

Dritte Halbzeit mit dem Präsidenten: Nachdem die legendären Montagskicker („Mokis“) des FC Bayern ihre Vormittagseinheit hinter sich gebracht hatten, stand diese Woche ein besonderes Mittagessen an. Herbert Hainer schaute trotz seines Pensums der Vortage – am Freitag Basketball gegen Alba Berlin im SAP Garden, Samstag Heimspiel gegen Heidenheim in der Allianz Arena, Sonntag Champions League der Frauen in Barcelona – vorbei, um mit den Mitgliedern des traditionsreichen Teams des deutschen Rekordmeisters über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu plaudern. „Für die Montagskicker haben unter anderen schon Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge gespielt, und unseren Verein macht aus, dass wir eine Familie sind“, sagte Hainer zur Begrüßung, „bei uns dreht sich alles nicht nur um die Profis im Rampenlicht – die ,Mokis‘ sind ein wichtiger Teil unseres Clubs. Ich freue mich, hier bei euch zu sein.“
Die 20 anwesenden leidenschaftlichen Kicker um den neuen „Moki“-Präsidenten Markus Hörwick – unter ihnen der Ex-FCB-Profi Norbert Janzon, der frühere Vizepräsident Bernd Rauch, der ehemalige Verwaltungsbeiratsvorsitzende Eckhart Müller-Heydenreich, der langjährige Nachwuchsleiter Werner Kern, der einstige Co-Trainer Michael Henke, der Schriftsteller Prof. Dr. Helmut Zöpfl sowie Zlatan Čajkovski, Sohn des legendären FCB-Trainers „Tschick“ Čajkovski, - stellten eifrig Fragen.
Superliga, Sportpark Unterhaching & die Arbeit von Vincent Kompany
Als beispielsweise aufkam, ob die Superliga wirklich vom Tisch sei, erneuerte der Präsident einmal mehr die Haltung des Vereins: „Der FC Bayern hat sich als Erster klar dagegen positioniert, noch vor der Premier League, und daran hat sich nichts geändert.“ Die „Mokis“ interessierten zudem die Hintergründe zum Erwerb des Unterhachinger Sportparks (Hainer: „Bedeutet für unsere erfolgreichen Frauen eine neue Zeitrechnung“), die Finanzen (Hainer: „Wir hängen nicht am Tropf eines Investors und genießen diese Freiheit, da müssen wir Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner dankbar für die Grundlagen des Clubs sein“) sowie die Arbeit von Cheftrainer Vincent Kompany (Hainer: „Eine bescheidene Persönlichkeit, die sich in den Dienst des Vereins stellt“). Florentino Perez, der Präsident von Real Madrid, erzählte Hainer vom Mittagessen im Vorfeld des Champions League-Viertelfinales gegen die „Königlichen“, orientiere sich bei „Vergleichsmodellen für seinen eigenen Verein nur an einem einzigen anderen Club – und das ist der FC Bayern“.
Nicht nur für diese Anekdote gab es Applaus – auch für Müller-Heydenreich und Werner Fuchs, die mit 91 beziehungsweise 90 Jahren für die „Mokis“ bei ihren wöchentlichen Einheiten am FC Bayern Campus weiter am Ball sind. Aktuell gibt es rund 45 Mitglieder der Mannschaft, die 1973 gegründet wurde, aktiv auf dem Platz stehen rund 15. Hörwick übernahm dieses Jahr die Präsidentschaft von Ehrenrat Reinhard Böker. Unter ihm sollen Mittagessen mit speziellen Gästen regelmäßiger stattfinden. „Die ,Mokis‘ gehören zur Geschichte des FC Bayern“, sagte Hainer zum Abschied, „Tradition gehört nicht ins Museum – die trägt man unter dem Trikot.“

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