Bouna Sarr: „Dass ich jetzt bei Bayern bin, ist eine Belohnung“

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Bouna Sarr zählt seit dem Spätsommer zum Kader des FC Bayern. Im Interview mit unserem Mitgliedermagazin „51" erklärt er seine Ziele mit dem deutschen Rekordmeister.

Das Interview mit Bouna Sarr

Salut, Bouna -- du bist direkt am Stade Gerland in Lyon aufgewachsen, in einem echten Fußballer-Viertel. Hast du da den FC Bayern schon von klein auf wahrgenommen?
„Natürlich. Ich wusste schon als Kind, dass das einer der besten und wichtigsten Vereine der Welt ist. Wenn Olympique gegen Bayern gespielt hat, war das immer ein Festtag für uns. Die Philosophie dieses Vereins wird in Frankreich sehr geschätzt. Wer den FC Bayern nicht kennt, weiß im Fußball nicht besonders gut Bescheid. Vor Bayern, das ist immer klar gewesen, musste man sich in Acht nehmen, da war höchster Respekt, teilweise sogar Angst -- und diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren sogar noch einmal verstärkt."

Du warst die meiste Zeit deiner Karriere Offensivspieler: Zehner oder Flügelstürmer. Erst vor zwei Jahren wurdest du bei Marseille nach hinten rechts versetzt. Was musstest du neu lernen?
„Das Mentale spielt bei so einer Umstellung eine große Rolle. Man muss sich darauf einlassen und erkennen, welche neuen Möglichkeiten sich eröffnen. Ich habe jetzt zwei Varianten im Repertoire, kann die Außenbahn offensiv und defensiv interpretieren. Wenn es vorne auf den Flügeln Bedarf gibt, kann ich da auch spielen, das war in Marseille genauso. Ich bin heute vielseitiger als früher, das Wechseln zwischen den Rollen macht mir nichts aus."

Auf dem Weg zum Profifußball hast du erst mal einen Schritt zurück gemacht. Mit 17 bist du zum Zweitligisten FC Metz gewechselt. Dort bist du erst abgestiegen, dann zweimal aufgestiegen bis in die erste Liga -- und dann wieder abgestiegen. Was hast du in dieser Zeit gelernt?
„Durch dieses Auf und Ab habe ich gelernt, dass es darauf ankommt, immer seine beste Leistung abzurufen. Auf jedem Niveau und egal zu welchen Rahmenbedingungen: Es geht um dein eigenes Level, und es gibt keine Ausreden. Ich habe jede Stufe meiner Karriere bewusst wahrgenommen. Ich denke, dass ich jetzt hier bei Bayern bin, ist auch eine Belohnung dafür, dass ich nie aufgesteckt habe. Ich bin mental gefestigt und lasse mich nicht leicht aus der Bahn werfen. Das ist etwas, was du brauchst, um für einen Klub wie FC Bayern interessant zu sein."

Außenstürmer, Umweg über die Dritte Liga, über Marseille zum FC Bayern -- das erinnert an Franck Ribéry. Ist dir der Gedanke auch schon gekommen?
„Wenn man unsere Vereine anschaut, haben wir eine ziemlich identische Wegstrecke hingelegt, das stimmt. Er war in Metz, Marseille und bei Bayern -- genau wie ich. Als ich offensiver Flügelspieler war, war er mein absolutes Vorbild. Ich werde hier vermutlich nicht so viele Titel holen wie er. Er war viel jünger, als er hierhergekommen ist -- aber es ist mein Ansporn, möglichst viele seiner Erfolge zu wiederholen."

Bist du auch nach München gewechselt, um endlich den Schritt in die Nationalmannschaft zu schaffen?
(lacht) „Im Französischen gibt es ein Wort, das noch stärker ist als kämpfen ... übersetzt würde es vielleicht heißen: Ich rackere mich ab für dieses große Ziel. Ich hoffe, dass mir dieser Wechsel hilft, weil mich hier jedes einzelne Training stärker macht und der Verein insgesamt sehr im Fokus steht. Ich war im Sommer schon nominiert, konnte aber wegen einer Verletzung nicht dabei sein. Ich werde nicht aufgeben und Tag für Tag arbeiten."

Nächstes Jahr findet die EM statt. Frankreich spielt gegen Deutschland -- in München. Klingt, als müsstest du da unbedingt dabei sein ...
„Das wäre das Maximum. Es liegt an mir und meinem Einsatz, mich unserem Nationaltrainer Didier Deschamps zu empfehlen, dass er nicht an mir vorbeikommt. Nach meinem Wechsel zu Bayern wäre das der nächste Lebenstraum, der sich erfüllen würde."

Das Interview in voller Länge gibt es in der Januar-Ausgabe unseres Mitgliedermagazins „51".


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