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FC Bayern-Spieler setzen zur Laola vor der Kurve mit den Fans an nach dem 8:1-Sieg im Bundesliga-Spiel gegen Wolfsburg
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Was den 8:1-Auftakt über Wolfsburg 2026 zum historischen Meilenstein macht

Die Anspannung vor diesem allerersten Auftritt im Jahr 2026 war groß gewesen – richtungsweisend, hieß es von vielen Seiten, würde dieser Jahresauftakt sein für die nun anstehenden Wochen und Monate, in denen blitzschnell die ersten Titelentscheidungen kommen werden. Ein bisschen herausgerissen durch den Jahreswechsel fühlte sich der FC Bayern München aus dem funktionierenden Fluss einer fantastischen Hinrunde. „Es ist völlig egal, wie viele Punkte wir haben“, erinnerte auch Vincent Kompany, der Cheftrainer, noch einmal: „Es steht alles wieder auf Null. Ich glaube, wir machen diese Arbeit, weil wir Titel gewinnen möchten.“

„Es steht alles wieder auf Null“

Das 5:0 im einzigen Wintertest gegen Salzburg war da schon ein sehr hoffnungsvolles Zeichen auf eine starke Neujahrsverfassung. Eines, das der FC Bayern dann im ersten Pflichtspiel 2026 nicht nur unterstrich oder untermauerte, ach was: er zementierte die starken Eindrücke mit einem begeisternden 8:1 (2:1) über den VfL Wolfsburg in der Allianz Arena. „Ich glaube einfach, dass wir extrem geil auf den Sieg waren, mehr Bock hatten, das Spiel in unsere Richtung zu drehen“, sagte Tom Bischof, der erstmals im defensiven Mittelfeld mit Aleksandar Pavlovic auflief: „Ich glaube, das war der ausschlaggebende Punkt.“

Wolfsburg war nicht 90 Minuten lang heillos unterlegen

Das nicht etwa, und das ist eine wichtige Nachricht, weil Wolfsburg 90 Minuten lang heillos unterlegen gewesen wäre – oh nein! Im ersten Durchgang überraschten die abstiegsbedrohten Gäste, hatten im sechstägigen Trainingslager in Lissabon vor allem Mut und Selbstbewusstsein getankt. Man wolle keinen Bus vor dem Tor parken, verriet Neu-Cheftrainer Daniel Bauer – genau der mutige Ansatz mitspielen zu wollen aber, er wurde wie so vielen Clubs auch dem VfL in Hälfte zwei fast tragisch zum Verhängnis. „Ich glaube, das haben wir uns auch vorgenommen hier zu Hause an so einem kalten Januartag uns so ein bisschen in die Herzen wieder reinzuspielen. Das hat gut geklappt und wir sind alle sehr zufrieden“, freute sich Manuel Neuer.

Laufstark, beweglich, löchrig und passiv

Manuel Neuer beim Einlauf in die Allianz Arena im Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg
© FC Bayern

Im ersten Durchgang noch ärgerten die Wolfsburger mit viel Laufbereitschaft und aggressivem Pressing die Bayern, besaßen gute Chancen und konnten so das frühe 1:0 per Eigentor nach starker Vorarbeit von Luis Díaz (5. Minute) ausgleichen (13.). Es war bereits das vierte Gegentor im vierten Bundesliga-Heimspiel hintereinander für den Tabellenführer. Doch so laufstark und beweglich Wolfsburg überraschte, so löchrig und passiv gestaltete sich die Defensivarbeit – was die Bayern eiskalt und mit geduldigem Passspiel für sich nutzten. Noch aber galt es, erst einmal auf Betriebstemperatur zu kommen bei klirrend kalten Temperaturen in der Allianz Arena, sich an den Gegner heranzutasten, geduldig zu bleiben.

Außergewöhnlicher Rekord für Michael Olise

Der Lohn nach einer halben Stunde: Der überragende Michael Olise flankte auf Luis Díaz, der aus zwei Metern per Kopf mit Saisontor Nummer neun die 2:1-Führung markierte. Es war bereits das dritte Kopfballtor in Folge für Díaz und hocheffektive Bayern. Nur vier Torschüsse (Wolfsburg besaß zu diesem Zeitpunkt deren sechs) waren zur Pause Negativwert in dieser Saison für den FC Bayern. Gleichzeitig feierte Michael Olise aber einen außergewöhnlichen Erfolg: Im 50. Bundesligaspiel lieferte der Franzose bereits Assist Nummer 24 – mehr Torvorlagen waren seit Datenerfassung 2004/05 keinem anderen Spieler nach nur 50 Spielen gelungen – und es sollten noch mehr folgen. Das, weil Wolfsburgs knackige Intensität zunehmend aus diesem Spiel entwich wie Luft aus einem Ballon.

Brutal starke Außenbahnen

Das nutzten die Bayern eiskalt: Vor allem über die starken Außenbahnen setzte der Tabellenführer seinen Gegner massiv unter Druck, Luis Díaz und Michael Olise wirbelten, kombinierten, passten, schossen – und trafen: Olise in Robben-Manier mit Schlenzer und seinem achten Saisontor zum 3:1 (50.), ein weiteres Eigentor nach Einzelleistung, erzwungen durch Olise und Díaz (53.) bedeuteten einen vorentscheidenden Doppelschlag nach der Pause. Der eingewechselte Raphaël Guerreiro mit dem zehnten Bayern-Jokertreffer (Ligarekord), sie alle schraubten das Ergebnis frühzeitig auf 5:1 (68.).

Traumtor in den Torwinkel

Bayern bestimmte die Partie nach dem Seitentausch nach Belieben und Wolfsburg stellte zunehmend all das ein, was man benötigt, um in der Allianz Arena nicht unterzugehen. Das rächte sich: Harry Kane mit überragender Schusstechnik und einem Traumtor in den rechten Torwinkel (69.) bedeutete nicht nur das 6:1, sondern ebenfalls eine Bestmarke: Zum 14. Mal markierte der englische Nationalmannschaftskapitän Tor und Assist für den FC Bayern in einem Spiel. Und auch der achte Torschuss in Hälfte zwei war gleich ein Treffer (76.): Olise setzte den Ball trocken ins untere Toreck und erzielte  seinen insgesamt vierten Bundesliga-Doppelpack, den dritten in dieser Saison. Blieb noch der einigermaßen kuriose Schlusspunkt durch Leon Goretzka (88.), dessen als Hereingabe gedachte Grätsche nach Jonathan Tahs erster Bundesliga-Torvorlage im Bayern-Trikot zum 8:1-Endstand ins Wolfsburger Gehäuse trudelte.

Mehr als nur mutmachend

Jubeltraube der Bayern-Spieler nach dem 5:1 im Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg
© FC Bayern

Es war am Ende viel mehr als nur ein erleichternder, mutmachender Auftaktsieg für den FC Bayern – das 8:1 war das nächste Statement brutaler Effektivität und Spielfreude, gnadenloser Dominanz und Stärke. Nie hatte der FC Bayern in seiner glorreichen Historie einen höheren Jahresauftaktsieg gefeiert. Die Vorzeichen für einen großartigen Saisonendspurt, sie könnten gar nicht besser stehen. Doch: „Es ist noch ein langer Weg für die Jungs“, mahnte Vincent Kompany. Der Coach verheimlichte aber auch nicht eine besondere Freude: „Es sind diese Momente, in denen es 5:1, 6:1 oder 7:1 steht und wir trotzdem weitermachen, weiter pressen und versuchen, noch mehr Tore zu schießen. Das mag ich sehr.“ Und dann ist da ja auch noch diese besondere Mischung, verriet Kompany: „Dass junge Spieler reinkommen, sich zeigen können, wir aber trotzdem dieses Gesicht des FC Bayern nicht verlieren.“ Ein Gesicht, das auch 2026 weiter begeistert.

Die Stimmen zum Spiel gegen Wolfsburg:

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