50 Jahre „Tor des Jahres“ - Teil 6: Karl-Heinz Rummenigge 1980

Text vorlesen
icon
Schrift vergrößern
icon

Vor 50 Jahren wählten die Zuschauer der ARD-Sportschau zum ersten Mal ein „Tor des Jahres". Fallrückzieher, Seitfallzieher, Volleykracher, Kunstschüsse von der Eckfahne oder von der Mittellinie und viele andere Tor-Kunstwerke wurden seitdem ausgezeichnet, am häufigsten (sieben Mal) Treffer des FC Bayern. Das Mitgliedermagazin „51" schwelgt mit unseren „Torschützen des Jahres" in Erinnerungen - in der Hoffnung, dass die Auszeichnung nach 22 Jahren endlich bald wieder an einen Münchner geht... Teil 6 mit Karl-Heinz Rummenigge.

Tor des Jahres 1980: Karl-Heinz Rummenigge vs. Bochum

„Ich kann mich an meine beiden ,Tore des Jahres' gut erinnern: Das 1:0 gegen den VfL Bochum 1980 war der Treffer des Tages nach drei Minuten - und aus der Not geboren, wenn ich ehrlich bin. Ich stand mit dem Rücken zum Tor, umzingelt von Bochumern, der Einzige von uns in Tornähe weit und breit. Also musste ich den Ball dreimal jonglieren, bis ich mir sagte: Jetzt musst du langsam mal schießen! Es war dann eine Bogenlampe über den Torwart, technisch ein anspruchsvolles Tor - aber nicht so geplant. Ich musste da etwas Besonderes machen, um überhaupt zum Abschluss zu kommen.

Tor des Jahres 1981 im DFB-Dress

Beim 7:1 gegen Finnland mit der DFB-Auswahl habe ich dann ziemlich genau zwölf Monate später drei Tore gemacht, und das 2:1 wurde zum ,Tor des Jahres' gewählt. Das Spektakulärste an dem Treffer war eigentlich die Vorlage, denn Paul Breitner hatte mir den Ball mit dem Kopf zugespielt; es war seine kurioseste Vorlage, denn das Kopfballspiel war nicht seine Stärke. 1980, 1981 war die Hochphase des Duos ,Breitnigge', dazu passt dieses Tor. Wir haben damals auch die beste WM-Qualifikation in der deutschen Geschichte gespielt: 16:0 Punkte, 33:3 Tore.

Ab und zu möchte mein Enkel Dante meine Medaillen für die Tore des Jahres oder Monats sehen. Dann holen wir sie zusammen hervor und schauen auf YouTube entsprechende Filmsequenzen aus diesen Zeiten. Er ist hochinteressiert am Fußball, und es ist schön, auf diese Art alte Erinnerungen neu zu durchleben."

Im fünften Teil der Serie spricht Jürgen Wegmann über sein „Tor des Jahres" 1988: