50 Jahre „Tor des Jahres“ - Teil 4: Klaus Augenthaler 1989

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Vor 50 Jahren wählten die Zuschauer der ARD-Sportschau zum ersten Mal ein „Tor des Jahres". Fallrückzieher, Seitfallzieher, Volleykracher, Kunstschüsse von der Eckfahne oder von der Mittellinie und viele andere Tor-Kunstwerke wurden seitdem ausgezeichnet, am häufigsten (sieben Mal) Treffer des FC Bayern. Das Mitgliedermagazin „51" schwelgt mit unseren „Torschützen des Jahres" in Erinnerungen - in der Hoffnung, dass die Auszeichnung nach 22 Jahren endlich bald wieder an einen Münchner geht... Teil 4 mit Klaus Augenthaler.

Tor des Jahres 1989: Klaus Augenthaler vs. Frankfurt

„Trainer Jupp Heynckes hatte vor diesem DFB-Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt angesprochen, dass Uli Stein gern sehr weit vor seinem Tor steht, wie eine Art Libero. Während des Spiels habe ich dann tatsächlich bemerkt, dass er immer wieder außerhalb seines Sechzehners war, wenn Frankfurt im Ballbesitz war. Also habe ich es halt einfach probiert - und der Ball hat genau gepasst. Er flog 49,5 Meter weit, genau unter die Latte. Uli Stein hat es kopfschüttelnd hingenommen. Ich war gut befreundet mit ihm. Er meinte nur: ‚Aus der Entfernung aufs Tor zu schießen, das machen nur Verrückte.'

Im Training geübt

Bei Bayern haben wir damals häufig am Ende des Trainings von der Mittellinie aufs Tor geschossen. Wer traf, durfte in die Kabine gehen. Im Spiel habe ich das immer wieder mal probiert, auch mal bei einem Länderspiel gegen Kolumbien, wo ‚El Loco' René Higuita im Tor stand. Aber er ist nicht darauf reingefallen.

Das Tor in Frankfurt ist den Leuten bis heute in Erinnerung. Ich bekomme immer wieder mal das Video geschickt und schaue es mir gerne an. Immer wenn ich es sehe, denke ich mir: Mensch, warum greift dich da keiner an? Nur einer hat es probiert, aber ziemlich halbherzig. Dass der Treffer später auch zum ‚Tor des Jahrzehnts' gewählt wurde, ist natürlich super. Aber mich hat es eigentlich schon bald nicht mehr interessiert. In der nächsten Pokalrunde sind wir nämlich rausgeflogen."

Im dritten Teil der Serie spricht Lothar Matthäus über sein „Tor des Jahres" 1992: