präsentiert von
Suchen Fill-1
Menü
Die Null steht

Bayerns neues Bollwerk ohne Fehl und Tadel

Increase font size Schriftgröße

Die Zahlen sprechen für sich: 56,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 67 Prozent gewonnene Luftzweikämpfe, dazu eine fast 90-prozentige Passquote. Der klare 4:0-Erfolg des FC Bayern im Prestigeduell gegen Borussia Dortmund war auch ein Sieg des Willens und der geschlossen starken Defensivleistung. „Wir waren alle gierig. Man hat gesehen, wir wollten es mehr“, brachte es Thomas Müller nach dem Spiel auf den Punkt.

17 Gegentore hatten die Bayern in acht der letzten neun Spiele hinnehmen müssen, nach den Verletzungen von Niklas Süle und Lucas Hernández sowie dem Platzverweis für Jérôme Boateng in der Vorwoche in Frankfurt war die Defensive zudem personell arg gebeutelt. Doch sowohl gegen Olympiakos Piräus als auch gegen den BVB erwies sich der neu formierte Deckungsverbund mit der Viererkette Benjamin Pavard, Javi Martínez, David Alaba und Alphonso Davies sowie Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld als unüberwindbares Bollwerk.

Die fünf nominellen Defensivspieler hatten gegen Dortmund die meisten Ballaktionen bei den Hausherren und lagen auch in der Zweikampfbilanz vorne. „Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Sekunde überragend Fußball gespielt – nicht nur gespielt. Sie haben gekämpft, sie sind in die Zweikämpfe gegangen, das Spiel ohne Ball und die Aggressivität waren unglaublich. Sie haben die Dortmunder überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, war Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff voll des Lobes.

Über Aushilfs-Innenverteidiger Alaba sagte Kimmich: „Er ist als Innenverteidiger ein komplett anderer Spieler, er gefällt mir überragend auch als Linksverteidiger. Aber in der Innenverteidigung ist er für mich wirklich einer der besten der Welt. Seine Körpersprache ist wahnsinnig, wie positiv er ist, wie er in die Zweikämpfe geht. Und er hat ein super Aufbauspiel.“ Mit 93 Pässen war Alaba Führender in dieser Statistik, starke 93,5 Prozent seiner Zuspiele fanden den eigenen Mitspieler.

Auch Youngster Davies überzeugte als Linksverteidiger in seinem erst dritten Bundesligaspiel von Beginn an. „Er hat in den letzten Spielen, die er gespielt hat, eine tolle Entwicklung gemacht“, freute sich Trainer Hansi Flick für den 19 Jahre alten Kanadier. „Er ist schnell und hat enormen Speed. Er hatte Sancho und Hakimi voll im Griff. Er war sehr körperbetont in den Zweikämpfen, das hat mir sehr gefallen.“ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge attestierte Davies „wirklich großes Potenzial. An dem werden wir viel Spaß haben, davon kann man ausgehen.“

Und dass die Defensivarbeit auch schon in der Offensive beginnt, stellten nicht zuletzt Müller und Kingsley Coman unter Beweis. Beide wiesen nach Spielende die meisten geführten Zweikämpfe auf. „Wir haben versucht, dass wir in der Defensive die Null halten, dass wir als Mannschaft gemeinsam verteidigen“, erklärte Flick nach seinem gelungenen Debüt als Bundesliga-Trainer. „Wir müssen mutig sein, dass man auch mal ausgespielt wird und dann ist aber der nächste da. Wenn man hinten gut steht, dann hat man auch nach vorne einen Ticken mehr Kreativität.“

Weitere Inhalte