Damen I

Sieg in letzter Sekunde verschenkt

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Endlich dahoam! Nach langer Phase von Auswärtsspielen konnten sich die Bayern-Ladys am Sonntag, 24. Februar, auf ein Heimspiel freuen. Es galt die berühmte Revierstärke zu zeigen! Es sollte ein langer und spannender Abend für alle Beteiligten und Zuschauer werden. Gegner an diesem Abend waren die Damen des HT München II. Ein starker Gegner. Gute Voraussetzungen, um zwei Punkte abzustauben waren bereits vor Anpfiff gegeben: eine volle Bank, gut gelaunte Damen und eine laute Tribüne. Das sollte doch zum Sieg reichen sollte man meinen. Aber es wurde zu einem Spiel voller Spannung mit unerwarteter Wendung.

Das Spiel startete mit Ballbesitz für die Bayern-Damen. Ein rasanter Start für die Gastgeberinnen. Denn schon der erste Angriff sorgte für einen Siebenmeter, der souverän platziert wurde. 1:0 für die Bayern-Ladys. Gleich gefolgt von einem zweiten Treffer durch den Rückraum. Ein Blitzstart. Doch es dauerte nicht lange und die Gegnerinnen zogen nach. Nach etwa fünf Minuten stand es 7:7. Ein ausgeglichenes Spiel, zu diesem Zeitpunkt wusste aber niemand, dass das Spiel in der ersten Halbzeit schon einen eindeutigen Sieger hätte hervorbringen können. Doch eins nach dem anderen. Wie gesagt war es in den ersten zehn Minuten ein Spiel mit Unentschieden-Potenzial. Die Bayern-Damen wollten das Spiel unbedingt gewinnen, das merkte selbst der unerfahrenste Handballzuschauer. Vorne wurde dynamisch und schnell gespielt und der Ball wanderte mit schnellen Pässen von einer Hand in die andere. Ein schönes Angriffsspiel also mit viel Power und Mut. Tore aus dem Rückraum, Tore vom Kreis und Tore von außen waren die Belohnung. Die Abwehr der Gegnerinnen war in diesen Minuten gebrochen. Auch die Siebenmeter-Statistik (vier Strafwürfe in gerade einmal 15 Minuten) zeigt, wie sehr sich die Bayern-Ladys bemühten, die zwei Punkte auf ihrem Konto zu sehen. Der Torevorspung wurde immer größer. Drei, vier, fünf, sechs und sogar sieben! Tore. Mit 19:12 für die Gastgeberinnen ging es in die Halbzeitpause. 

Die Ansprache in der Kabine war – um es in den Worten des Trainers wiederzugeben – „sehr gute meine Dame“. Übersetzt heißt das, dass bis dahin eine gute Leistung gezeigt wurde. Körpereinsatz und Kampfgeist pur. Im Angriff stimmten die Bewegungsabläufe, Arme und Beine waren hyperaktiv und die Ein-gegen-Eins-Aktionen waren wunderbar! Wir gewinnen das Ding. Die Abwehr hatte gegen Ende der ersten Halbzeit etwas nachgelassen, hier sollten die Damen nochmal richtig anpacken und sich besser absprechen – die „Wand“ musste wieder her. Mit viel Motivation ging es auch schon wieder auf die Platte.

Pfiff! Die zweite Halbzeit begann – und das nicht gut für die Gastgeberinnen. Die Damen des HT München legten im Angriffsspiel ordenltich zu und gleichzeitig wurde die Abwehr der Bayern-Ladies zum „Schweizer Käse“. Nach und nach schrumpfte der Vorsprung. In den ersten zehn Minuten schafften es die Bayern-Damen, gerade einmal zwei Tore zu erzielen. Schöne und kraftvolle Würfe aus dem Rückraum. Doch die Gegenerinnen kamen immer mehr ins Spiel. Aus irgendeinem Grund wollte vorne und hinten nichts mehr funktionieren. Der Schwung aus der ersten Halbzeit war verflogen. In dieser Phase des Spiels klappte kein Anspiel mehr und unnötige Ballverluste dominierten diese Minuten (39. Spielminute, Stand 21:20). Die HT-Damen kamen tatsächlich noch auf ein Tor heran. Die letzten 15 Minuten des Spiels waren ein reines Hin- und Her. Mal ein Siebenmeter für die Gastgeberinnen, mal einer für die Gäste. Vorne versuchte man trotzdem, den Ball laufen zu lassen und wieder mit Einzelaktionen einen Treffer zu landen – aber der Ball wurde entweder schon fast als Geschenk an die gegnerische Abwehr gegeben oder landete beim Wurf im Nirvana. In den letzten zehn Minuten tobte wirklich alles, was sich in der Halle bewegte. Die Bank, dir Trainer, Fans und Zuschauer. Das Spiel drohte so langsam zu einem unerwünschten Nervenkrimi zu werden und zu kippen. Denn die HT München-Damen waren heiß gelaufen. Es schien, als hätten sie durch die Aufholjagd Blut geleckt und drehten richtig auf, jetzt war auf beiden Seiten alles möglich. Die Bayern-Damen hielten mit allen Mitteln gegen die immer stärker werdende Offensive. Der Vorsprung von sieben Toren war Geschichte. In der 52. Spielminute lag man mit nur noch zwei Toren vorne. Jetzt bloß nicht einknicken! Nur drei Minuten vor Schluss passierte es dann doch – der Ausgleich! Stand: 29:29. Ein schnelles Tor musste für die Bayern-Ladys her. Zack! Da war es. Ein Kracher aus dem Rückraum. Die Führung. 30:29 für den FC Bayern München. Die Halle bebte, die Bank war keine Bank mehr sondern eine lautstarke Minitribüne. Doch der Traum vom Sieg dauerte leider nur ein paar Sekunden, denn schon im nächsten und letzten richtigen Angriff der Gegner sollte erneut der Ausgleichstreffer fallen. 30:30 und nur noch paar Sekunden zu spielen. Freiwurf. Die letzte Chance für den Sieg war – man glaubt es nicht – doch tatsächlich ein direkter Freiwurf. Geht er rein, ist Party am Campus angesagt, geht er nicht rein, kommen die Gegenerinnen nochmal mit einem blauen Auge davon. Nichts, nada, niente. Es bliebt bei einem Unentschieden. Endstand: 30:30.

Was kann man zu einem solchen Spiel sagen? Man liegt kilometerweit vorne, lässt den Gegner aufholen und vergibt abermals die Möglichket zum Sieg. Dabei lief zu Beginn alles sehr gut. Wieder war es in der ersten Halbzeit eine grandiose Leistung und ein sehenswertes (Angriffs-)Spiel. Aber wieder kam der berühmte „Knick“ in der zweiten Halbzeit und wieder war es die Abwehr, die schwächelte und zum „Schweizer Käse“ wurde. Ein Trostpflaster ist der eine Punkt, den man mitnehmen konnte. Schließlich ist ein Untentschieden, keine Niederlage. Der Trainer und die Spielerinnen wissen, woran man verschärft arbeiten muss. Denn: „In letzter Konsequenz waren wir nicht konsequent genug“. 

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an unsere zahlreichen Fans, die die Halle zu einem Hexenkessel verwandelten und für eine großartige Atmosphäre sorgten.

 

Für den FC Bayern München spielten: Hofmann Michaela; Aull Hannah (1), Bernhart Kristin (2),  Christöphler Lydia (5/2), Glaw Sarah Olivia (9/3), Göcen Duygu, Huhn Verena (1), Langer Magdalena, Mense Katharina (1), Petersen Hannah (1/1), Stich Franziska (3), Winter Katharina (3), Zach Katharina (4)