Präsident Hainer: „Der FC Bayern hat europaweit vorbildliche Grundlagen“

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Am Donnerstag findet die Jahreshauptversammlung des FC Bayern München eV im Audi Dome statt. Im Interview mit fcbayern.com spricht Präsident Herbert Hainer über den Ablauf sowie die Themen der Veranstaltung.

Das Interview mit Herbert Hainer

Herr Hainer, morgen steht die Jahreshauptversammlung des FC Bayern München eV im Audi Dome an. Wird sie denn angesichts der Entwicklung von Corona stattfinden können?
„Ja - auch wenn die Organisation in diesem Jahr eine riesige Herausforderung ist. Im Grunde gibt es täglich neue Maßnahmen, die wir immer wieder aufs Neue im Konzept berücksichtigen müssen. Auch bei dieser Veranstaltung werden wir uns natürlich wie immer strikt an sämtliche Vorgaben von Gesundheitsbehörden und Politik halten, denn wir wollen alles umsetzen, um die Gesundheit der Teilnehmer zu schützen - denn sie ist und bleibt das oberste Gebot. Das bedeutet, dass wir bei dieser Jahreshauptversammlung leider nur maximal rund 1.700 Besucher zulassen dürfen."

Wie soll die Veranstaltung mit Blick auf Hygienemaßnahmen ablaufen?
„Die Veranstaltung wird gemäß den Vorgaben der Behörden im Rahmen von 2Gplus mit Abstandsregeln, Kontaktnachverfolgung und Maskenpflicht auch auf allen Sitzplätzen geplant. Wir als FC Bayern wünschen uns, unsere Jahreshauptversammlung in der Form wie vor der Pandemie abhalten zu können, aber in diesen Zeiten müssen alle die Umstände berücksichtigen und vernünftig sein. Grundsätzlich ist die Jahreshauptversammlung ein wichtiger Bestandteil unseres Vereinslebens, und wir haben es sehr bedauert, dass wir sie im vergangenen Jahr coronabedingt absagen mussten. Daher sind wir froh, dass es dieses Jahr möglich ist - wenn auch unter einschneidenden Corona-Bedingungen, für die man aber einfach in diesen Zeiten Verständnis haben muss."

Es wird die erste Jahreshauptversammlung für Sie als Präsident. Wie fällt Ihr Fazit für die vergangenen zwei Jahre aus?
„Diese zwei Jahre waren natürlich maßgeblich von Corona geprägt. Die Pandemie wird die ganze Gesellschaft und auch den FC Bayern leider noch länger beschäftigen. Wir als Verein können sagen, dass wir trotz all dieser enorm unvorhersehbaren Herausforderungen bisher gut durch diese schwere Zeit gekommen sind: Sportlich brauchen wir nicht zu reden, da haben wir nicht zuletzt mit dem unglaublichen Sechs-Titel-Jahr 2020 die erfolgreichste Zeit unserer Clubgeschichte erlebt, und wir können auch clubübergreifend äußerst zufrieden sein, denn unsere FC Bayern Frauen haben mit der Deutschen Meisterschaft und ihrem Einzug ins Halbfinale der Champions League genauso wie unsere Basketballer mit dem historischen Vorstoß in Europas Elite sowie dem Pokal-Sieg Hervorragendes geleistet. Wirtschaftlich müssen wir zwar insgesamt massive Einnahmeneinbußen auspendeln, haben aber in diesen beiden von Corona gebeutelten Jahren trotzdem jeweils ein positives Ergebnis erzielt. Wir sind generell ein gesunder Verein und haben europaweit vorbildliche Grundlagen, um Krisen zu meistern. Auch gesellschaftlich macht der FC Bayern in dieser Pandemie insgesamt eine sehr gute Figur: Wir konnten mit vielen Maßnahmen Menschen und Institutionen in Not helfen."

Im November 2019 trat Herbert Hainer die Nachfolge von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern an.

Was werden die Schwerpunkte der Veranstaltung sein?
„Wir werden gemeinsam mit unseren Fans noch einmal auf unsere extrem erfolg- und ereignisreichen zwei Jahre zurückblicken, aber gleichzeitig natürlich auch nach vorne schauen und thematisieren, was nötig ist, damit der FC Bayern weiter Maßstäbe im weltweiten Spitzenfußball setzt. Darüber hinaus werden wir unseren Mitgliedern eine Satzungsänderung zur Abstimmung vorlegen, die wir in der November-Ausgabe unseres Mitgliedermagazins „51" in einer 40-seitigen Beilage bereits detailliert erläutert haben, damit alle verstehen, warum uns das wichtig ist."

Was sind die Kerninhalte der Satzungsänderung?
„Die Satzung unserer 17 Gründungsmitglieder bedarf keiner tiefgreifenden Eingriffe. Was als Statut unseres Vereins nun bereits seit über 120 Jahren Bestand hat, wird im Kern sicher auch die nächsten 120 Jahre funktionieren. Es ging uns aber um eine Modernisierung, denn wir müssen die Satzung dem Wachstum unseres Vereins im Verlauf der Zeit anpassen - es ist ja ein Unterschied, ob man 300 oder 300.000 Mitglieder hat. Im Satzungstext wollen wir zudem künftig unter anderem noch besser verdeutlichen, für welche Werte unser Club steht, insbesondere Toleranz, Respekt, Weltoffenheit, soziale Verantwortung, Vorbildfunktion sowie ein Einstehen gegen jede Form von Extremismus und Diskriminierung, sei es wegen des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder aus ethnischen Gründen. Auch ein eigener Absatz für Kinderschutz war uns allen sehr wichtig. Als Selbstverständlichkeit wurde eingefügt, dass sich unser Verein zur Achtung aller international anerkannten Menschenrechte bekennt - was über die DFB-Satzung allerdings auch zuvor schon unmittelbarer Bestandteil unserer Satzung war."

Wie ist das Thema Katar zu sehen, das vermehrt in die Öffentlichkeit gerückt ist?
„Das ist sicherlich ein komplexes Thema, das im Vorfeld der Jahreshauptversammlung wieder stärker diskutiert wird. Generell ist dazu zu sagen, dass wir uns einem Austausch mit Fakten und sachlichen Argumenten nicht verschließen - und der darf natürlich auch kritisch ausfallen. Allerdings ist es uns wichtig, dass die Form immer gewahrt wird. Kontroversen halten wir als Verein auch grundsätzlich aus, sie gehören zu einem Diskurs wie allgemein zum Vereinsleben."

Sie sagten bei Ihrem Amtsantritt, Sie wollen der Präsident von allen sein, nicht nur der Profifußballer. Wie ist es insgesamt um das Vereinsleben des FC Bayern in den vergangenen zwei Jahren bestellt?
„Ich möchte mich von Herzen im Namen des gesamten FC Bayern bei unseren vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und überhaupt bei allen bedanken, die sich in unseren Abteilungen engagieren. Mir als Präsident ist es wichtig, dass bei unserer Jahreshauptversammlung auch diejenigen einmal beleuchtet werden, die sonst nicht im Fokus stehen. Der FC Bayern ist mehr als nur seine Lizenzspielerabteilung: Unsere Basketballer, Fußball-Amateure und FC Bayern Frauen haben in den vergangenen Jahren Meisterschaften und Pokale gewonnen - und darüber hinaus sind alle unsere Breitensportarten extrem wichtig, weil der FC Bayern damit allen sportinteressierten Menschen eine Heimat bietet. Das muss ein Verein immer leisten können, auch ein so großer Verein wie der FC Bayern. Unsere Amateursportlerinnen und -sportler hatten und haben es in dieser Pandemie unheimlich schwer, und daher haben sie es absolut verdient, an diesem Abend ebenfalls mal ins Rampenlicht zu rücken. Unsere Jahreshauptversammlung soll eine Veranstaltung für die ganze FC Bayern-Familie sein, und daher freuen wir uns über jeden, der kommt - natürlich im Rahmen der Pandemie-Auflagen."

Hier gibt es alle Informationen zum Einlass bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung: