








Champions League-Vorschau
Di. | 05.05.26 | 19:10
Alle in Rot, alles fürs Finale: Der Vorbericht zum Königsklassen-Showdown mit Paris
Rückspiel in München, alles offen: Nach dem spektakulären und vielgelobten 5:4 in einem verrückten Hinspiel im Prinzenpark – dem torreichsten Halbfinal-Spiel im Europapokal seit 1959/60 – kämpft der FC Bayern in der Allianz Arena an einem knisternden Mittwochabend gegen Paris St. Germain (ab 21 Uhr im Liveticker und kostenfreien Webradio auf fcbayern.com und in der FC Bayern App) um den Einzug ins Finale der Champions League. Die Voraussetzungen: zwei Offensivmaschinen, ein knappes Ergebnis, eine rot gefärbte Arena – und die Chance auf ein weiteres Kapitel Europapokal-Geschichte.
Abschlusstraining, PK & mehr – so lief der Bayern-Tag vor dem Heimspiel gegen Paris:
Die Ausgangslage des FC Bayern
Der FC Bayern geht mit einem knappen Rückstand ins Rückspiel, weiß aber um seine eigene Comeback-Qualität: In vier von 16 Fällen konnte der Rekordmeister in der Champions League-Ära einen Hinspielrückstand bereits drehen – auch wenn dies in einem Halbfinale bislang noch nicht gelang. Im Rücken haben die Münchner zudem eine bis zum Rand gefüllte Allianz Arena ganz in Rot: „Man merkt auf jeden Fall, wenn alles in Rot ist. Was ich am meisten spüre, ist diese besondere Atmosphäre. Gegen Real waren nochmal alle präsenter. Es gibt einen extremen Push, das darf man nicht unterschätzen, wenn das ganze Stadion hinter uns steht“, verriet Jonathan Tah auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.
Auch Paris weiß um die besondere Atmosphäre in der Arena, Trainer Luis Enrique behauptete aber, das würde vor allem sein Team motivieren: „Wir bewundern Bayern, sie spielen einen wunderbaren Fußball. Wir müssen zudem gegen die Stimmung anspielen, das ist eine Extramotivation für uns! Wir wollen einen starken Gegner schlagen, das reizt uns, das absolut Größte aus uns herauszuholen.“
Gerade offensiv präsentiert sich das Team von Vincent Kompany in der Crunchtime der Saison in Topform: In fünf K.o.-Spielen der laufenden Champions League-Saison erzielte der FCB bereits 20 Tore – ein Schnitt von vier Treffern pro Partie, Bestwert seit 1992/93. Mit 42 Saisontoren liegt Bayern gemeinsam mit Paris (43) an der Spitze der Torjägerliste, der historische Rekord von 45 Treffern in einer Saison ist in Reichweite.
Die Fakten zur Partie:
Torjäger Harry Kane traf bereits 13-mal in dieser Königsklassen-Saison und ist nur noch zwei Tore vom Vereinsrekord in europäischen Wettbewerben entfernt. Dazu kamen im Hinspiel 40 Tiefenläufe ohne Ball, Bestwert in dieser Saison – allein Aleksandar Pavlović steuerte davon elf bei. Gemeinsam mit Joshua Kimmich spielte das Duo 24 linienbrechende Pässe – mehr als das gesamte PSG-Mittelfeld.
„Wir spielen zuhause und wollen gewinnen. Das Wichtigste ist, dass man am Ende das Spiel gewinnt – das ist die Priorität für morgen“, betonte Cheftrainer Vincent Kompany auf der Pressekonferenz des FC Bayern: „Ich habe viele Momente in meiner Spielerkarriere erlebt. Vor diesen Spielen gibt es kein Geheimrezept. Es ist wichtig, dass man das Spiel nicht schon einen Tag vorher spielt. Vorher geht es um Vorbereitung, Routinen - wenn das Spiel beginnt, braucht man die Emotionen.“
Diese Comebacks in der Champions League machen Hoffnung:
Der Gegner Paris Saint-Germain
Paris reist als 5:4-Sieger des Hinspiels nach München, hat aber historisch keine einfache Aufgabe: In Europapokal-Auswärtsspielen beim FC Bayern verlor PSG bereits fünfmal – mehr als gegen jeden anderen Gegner. Nur gegen Manchester City und Real Madrid ist die Auswärtsniederlagenquote noch höher. Im Hinspiel lagen die Gastgeber in Rückstand und drehten die Partie dann bis zu einem zwischenzeitlichen 5:2. Letztlich führte das 5:4 daher vor allem zu Ernüchterung. „Nach London sind wir mit drei Toren Vorsprung gefahren heuer, alle waren nervös. In Liverpool hatten wir zwei Tore Vorsprung - und alle sagten, wenn ihr ein Tor kassiert, wird es schwierig. Wir lassen uns nicht verrückt machen: Bayern kann leicht ein Tor schießen, wir aber auch. Wir wollen daher kein Resultat verteidigen, sondern auch dieses Spiel gewinnen“, sagte Cheftrainer Luis Enrique.
Selbstbewusstsein gibt wie bei Bayern vor allem die Offensive: PSG stellt mit 43 Toren den torgefährlichsten Angriff dieser Champions League-Saison. Schlüsselspieler Khvicha Kvaratskhelia war bereits an 15 Treffern direkt beteiligt (zehn Tore, fünf Assists) – Vereinsrekord in einer PSG-CL-Saison. Im Hinspiel traf der Georgier wie Ousmane Dembelé doppelt. Mit Désiré Doué hat Paris zudem einen Ausnahmespieler für große Momente: 13 seiner 17 Königsklassen-Scorerpunkte erzielte er in der K.o.-Phase, vor seinem 21. Geburtstag ein alleiniger Bestwert.
Auffällig: In den letzten beiden Spielen ließ Paris jeweils mindestens 50 gegnerische Strafraumaktionen zu – auch gegen Bayern (52). Räume wird es also geben, die die Münchner nutzen wollen. PSG-Trainer Luis Enrique warnt dennoch vor falscher Sicherheit: „Wir bewundern Bayern, sie spielen einen wunderbaren Fußball. Wir lassen uns nicht verrückt machen: Bayern kann leicht ein Tor schießen, wir aber auch. Wir wollen daher kein Resultat verteidigen, sondern auch dieses Spiel gewinnen.“
PSG im Formcheck:
Das Personal für FC Bayern vs. Paris Saint-Germain
„Die erste gute Nachricht ist, dass bis auf Serge alle fit sind“, erklärte Kompany mit Blick auf den Kader – ein deutliches Plus im Vergleich zur Vorsaison. Die Mannschaft geht mit frischer Energie und breitem Kader in dieses Halbfinal-Highlight. Auch Lennart Karl, Tom Bischof und Raphaël Guerreiro sind nach ihren Blessuren in die Mannschaft zurückgekehrt.
Defensivspieler Jonathan Tah sieht das Team daher gut vorbereitet: „Wir haben viel darüber gesprochen und es geht um kleine Details, damit wir weniger Chancen zulassen. Es ist das Wichtigste, dass wir aggressiv sind und in die Zweikämpfe kommen. Wir müssen Duelle und zweite Bälle gewinnen.“
Bei Paris fehlen Ersatztorwart Lucas Chevalier, Außenverteidiger Achraf Hakimi und Angreifer Quentin Ndjantou (alle Oberschenkelverletzungen). Für Hakimi dürfte in der Startelf Warren Zaïre-Emery auf der Außenbahn gegen Luis Díaz verteidigen.
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Das sagen die Trainer
Wahrscheinlich ist es das wichtigste Spiel meiner Trainerkarriere. Aber das ändert nichts an der Herangehensweise. Das Ziel ist es, eine komplette Leistung zu zeigen und zu gewinnen. Wir wollen ins Finale.
Vincent Kompany (Trainer, FC Bayern)
Bayern ist der beste Gegner, gegen den wir in dieser Saison gespielt haben. Wir haben einen kleinen Vorsprung und wir haben im Hinspiel gesehen, dass beide gewinnen konnten. Es ist wichtig, die Emotionen im Griff zu behalten.
Luis Enrique (Trainer, Paris Saint-Germain)
Alle Infos, wie Ihr die Partie bei PSG verfolgen könnt:

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