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Einweihung des neuen Ausstellungsbereichs

Hainer, Kahn und Co. auf den Spuren der FC Bayern Frauen

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Frauen auf dem Fußballplatz? Ja, bitte! Das gilt beim FC Bayern München seit 7. Juni 1970 – und ab sofort im FC Bayern Museum mehr als je zuvor. Denn die lange Zeit ohne Besucher wurde genutzt, um der Abteilung ein Jahr nach dem 50-jährigen Bestehen einen eigenen größeren Bereich zu widmen, der an diesem Mittwoch von Präsident Herbert Hainer, dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn und Karin Danner (Abteilungsleiterin FC Bayern Frauen) offiziell eingeweiht wurde.

„Die Ausstellung ist sehr interessant, spannend und detailreich. Auch bei dieser Geschichte zeigt sich einmal mehr, dass der FC Bayern oft ein Pionier ist.  Wir haben die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland entscheidend vorangetrieben“, sagte Herbert Hainer nach einem ersten Rundgang.

Oliver Kahn fügte im Talk hinzu: „Nicht zuletzt die überragende vergangene Saison hat bestätigt, dass auch unsere Frauen-Mannschaft in der europäischen Spitze angekommen ist. Ihre Strahlkraft ist enorm. Der Weg nach oben ist die logische Konsequenz akribischer und kontinuierlicher Arbeit.“ Das Duo tauschte sich intensiv mit den Protagonistinnen von früher und heute aus, bevor Rekordspielerin Carina Wenninger auch das Replikat der Meisterschale von 2021 offiziell in die bereitgestellte Vitrine in der Ausstellung einbrachte. Dort ist die jüngst gewonnene Trophäe ab sofort für alle Besucher zu sehen.

Danner: „Unsere Geschichte hat viel zu bieten“

Karin Danner zog folgendes Resümee: „Für uns ist es eine große Ehre, dass unsere Geschichte an dieser Stelle derart intensiv beleuchtet wird. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sie viel zu bieten hat. Dass wir heute eine deutsche Spitzenkraft sind, ist kein Zufall.“ Die Abteilungsleiterin hat an der Entwicklung der Abteilung einen ebenso großen Anteil wie am Gelingen des neuen Ausstellungsbereichs. Von den mehr als 700 Exponate, die nach dem Aufruf zum Aufbau eines eigenen Frauen-Archivs in den vergangenen Jahren zusammengekommen sind, stellte sie gleich mehrere hundert zur Verfügung. Rund 50 ausgewählte von diesen finden sich nun in der Dauerausstellung wieder.

Es warten Exponate, Bilder, Anekdoten, Gesichter – liebevoll ausgewählt und informativ eingeordnet. Dabei steht natürlich der Weg der FC Bayern Frauen im Fokus, die Geschichte wird jedoch auch im gesellschaftlichen Kontext eingeordnet. So sind die Anfänge des Frauenfußballs vor weit über 100 Jahren genauso Bestandteil der Ausstellung wie das heutige Standing der Spielerinnen als (Halb-)Profis. Meilensteine der Frauenfußball-Bewegung sowie der Historie der FC Bayern Frauen werden anhand von Bewegtbild, Fotos und Ausstellungsstücken greif- und erlebbar. Auch die Jugendabteilung wird thematisiert, dazu echte „Schätze“ in der Schatzkammer gezeigt.

Hainer wiederholt seinen Appell: „Entwicklung nicht verpassen“

Besonders beeindruckend ist die „Via Triumphalis“, auf der in Anlehnung an die Männerabteilung alle großen gewonnenen Pokale stehen. Der DFB-Pokal von 2012 ist da zu sehen, genau wie Replikate der Schalen für den Gewinn der Deutschen Meisterschaften 2015, 2016 und 2021. Der Pokal der ersten Meisterschaft aus dem Jahr 1976 kann sogar im Original begutachtet werden: Er wurde extra vom DFB-Museum ausgeliehen.

Die Ausstellung zeigt, dass diese Abteilung für sich steht – und ihre eigene Geschichte erzählt. „Wir können stolz darauf sein, dass wir der einzige Männer-Bundesligist sind, der seit der Aufhebung des Frauenfußball-Verbots bis heute durchgehend eine Frauen-Abteilung geführt hat – und genau genommen sind wir sogar schon gestartet, als das Verbot noch galt“, sagte Hainer. Der Präsident nutzte die Bühne auch, um einen Appell zu wiederholen: „Der Frauenfußball hat sich enorm entwickelt, ist aber noch nicht am Ziel. Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass wir in Deutschland den Anschluss an die anderen europäischen Top-Ligen nicht verpassen dürfen.“

Beim olympischen Fußballturnier in Tokio 2020 holten Sofia Jakobsson und Hanna Glas von den FC Bayern Frauen mit Schweden die Silbermedaille:

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