50 Jahre „Tor des Jahres“ - Teil 5: Jürgen Wegmann 1988

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Vor 50 Jahren wählten die Zuschauer der ARD-Sportschau zum ersten Mal ein „Tor des Jahres". Fallrückzieher, Seitfallzieher, Volleykracher, Kunstschüsse von der Eckfahne oder von der Mittellinie und viele andere Tor-Kunstwerke wurden seitdem ausgezeichnet, am häufigsten (sieben Mal) Treffer des FC Bayern. Das Mitgliedermagazin „51" schwelgt mit unseren „Torschützen des Jahres" in Erinnerungen - in der Hoffnung, dass die Auszeichnung nach 22 Jahren endlich bald wieder an einen Münchner geht... Teil 5 mit Jürgen Wegmann.

Tor des Jahres 1988: Jürgen Wegmann vs. Nürnberg

„Bruce Lee hat gesagt: ‚Sei schmal wie ein Gelenk und schnell wie ein Schatten.' Das passt 100-prozentig zu diesem Tor. Ich weiß es noch genau: In der 35. Minute hat Olaf Thon den Ball aus dem Mittelfeld in den Strafraum geflankt. Ich lag waagrecht in der Luft und habe den Ball perfekt erwischt. Da hat sich ausgezahlt, dass ich vier Jahre lang jeden Tag 18 Übungen von Bruce Lee gemacht habe, zum Beispiel für Koordination und Beweglichkeit. Dass ich mir beim Aufprall auf den Boden eine Rippenprellung zugezogen habe, war nur Nebensache.

Mit 113.000 Einsendungen ist dieser Treffer bei der ARD zum ‚Tor des Jahres' gewählt worden. Es war auch eines der zehn nominierten Tore für die Wahl zum ‚Bayern-Tor des Jahrhunderts'. Die Fans haben dann einen Treffer von Gerd Müller gegen Tennis Borussia Berlin gewählt, und das ist vollkommen in Ordnung.

Anerkennung vom Bomber

Gerd Müller ist eine Legende, meine Tore sind ein Schatten seiner Leistung. Umso schöner war es, dass er mir später sagte, dass für ihn mein Tor hätte gewinnen müssen. Erst neulich hat mich jemand beim Einkaufen erkannt und gesagt: ‚Hey, Kobra, so ein Tor wie von dir damals habe ich nie wieder gesehen.'

Ich schaue mir viele Fußballspiele im Fernsehen an, auch von Bayern natürlich. Robert Lewandowski ist ein anderer Stürmer als ich, er hat seine eigenen Qualitäten. Ich habe aber gehört, dass er, um auf diesem Level zu spielen, ähnliche Übungen macht wie ich früher."

Im vierten Teil der Serie spricht Klaus Augenthaler über sein „Tor des Jahres" 1989:


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