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Meilensteine aus 120 Jahren

Europapokal 1967: Das erste internationale Ausrufezeichen

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120 Jahre FC Bayern – das sind 120 Jahre voller Triumphe, Emotionen und Leidenschaft. Anlässlich des 120. Vereinsjubiläums am 27. Februar blickt fcbayern.com auf bedeutende sportliche Momente in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters zurück.

Mit dem Bundesliga-Aufstieg im Jahr 1965 war der Erfolgshunger der jungen Wilden von Trainer Tschik Cajkovski erst richtig geweckt. Gleich in ihrer Premierensaison im Oberhaus stürmte das Team von Kapitän Werner Olk auf den dritten Tabellenplatz und gewannen nach 1957 zum zweiten Mal den DFB-Pokal. Im Finale besiegten Beckenbauer, Müller & Co. den Meidericher SV mit 4:2 und sicherten sich damit die Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger.

Da ist das Ding: Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Trainer Cajkovski nach dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger beim Empfang auf dem Münchner Marienplatz.

Und da starteten die Bayern in der folgenden Saison auch international durch. In der ersten Runde bekamen es die Münchner mit Tatran Prešov aus der Tschechoslowakei zu tun. Nach einem 1:1 im Hinspiel gewann der FCB das Rückspiel mit 3:2. Mit den gleichen Ergebnissen setzten sich die Bayern im darauffolgenden Achtelfinale gegen den irischen Vertreter Shamrock Rovers durch und zogen damit in die Runde der letzten acht Mannschaften ein.

Nachsitzen im Viertelfinale gegen Rapid Wien

Im Viertelfinale kam es zum Duell mit Rapid Wien. Das Hinspiel in der österreichischen Hauptstadt ging mit 1:0 an die Gastgeber, das Rückspiel gewannen die Bayern erst nach Verlängerung mit 2:0. Gerd Müller schoss die Münchner in der 106. Minute mit dem Treffer zum 2:0 ins Halbfinale gegen Standard Lüttich. Der belgische Pokalsieger stellte jedoch keine allzu große Hürde dar, mit 2:0 und 3:1 setzte sich der FCB in den beiden Partien durch und erreichte damit bei seiner ersten Europapokalteilnahme auf Anhieb das Endspiel.

Spiel gedreht: Gerd Müller (re.) und Dieter Brenninger (li.) jubeln nach dem Tor zum 2:0 gegen Rapid Wien.

Dieses fand am 31. Mai 1967 ausgerechnet in Nürnberg statt, der Spielstätte der ersten Deutschen Meisterschaft 1932. Gegner waren die international gestählten Glasgow Rangers, die jedoch erst per Losverfahren ins Finale eingezogen waren. Im Halbfinale gegen Real Saragossa stand es nach zwei Partien 2:2 unentschieden, somit musste das Los über die Endspielteilnahme entscheiden.

Entscheidung in der Verlängerung

Vor 71.000 Zuschauern lieferten sich die favorisierten Rangers und die auf internationalem Parkett eher unerfahrenen Bayern einen heißen Kampf. Nach 90 Minuten auf tiefem Geläuf stand es noch immer 0:0, es ging in die Verlängerung. Und in dieser gelang dem jungen Franz Roth in der 108. Spielminute der artistische Siegtreffer zum vielumjubelten ersten internationalen Titel für den FC Bayern.

Akrobatisch schön: Franz Roth mit seinem grandiosen Tor zum 1:0-Finalsieg gegen die Glasgow Rangers. 

„Im Fallen“ erinnerte sich der Siegtorschütze später, habe ihn der lange Ball von Rainer Ohlhauser erreicht. „Der Torwart kam raus, der Ball ging über ihn und unter die Latte. Da war Glück dabei, es war aber auch der Lohn für die gute Arbeit“, beschrieb Roth den unerwarteten Titelgewinn. Diesen bezeichnete er später als „Beginn der großen Bayern-Ära“, die in den Folgejahren ihren Lauf nehmen sollte.

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