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Porträt

„Katsche“ Schwarzenbeck: Weltmeister, Europapokalsieger und Schreibwarenhändler

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Bereits früh startete sein Weg in Richtung Säbener Straße, doch damals hätte niemand gedacht, dass aus ihm ein Spieler mit Weltklasse-Format werden sollte. Hans Georg, genannt „Katsche“ Schwarzenbeck kam damals mit 13 Jahren von den Sportfreunden München zum heutigen Rekordmeister und spielte ab 1967 für die erste Mannschaft, wo er seine gesamte Laufbahn verbrachte. 

Schwarzenbecks Karriere ist noch heute beeindruckend: In seinen 14 Jahren bis 1981 im roten Trikot des FC Bayern gewann der gebürtige Münchner unglaubliche 13 Titel und „jeder einzelne von ihnen war schön“, schwärmt „Katsche“. Zu seinen Triumphen darf der gelernte Buchdrucker fünf deutsche Meisterschaften, drei DFB-Pokal-Siege und auch drei Erfolge im Europapokal der Landesmeister (heute Champions League) zählen.

„Katsche“ posiert mit seinen Pokalen. 

1974 am sportlichen Olymp

Höhepunkt als Spieler war aber eindeutig 1974, als er das entscheidende Tor im Finale des Europapokals gegen Atlético Madrid schoss und die Bayern so ins Wiederholungsspiel brachte, welches der FCB mit 4:0 für sich entscheiden konnte. Es war der erste Triumph der Münchner in diesem Wettbewerbs und in den folgenden beiden Jahren konnten Schwarzenbeck & Co. dies sogar wiederholen.

Woher sein Spitzname „Katsche“ kommt, weiß er selbst nicht genau. Er munkelt, es käme von seiner harten Spielweise schon als Junge auf der Wiese.

Lob vom Kaiser

Es kam aber noch besser: Mit der Nationalmannschaft gewann der Abwehrspieler die Weltmeisterschaft '74. Wie im Verein zeigte sich auch hier das grandiose Zusammenspiel der Defensivleute Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer und Paul Breitner. Schwarzenbecks Aufgabe war es schon immer, als Manndecker die Bälle zu holen und die Angreifer auszuschalten. Damit hielt er Beckenbauer den Rücken frei und wurde daher auch liebevoll „der Putzer des Kaisers“ genannt. „Ich hatte das Vergnügen, einen Weltklassespieler wie ihn an meiner Seite zu haben“, freute sich Beckenbauer über seinen Partner, „es hat einfach alles gepasst.“

Bei allem bescheiden

Trotz seiner sportlichen Klasse und all seiner Erfolge blieb er immer bescheiden und hielt sich oft im Hintergrund auf. Das Rampenlicht überließ er seinen Teamkollegen. „Ich wusste immer, wo ich in der Mannschaft stehe“, sagte Schwarzenbeck. Dennoch trug er von 1979 bis 1980 sogar die Kapitänsbinde. 1981 musste „Katsche“ seine erfolgreiche Karriere mit 32 Jahren aufgrund der Folgen eines Achillessehnenrisses leider beenden. Danach übernahm er das Schreibwarengeschäft seiner Tanten, anstatt neben dem Platz oder im Verein aktiv zu werden. Die Verbindung zwischen ihm und dem FC Bayern riss aber nie ab. Noch immer gibt er als Legende Führungen im FCB-Museum. Für „Katsche“ ist das natürlich eine Herzensangelegenheit. Eine echte Rote Legende halt.

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