vollendete den Übergang mit makelloser Konsequenz: In den letzten sechs Saisonspielen blieb Stuttgart ungeschlagen und sicherte sich die Meisterschaft in der 2. Bundesliga. Der Sprung ins Oberhaus stellt für den gebürtigen Schwaben dabei keineswegs eine Reise in unbekanntes Gelände dar. Vor seiner Zeit in Stuttgart arbeitete er unter anderem beim SC Freiburg und führte den MSV Duisburg 2022 zurück in die höchste Spielklasse. Seine Aufgabe im Stuttgart ist gleichwohl von besonderer Beschaffenheit: Er muss den Siegeswillen einer Mannschaft bewahren, die sich an das Gewinnen gewöhnt hat, und sie zugleich an ein Spiel gewöhnen, in dem das Tempo höher, die individuelle Qualität größer und jeder Fehler unnachsichtiger bestraft wird.
Erfahrung zwischen den Pfosten und im Zentrum

Laura Giuliani ist eine jener Verpflichtungen, an denen sich der Anspruch des VfB besonders deutlich ablesen lässt. Die italienische Torhüterin wechselte vom AC Mailand nach Stuttgart und bringt nicht nur die Erfahrung zahlreicher Einsätze für die Nationalmannschaft mit, sondern auch jene internationale Selbstverständlichkeit, die sich schwer trainieren und kaum simulieren lässt. In der Abwehr verkörpert die ehemalige Münchnerin Maximiliane Rall eine Verbindung aus Geschwindigkeit und Erfahrung.
Im Zentrum ragt Chantal Hagel als weiterer namhafter Neuzugang hervor. Die gebürtige Baden-Württembergerin kehrte vom FC Sevilla nach Deutschland zurück und bringt aus ihrer Zeit in Wolfsburg nicht nur genaue Kenntnis der Bundesliga, sondern auch die Fähigkeit mit, einem Spiel im Zentrum Halt und Ordnung zu geben. Im Angriff schließlich verfügt der VfB mit Nicole Billa über eine Torjägerin, deren Qualität in der Bundesliga über Jahre hinweg verbürgt ist. Die Österreicherin war lange für Hoffenheim aktiv, zwischen 2024 und 2025 spielte sie für den 1. FC Köln.
Ein Wiedersehen mit Bayern-Beteiligung

Eine unmittelbare Verbindung zum FC Bayern besteht ebenfalls: Luzie Zähringer wechselte auf Leihbasis für diese Spielzeit von München nach Stuttgart. Zuletzt wurde sie erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft nominiert. Für Zähringer wird die Begegnung am FC Bayern Campus deshalb zu einer Rückkehr an einen Ort, der ihr nicht fremd ist. Sie kennt die Münchner Strukturen, die Abläufe, die Maßstäbe – und tritt nun mit dem VfB gegen den deutschen Meister an. Neben Rall und Zähringer findet sich mit Dafina Redzepi, die zwischen 2021 und 2024 für die Zweitvertretung der Münchnerinnen aufspielte, eine weitere Akteurin mit bayerischer Vergangenheit.
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So verliefen die Länderspiele der FCB-Frauen:
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