
Spannendes Spiel bis zum Schluss
Samstagabend. Regen. Und mehr als 100 km Fahrstrecke. Die Damen des FC Bayern München machten sich am 27.10.2018 auf nach Salzburg. Dort warteten um 20 Uhr die Damen des SHC Salzburg auf sie. Ein bis dahin unbekannter Gegner. Man war also gespannt. Aber man war zuversichtlich und hatte jede Menge Feuer im Gepäck. Diesmal sollte es klappen, diesmal wollte man sich die nächsten zwei Punkte holen. Besonders, um die bittere Niederlage von letzter Woche vergessen zu machen. Die Stimmung war also gut. Die Reise sollte zum Sieg führen.
Pfiff! Der Showdown beginnt. Ein Traumstart für die Bayern-Damen. Gleich der erste Angriff führte zum Tor. Es war ein schön herausgespieltes Tor von außen. 0:1. Doch das sollte nicht lange andauern, denn schon nach nur 29 Sekunden kam der Gegentreffer zum Ausgleich. Dann eröffnete das schnelle Passspiel der Gäste vorne eine Lücke in der gegnerischen Abwehr. Zack Tor! Zack gefolgt von einem zweiten. 1:3 Führung für die Damen des FC Bayern. Diese Zwei-Tore-Differenz (3. Spielminute) sollte aber die letzte sein. Ab der 5. Minute zeichnete sich ein Duell auf Augenhöhe ab. Sollte das Spiel ein Kampf werden, bei dem am Ende der gewinnt, der noch Sprit in den Beinen hat? Pustekuchen! Nein, es wurde nicht zu so einem Spiel – obwohl die ersten 15 Minuten das haben erahnen lassen. Die Bayern-Ladies waren entschlossen und mutig. Die Offensive mit viel Bewegung und Eins-gegen-eins-Aktionen funktionierte. Auch die Defensive ließ den Gegnerinnen kaum Chancen für ein schönes Spiel. Nichtsdestotrotz trafen sie immer wieder zum Ausgleich, sodass sich die Bayern-Damen einfach nicht absetzen konnten. Gegen Ende der ersten Halbzeit kam dann so schleichend ein böser Gedanke in die Köpfe der ganzen Bayern-Truppe. Irgendwie fiel auf, dass sich die Gastgeberinnen viel Körperkontakt erlaubten ohne bestraft zu werden. Trotzdem, kein Grund sich (zunächst) beirren zu lassen. Ruhig bleiben fiel immer schwieriger. Doch vermehrt schlug der Trillerpfeifen-Schreck namens Schiedsrichter zu. Verärgert und emotional geladen ging man in die Halbzeitpause. Stand 12:12.
Die Ansprache des Trainers in der Umkleide lautete „wieder aktiv werden wie in den ersten Minuten". Bessere Absprache und mehr Beinarbeit war also gefordert. Auch in der Offensive sollten jetzt endlich mal paar Spielzüge funktionieren. Ansonsten: Nicht abschrecken lassen vom zweibeinigen Objekt, das in der Mitte herumläuft und eine Pfeife in der Hand hält. Hochmotiviert ging man wieder raus auf die Platte.
Das Signal zur zweiten Halbzeit ertönte und der Ball rollte wieder. Diesmal durften die Gastgeberinnen beginnen. Die zweite Hälfte des Spiels begann so wie die erste aufgehört hatte: Kein „Schweizer Käse" in der Abwehr und vorne ein schönes schnelles Spiel der Bayern-Ladies. Doch wieder kann sich keine Mannschaft ernsthaft durchsetzen und einen Vorsprung aufbauen. Die Highlights der ersten 15 Minuten waren die Siebenmeter auf beiden Seiten. Aber dann. Das Monster von Schiriness. Es schlägt zu. Zum Leid der Gäste. Ein Torwurf nach dem Anderen wird abgepfiffen, ein Faul nach dem anderen wird nicht gepfiffen und noch dazu stehen die Bayern-Ladies gefühlt alle paar Minuten in Unterzahl. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Salzburgerinnen erstmals mit drei Zählern vorne (20:17, 47. Spielminute). Vielleicht mit Hilfe des Unparteiischen der vielleicht doch parteiisch gepfiffen hat? Jetzt war es nämlich nicht mehr lustig. Trainer, Spieler und sogar Fans fragten sich: Was der Schiedsrichter da macht. Langsam kochten die Emotionen wieder hoch. Die Damen des FC Bayern ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Es galt einfach zu schweigen und zu spielen. Und es ging weiter, das Hin und Her der Tore. Doch das Schreckgespenst Schiri forderte die Nerven und die Geduld aufs Neue heraus. Wie ein böses Kinderüberraschungsei: Spannung, Spiel und Gegentreffer. Die FC Bayern-Ladies spielten dennoch ihr Spiel – und das nicht schlecht. Tore aus dem Rückraum und von den Außenpositionen bestimmten nach wie vor ihr Angriffsspiel. Trotzdem sollte es am Ende nicht sein. Endstand: 24:22 für die Gastgeberinnen aus Salzburg. Eine unverdiente Niederlage. Es sollte nicht sein. Aber …
… betrachtet man die zwei wesentlichen Aspekte des Spiels a) eine Spielerin des SHC, die die Hälfte der Tore für ihr Team geworfen hat und b) das Schreckgespenst, dem Unparteiischen der vielleicht zu parteiisch war und blickt man auf die vergangenen Spiele zurück, so lautet das Resümee: deutliche Leistungssteigerung. Es war das bisher beste Spiel der Bayern-Damen. Schönes flüssiges Spiel im Angriff und gut funktionierende Abwehr. Jetzt heißt es dran bleiben und darauf aufbauen oder wie Lukas Podolski eins sagte: „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch".
Für den FC Bayern Handball spielten:
Corinna Griese (Tor), Katharina Zach (5), Magdalena Langer, Alisa Scheuch (3/1), Duygu Göcen (1), Rebecca Wolter, Franziska Stich (5/2), Hannah Aull (4/3), Hannah Petersen (3), Katharina Mense (2)
Bericht:
Duygu Göcen