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Herbert Hainer, Walter Mennekes und Prof. Dr. Dieter Mayer mit Ministerpräsident a.D. Edmund Stoiber zum Ehrungstag 2026
© FC Bayern

Herbert Hainer: „Bei solchen Mitgliedern wird Zeit zur Legende“

73 Ehrengäste – manche sogar extra angereist aus Kiel - verwandelten die Eventbox 8 der Allianz Arena in einen Raum voller Anekdoten: Beim traditionellen Ehrungsspieltag würdigte der FC Bayern am Mittag vor dem 5:1 gegen Hoffenheim seine treuesten Mitglieder einmal mehr im großen Stil für 50, 60, 70 und 80 Jahre Vereinszugehörigkeit. „Sie alle waren visionär und weitsichtig“, sagte Präsident Herbert Hainer, bevor die Ehrennadeln und Urkunden verteilt wurden, „wir sind stolz, dass Sie Teil unserer FC Bayern-Familie sind.“

Das Präsidium um Hainer, Professor Dr. Dieter Mayer und Walter Mennekes stand im Verlauf des Tages außerdem den Jubilaren für 35 Jahre Vereinszugehörigkeit gemeinsam mit den FCB-Legenden Raimond Aumann, Klaus Augenthaler und Hans Pflügler auf der Tribüne für Selfies zur Verfügung. Schließlich wurde Dr. Edmund Stoiber vor dem Anpfiff der Partie auf dem Rasen mit dem Sonderapplaus von 75.000 Fans für 60 Jahre Mitgliedschaft und die Ernennung zum Ehrenmitglied des Clubs gefeiert.

Herbert Hainer auf dem Ehrungstag 2026
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Hier in diesem Raum, begann Hainer seine Rede zum Start der Ehrung, „sitzen vier Generationen FC Bayern-Treue: Bei Ihnen, den treuesten Mitgliedern, wird Zeit zur Legende! Sie stehen dem FC Bayern treu zur Seite, sind mehr als Fans, haben eine Mitgliedschaft mit Stern verdient: Danke für jede Saison, für jede Stunde, für jeden gemeinsamen ,Mia san Mia‘-Augenblick!“ Der Präsident nahm die Anwesenden, darunter die eV-Geschäftsführung Benny Folkmann und Kiki Hasenpusch, auf eine Zeitreise in die Jahre 1956, 1966 und 1976 mit – in die Jahre, in denen die Anwesenden ihren Beitritt erklärt hatten. Einen Sonderapplaus erhielten Ludwig Pfirstinger und Fritz Grininger, die beide seit 80 Jahren im Verein sind und nicht kommen konnten.

Der Kaiser bleibt unvergessen

Ebenfalls viel Applaus erhielt auch Stoiber. Hainers Verweis, dass sich der langjährige Bayerische Ministerpräsident erst fünf Jahre später seiner CSU offiziell angeschlossen hatte, quittierten die Gäste lachend. Anhaltenden Beifall gab es, als der Präsident an Franz Beckenbauer bei der WM 1966 erinnerte - „der ,Kaiser‘ bleibt unvergessen, vielleicht hört er uns jetzt da oben“. Den Ehrungsspieltag führe der Verein seit Jahren durch, so Hainer weiter, „weil wir aus seinem Inneren heraus durch Sie alle zu dem FC Bayern sind, der wir sind“.

Herbert Hainer, Prof. Dr. Dieter Mayer und Walter Mennekes überreichen Edeltraud Heinisch eine Urkunde und einen Blumenstrauß
Edeltraud Heinisch ist mit 70 Jahren Mitgliedschaft die Frau mit der langjährigsten Zugehörigkeit und hat über ihre Leidenschaft Tischtennis zum FC Bayern gefunden. | © Christian Kaufmann

Wer 1956 dem FC Bayern beigetreten ist, habe ein gutes Gespür gehabt, sagte Hainer: „Zum einen, man mag es kaum glauben, feierte damals unsere Basketball-Abteilung bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Aber vor allem gab es eine wichtige Rochade in der Oberliga Süd“, meinte er mit einem Augenzwinkern: „Der FC Bayern feierte den sofortigen Wiederaufstieg - und gleichzeitig stiegen die Blauen ab.“ Der Saal reagierte mit stolzem Beifall. 1966 wurde mit einem 4:2 gegen den Meidericher SV zum zweiten Mal der DFB-Pokal gewonnen, 1976 zum dritten Mal in Serie den Europapokal der Landesmeister sowie den Weltpokal.“ Zudem kam es zu einem weiteren Meilenstein der Vereinsgeschichte, erinnerte Hainer: „Die FC Bayern Frauen gewannen erstmals die Meisterschaft. Zuletzt hat unser Frauen-Team drei Mal in Serie die Schale geholt - man sieht also, wie enorm sich dieser Bereich seit 1976 entwickelt hat.“

Insgesamt wurden dieses Mal 88 Mitglieder für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt, 52 für 60 Jahre und die damit verbundene Ernennung zum Ehrenmitglied, 3 für 70 und 2 für stolze 80 Jahre. Neben Stoiber begrüßte Hainer von Herzen besonders Michail Kassabov, den langjährigen Vizepräsidenten des bulgarischen Fußballverbandes, der von Generalkonsul Stefan Ionkov begleitet wurde und 50 Jahre Teil des FC Bayern ist, Claudia Ide-Scherer, Gattin des verstorbenen ehemaligen Präsidenten Fritz Scherer und seit 35 Jahren Mitglied, sowie Josef Summerer, 50 Jahre dabei und Kapitän der FC Bayern Amateure im Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft 1983. Bis heute ist er Montagskicker. Zum Kreis der Geehrten zählte außerdem Helmut Lawerenz, Senator der „Filser Buam“ und ebenfalls Montagskicker. Er gehört ein halbes Jahrhundert zur FCB-Familie.

Hans-Joachim „Puky“ Pukall kam extra aus Kiel, seit 50 Jahren zählt er zum FC Bayern. Zur Saison 1956/66 gab es ein Stickeralbum – er hatte es extra zur Ehrung dabei -, und keiner wollte mit ihm Franz Beckenbauer-Bilder tauschen, von denen er viele doppelt hatte: „Wer ist das, was ist das für ein Verein, die steigen sowieso gleich wieder ab“, bekam er zu hören und beschloss daher: „Jetzt werde ich Mitglied“ Ich sagte den anderen: ,Das wird mal der beste Verein der Welt!‘“ Der Rest ist (Fußball-)Geschichte.

Herbert Hainer im Interview
© Christian Kaufmann
Wir sind stolz, dass Sie Teil unserer FC Bayern-Familie sind.

Herbert Hainer

Michail Kassabov erzählte, er sei einst als Dolmetscher zum FC Bayern gekommen und habe damals die Mitgliedschaft angeboten bekommen: „Das war schon damals eine Ehre.“ In seiner Heimat Bulgarien gäbe es viele Fans des Deutschen Meisters, „und ich bin sehr stolz, dass ich Teil dieses Vereins sein darf“. Summerer erinnert sich bis heute mit Freude an seine Zeit bei den Amateuren, 13 Jahre trug er das rote Trikot: „Dieser Verein vergisst dich einfach nicht – und so einen Ehrungstag wie heute, das kann nur der FC Bayern!“ Willy Zeiträg (60 Jahre FCB) wuchs an der Seite von Gerd Müller in Nördlingen auf – und schloss sich später den FC Bayern Basketballern an, mit denen er 1968 den Pokal gewann: „Bis heute hat unser Team von damals einen monatlichen Stammtisch – das sind Freundschaften fürs Leben.“ Eine besondere Geschichte hatte das Ehepaar Max und Helma Schierer zu erzählen – beide sind seit 56 Jahren verheiratet und seit 50 Jahren Mitglieder des FC Bayern. „Ich bin überwältigt von dieser Veranstaltung“, sagte Helma Schierer, und ihr Mann Max ergänzte: „Wir lassen es uns heute gutgehen.“ Anhaltender Beifall wurde Edeltraud Heinisch gespendet, die mit 70 Jahren Mitgliedschaft die Frau mit der langjährigsten Zugehörigkeit ist und einst über ihre Leidenschaft Tischtennis zum FCB gefunden hatte. „Ich bin Jahrgang 33 – das ist nicht meine Schuhgröße“, sagte sie lachend.

Herbert Hainer spricht mit Fans in der Allianz Arena
© Christian Kaufmann

„Man kann nur danke sagen für die Leidenschaft“

Vor dem Anpfiff besuchte das Präsidium mit den Weltmeistern Aumann, Augenthaler und Pflügler den Fanblock, in den der Verein die 1.196 Mitglieder eingeladen hatte, die in diesem Jahr ihr 35. FCB-Jubiläum haben. Die rot-weiße Gemeinde nutzte die Gelegenheit für Autogramme und Selfies. „Diese treuen Mitglieder halten den Verein zusammen“, sagte Hainer, „man kann ihnen allen nur danken für ihre Leidenschaft.“

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