

Über die Lautsprecherboxen dröhnte die FCB-Hymne „Immer vorwärts FC Bayern“, und die Sportlerinnen und Sportler in Trikots von Harry Kane, Michael Olise oder Jürgen Klinsmann nahmen unaufhörlich Maß – nur wurde diesmal nicht auf ein Fußballtor gezielt, sondern auf neun Kegel. Nachdem bereits Eisstockschießen und Schafkopf erfolgreich ins Programm aufgenommen wurden, hat der FC Bayern im Rahmen seiner exklusiven Mitglieder-Formate in der Kegel-Halle an der Säbener Straße erstmals ein Kegelturnier ausgerichtet. Aus 250 Bewerbungen wurden 50 Personen ausgelost, darunter neun TEENS CLUB Mitglieder, die im Beisein von Präsident Herbert Hainer in Teams mit Namen wie „Neuers alle Neune“, „Tahs Abräumer“ oder „Kimmichs Kegelkünstler“ spielten. Als Hauptpreise gab es Original Matchworn Aufwärmshirts des Teams von Vincent Kompany mit dem „Rot gegen Rassismus“-Aufdruck.
Video: Kegeln des FC Bayern mit Präsident Herbert Hainer
Die meisten Menschen würden den FC Bayern „in erster Linie mit Fußball oder Basketball unserer Profimannschaften verbinden“, sagte Hainer, als er nach der Begrüßung durch die Stellvertretende Geschäftsführerin Kiki Hasenpusch das Wort an die Mitglieder richtete. „Aber unser Verein ist viel mehr als das: Er ist ein Zuhause auf dem Rasen, in der Halle – oder auch auf einer Kegelbahn.“ Der Präsident erzählte, dass es mit Mehmet Scholl im Verein sogar mal einen berühmten Fußballer gab, der beide Sportarten draufhatte: „Er ist als Teenager in Karlsruhe Deutscher Vizemeister gewesen. Ab und zu stand er als Kind im Fußballtrikot und mit dreckigen Knien auf der Bahn, weil er schnell vom Spiel zum Kegeln musste. Und wenn ich mir einen Harry Kane heute so anschaue – der zielt so präzise, der würde sicher auch beim Kegeln einiges abräumen.“
Durch solche Veranstaltungen wolle man das Miteinander beim FC Bayern fördern, führte Hainer weiter aus, „und ich bitte Euch alle, den Abend auch zum Austausch und für Fragen zu nutzen“. Er könne sich selbst noch bestens an viele gesellige Kegelabende erinnern: „Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, und in jedem zweiten Wirtshaus gab es eine Bahn im Keller. Schau‘n mer mal, ob ich den Schub noch draufhabe. Ich wünsche Euch allen heute Abend keine ,Pudel‘ und so oft es geht ,alle Neune‘! Gut Holz!“ Dann eröffnete der Präsident das Turnier mit drei Schüben und spazierte für Gespräche, Autogramme und Selfies von Tisch zu Tisch.

Manche Teilnehmenden waren extra aus Dresden angereist, auch Siegfried Bäck hatte die weite Strecke aus Kempten auf sich genommen. Er kegelt seit über 30 Jahren im Verein, „ich konnte es kaum glauben, als ich die Mitgliedermail bekommen hatte, dass der FC Bayern zum Kegeln einlädt“, sagte er. Vor ein paar Tagen hatte er sich bei einem Wettkampf das Knie verdreht, „aber für mich war klar: die Einladung ziehe ich durch, da beiße ich auf die Zähne“. Die gebürtige Münchnerin Gabriele Stranak meinte, sie finde „es großartig, was der FC Bayern alles für seine Mitglieder macht“. Sie engagiert sich im Ehrenamtsprogramm „PACK MA’S“, war bereits bei der Jahreshauptversammlung sowie beim Aufstiegsmarsch um den Tegernsee im vergangenen Sommer aktiv und bringt sich
bei „Rot gegen Rassismus“ ein, erzählte sie: „Der FC Bayern ist ein wichtiger Teil meines Lebens – und ich fühle mich hier als Teil einer großen Familie.“ Dominik Schweinberger vom TEENS CLUB freute sich, dass sich Hainer auch Zeit für ein Gespräch mit den Jugendlichen nahm: „Das war cool, dass er uns unsere Fragen beantwortet hat.“ Mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Das Foto, das wir mit ihm gemacht haben, zeige ich nachher zuhause meinem Vater – dann ist er neidisch.“

Kegeln gehört seit 1983 zum Programm des FC Bayern, die Abteilung um Ronny Schade („Kegeln ist Kopfsache“) und Martin Simon besteht aktuell aus fünf Mannschaften. „Ihr werdet morgen Muskelkater haben“, versprach Simon, als er eingangs die Regeln erläuterte, „und wer sich richtig gut anstellt, bekommt eine Einladung zum Probetraining.“ Momentan zählt die kleinste und jüngste Abteilung der „Roten“ rund 70 Mitglieder – und tatsächlich werden drei Teilnehmende vom Mitglieder-Event demnächst bei einer Einheit vorbeischauen. Sie hatten Gefallen gefunden.
Am Ende gab es viel Applaus bei der Siegerehrung durch Kiki Hasenpusch und Jasmin Gaßner, Abteilungsleiterin Mitglieder beim FC Bayern. Der erste Platz ging an das Duo „Mia san Holz“ mit Florian Brülls und Domenic Illmann, gefolgt von „Kegel-Kompany“ (Andreas Koch und Nicolas Spannbrucker) sowie „Upa-Strikecano“ (Volker Augustin und Manuel Fehler). Bei den Teenagern setzte sich das Gespann „Urbig Unaufhaltbar“ mit Louisa Kaaden und Philipp Gebhardt vor „Kanes Kegel-Kings“ (Dominik Schweinberger und Joel ter Heide), „Musialas Magier“ (Timotej Risnyovszki und Jakub Risnyovszki) und „Pavlović Power“ (Jakob Fister und Lukas Hussar) durch. Zum Abschied klang „Stern des Südens“ über die Boxen – ein Abend ganz im Stil des FC Bayern, und dass diesmal nicht Tore, sondern reihenweise Kegel fielen, sorgte genauso für viel Vergnügen.
Herbert Hainer gedachte in Manchester den verunglückten United-Spielern:

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