Pädagogisches Konzept

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1.    Grundlagen

Die Arbeit einer Ganztagsschule lässt sich nicht strikt von der Regelschule unterscheiden. Vielmehr gibt es große Überschneidungsbereiche schulischer Entwicklungsprozesse. Viele der Qualitätskriterien lassen sich daher ebenso auf Halbtags-/Regelschulen anwenden. Die Erweiterung des schulischen Profils zum Lebensraum und der damit verbundene Zuwachs an zeitlichen Ressourcen an der Ganztagsschule vergrößern jedoch die schulischen Handlungsspielräume und sind somit auch mit qualitativen Ansprüchen verbunden.
 
Die Ganztagsschule verfolgt über das Ziel einer verlässlichen Betreuung zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinaus spezifische pädagogische Zielsetzungen. Diese bestehen vor allem in einer intensiven Förderung: einer Verbesserung des individuellen schulischen Leistungsvermögens und Sozialverhaltens, einer besonderen Sprachförderung,
einer Förderung von Schülern mit Lerndefiziten oder von Schülern mit besonderen Begabungen, einer vertieften Werteerziehung und einer verbesserten Berufsorientierung.
 
Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Perspektiven- und Bindungsarmut, soziale Ungleichheit, Aggressionen und Ausgrenzungsängste sind Phänomene ausgeprägter Zivilisationskrankheiten, die häufig -bei jungen Menschen- durch Bewegungsmangel ausgelöst werden . Hinzu kommt, dass durch den Ganztagsschulunterricht die Schüler in eine quasi „Vollbeschäftigung“ gelangen, und damit die außerschulischen Sportangebote -weder zeitlich noch von der Aufmerksamkeit her-  adäquat nutzen können und damit de facto von dem System Sport ausgeschlossen sind. 

Dabei sind Bewegung und Sport im Bildungsbereich von herausragender Bedeutung, weil:

  • sie einen Gegenpol zu den Sitzfächern darstellt und damit das Wohlbefinden des Einzelnen steigert
  • sie einen erheblichen Beitrag zur Sozialerziehung und zur positiven Persönlichkeitsentwicklung eines Schülers leisten
  • gesundheitliche Schutzfaktoren gestärkt und geübt werden, 
  • der Zugang zum Vereinssport und damit zu alternativen Freizeitgestaltungen erleichtert werden.

Der FC Bayern München will aufgrund seiner sportlich herausragenden und seiner gesellschaftlichen Position in der Stadt München und Bayern interessierten Ganztagsschulen in München mit seinem Know-How auch in den Bereichen Tischtennis und Allgemeinsport eine qualitativ hochwertige Schulkooperation anbieten, welche in den folgenden Abschnitten vertieft werden soll. Da ein Schwerpunkt der Tischtennissport sein soll, gibt es zunächst einige sehr grundsätzliche Informationen zum Tischtennis:
Tischtennis ist ein Ballsport, der bis ins hohe Alter gespielt werden kann. Wir staunen, wenn im Stadion ein Fußball mit Karacho gegen den Torpfosten klatscht, dabei kann ein harter Schmetterball eine Geschwindigkeit von bis zu 170 km/h erreichen. Deshalb gilt Tischtennis als die schnellste Ballsportart der Welt. Doch trotz des hohen Tempos ist Tischtennis ideal für jedermann. Kein Wunder, denn der Einstieg ist kinderleicht und eine komplizierte Ausrüstung ist nicht vonnöten. Das Wichtigste aber ist: Tischtennis macht fit und beansprucht viele Muskelpartien gleichzeitig. Neben der Geschicklichkeit sind Schnelligkeit, Koordination, Reaktion, Konzentration und Ausdauer wichtige Faktoren, die die Fitness des Spielers fordern und fördern. Außerdem eignet sich Tischtennis besonders als Gesundheitssport, da es als sogenannte „Lifetime-Sportart“ ein sehr breites Altersspektrum anspricht. Tischtennis ist die erste Spielsportart, die als Gesundheitssport durch das Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) anerkannt ist. Alternativ dazu führen wir zweimal wöchentlich allgemein sportliche d.h. bewegungsorientierte Bewegungsunterrichte an. 
Eine weitere wesentliche Erkenntnis zum Tischtennis kommt von der Sportschule Köln. Dort wurde nachgewiesen, dass Jugendliche, die eine kreativ und intellektuell herausfordernde Sportarten betreiben, grundsätzlich bessere Notendurchschnitte abliefern. D.h. die Wissenschaftler stellten einen Zusammenhang zwischen der ausgeübten Sportart und der schulischen Leistungsfähigkeit fest. In einer aktuellen Vergleichsstudie  wurde ermittelt, dass Tischtennisspieler und Turner einen Notendurchschnitt von 2,0 hatten und damit am Besten abschnitten. Schüler, die sich regelmäßig bewegen haben einen 0,5 Punkte besseren Notendurchschnitt als ihre Klassenkameraden, die vorwiegend auf der faulen Haut liegen. 

2.    Pädagogische Inhalte

Obwohl „Sport und Bewegung“ mit den pädagogischen Fortschritten schwer „verrechenbar“ sind, sehen wir folgende Erfahrungsbereiche als sog. Bildungsmöglichkeiten  :

  • Gesundheit und Vitalität
  • Reaktionsfähigkeit, Fitness und Frustrationsvermögen
  • Fairness, Disziplin und Freiwilligkeit
  • Geschicklichkeit und Bewegungsfreude 
  • Förderung der Intelligenz und des Konzentrationsvermögens

Die hier vorgenommene Aufzählung ist nicht hierarchisch zu verstehen sondern beinhaltet unsere allgemeinen Leitziele. In der operativen Umsetzung werden wir den Sportunterricht hälftig mit allgemeinsportlichen Elementen -durch entsprechend standardisiert, geschultem Personal (Zusatzqualifikation C-Jugend Breitensport)- durchführen. Andererseits werden wir den Kindern Tischtennis-spezifischen Unterricht erteilen. An diesen Tagen sind die immanenten Ziele Lehren und Lernen durch mindestens drei fachlich geschulte Personen (mindestens C- Übungsleiterlizenz) sichergestellt. Ziel ist, die oben genannten wesentlichen Grundlagen und Ziele des Projekts über den Tischtennissport beizubringen. 
Zur Sicherstellung der Qualität unserer Kooperation erfolgt eine sach- und fachgerechte Bewertung in den Dimensionen:

  • Strukturqualität
  • Prozessqualität
  • Ergebnisqualität

Mit der Abwechslung von der motorisch sehr anspruchsvollen Ballsportart Tischtennis und den allgemeinsportlichen Aktivitäten wird in der Ganztagsschule ein Lebensraum bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern geschaffen, in dem Regeln, Disziplin, Freude und Kreativität konkurrenzlos nebeneinanderstehen und die sportliche Betreuungszeit die kernunterrichts-gestaltenden Fächer sinnvoll ergänzt. 
Neben den sportlichen Aktivitäten wird auch in der kernunterrichtsfernen Betreuungszeit über geschultes Personal die Mittagessenszeit und eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung gewährleistet. Diese steht auch für Nichtganztagsschüler offen.  

3.    Evaluation

Grundsätzliches Ziel des Qualitätsmanagements ist es, Ressourcen, Kompetenzen, und Prozesse im Verein bzw. im organisatorischen Rahmen der Kooperation so zu organisieren, dass die Qualität des Betreuungsangebots optimiert wird.
Sämtliche Prozesse werden regelmäßig analysiert, zusätzlich ist die permanente Bereitschaft vorhanden, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Schule eine offene, konstruktive und ernsthafte Feedback-Kultur zu implementieren.

4.    Konkrete Projekte

  • Vor 3 Jahren Gründung der Kinder- und Jugendakademie FC Bayern München
  • Zwischenzeitlich knapp 75 Kinder
  • Durchführung und Leitung einer Schul-AG 
  • 11 Trainer beschäftigt
  • Ziel: Integration durch Leistungssport
  • Aktive Hausaufgabenbetreuung wird aktuell ebenfalls in unserem Projekt organisiert