U17-Mädels: „Die Herausforderungen stets als Einheit gemeistert"

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Was für ein Jahr! Die vergangenen 365 Tage glichen in der Nachwuchsarbeit der FC Bayern Frauen einer Achterbahnfahrt mit mehreren Corona-bedingten Loopings und Wendungen. Im Gespräch mit den Trainern der U17-Teams der amtierenden Deutschen Meisterinnen stellt fcbayern.com neben den Herausforderungen auch die Highlights dieser turbulenten Zeit im Jahresrückblick 2021 heraus.

„Der absolute Teamgedanke"

Wenn Harald Sättler, Trainer der U17 I der FC Bayern Frauen, dem Jahr 2021 eine Überschrift geben müsste, fällt ihm zuallererst „der absolute Teamgedanke" seiner Mädels ein. „Was mir über das gesamte Jahr betrachtet sehr imponiert hat, war der unglaubliche Teamgeist der Mannschaft. Auch unter diesen schwierigen Voraussetzungen haben es die Mädels geschafft, zu einer echten Einheit zusammenzuwachsen, was nicht selbstverständlich ist."

Gemeinsam! Die U17 I bejubelt zusammen einen Torerfolg.

„Spaß beibehalten trotz Einschränkungen"

Auch auf die Frage nach den größten Herausforderungen der abgelaufenen 365 Tage beschreibt der erfahrene Jugend-Trainer konkrete Szenarien: „Um ganz ehrlich zu sein, bestand die größte Herausforderung für uns darin, die stetig wechselnden Maßnahmen der Politik im Zuge der Coronapandemie für jeden verständlich zu übersetzen und diese auf unseren Alltag zu adaptieren. Es war stets unser Ziel, es den Spielerinnen und auch Eltern so einfach wie möglich zu machen und den Mädels so viele Spiele und Trainingseinheiten zu ermöglichen, wie es ging."

Die U17-Highlights des vergangenen Jahres

„Leider muss man festhalten, dass die sportlichen Highlights in der vergangenen Saison zu Beginn des Jahres ausgeblieben sind, da wir schlicht und ergreifend keine Pflichtspiele absolvieren konnten und die Saison abgebrochen wurde", lässt Sattler die schwierige Anfangszeit des abgelaufenen Jahres Revue passieren. „Betrachtet man die laufende Spielzeit, muss man sagen, dass wir die ersten fünf Spiele mit nur vier Punkten verschlafen haben. Mit dem fünften Spiel haben wir dann das Runder herumgerissen und in den drauffolgenden sechs Partien immer gepunktet, was man den Mädels hoch anrechnen muss. Zu dieser Zeit hat man auch deutlich gemerkt, dass unsere Spielerinnen den Spaß am Fußball wieder gefunden und sich als Team aus dieser schweren Phase gezogen haben. Für mich ist die Mannschaft vom Leistungsniveau her gesehen mittlerweile so stark und gefestigt, dass wir definitiv oben mitspielen könnten, wir aber derzeit noch dem schwachen Saisonstart hinterherrennen. Insgesamt muss man aber auch sagen, dass die Mädels auf ihrem Entwicklungsweg auch in diesem Jahr viel dazulernen konnten und an den Herausforderungen auf und neben dem Platz gewachsen sind. Was schön zu sehen war ist, dass jede einzelne Spielerin alles gegeben hat und der Wille, sich zu verbessern, deutlich zu spüren war."

Ziele für das kommende Jahr

„Wir wollen uns in jeglichen Bereichen weiterentwickeln und unsere tägliche Arbeit noch besser machen", macht der 39-Jährige klar und ergänzt: „Ein Ziel ist es auch, dass wir in der Liga weiterhin dranbleiben und uns Stück für Stück an das obere Tabellendrittel herankämpfen und keine Punkte mehr verschenken. Zusätzlich wollen wir als Gesamtkonstrukt nochmal eine Schippe drauflegen, damit sich die einzelnen Spielerinnen bei Nathalie im Team der Frauen II bestmöglich präsentieren und empfehlen können."

Nach der verdienten Winterpause geht es für die Spielerinnen der U17 I bereits am 10. Janunar 2022 mit dem Training weiter, bevor am 19. Februar die Nachwuchstalente der TSG 1899 Hoffenheim auf die Münchnerinnen warten.

Das Jahr der U17 II in drei Worten

Auf die Frage nach der Beschreibung des abglaufenen Jahres in nur drei Stichworten muss Ivon Karras, Trainerin der FCB U17 II, erst schmunzeln, kommt dann aber sehr schnell zu treffenden Umschreibungen: „Ausnahmesituation , bedingt durch die Coronapandemie, Trickkiste , weil wir oftmals die Katze im Sack gekauft haben, auch speziell im Scouting-Bereich im ganz positiven Sinne, und erfolgreich, gemessen an der aktuellen Tabellensituation."

Regelmäßigkeit und Planung als größte Herausforderung

„Man mag es kaum glauben, aber den tägliche Trainings- und Spielbetrieb aufrecht zu halten, war die größte Herausforderung in 2021", beginnt Karras. „Also Dinge, die du vor der Pandemie noch als selbstverständlich erachtet hast. Zu realisieren, dass die Mädels unter der Woche nicht immer drei Mal zum Training kommen können und am Wochenende ein Spiel absolvieren dürfen, war nicht einfach. Die Planungssicherheit hat das gesamte Jahr über gefehlt. Kurzfristige Absagen oder Verschiebungen gehörten dabei schon fast zum Alltag", erzählt sie weiter und fügt hinzu: „Diese schwierige Trainingsplanung ist natürlich bis heute immer noch ein Thema. Mannschaftsübergreifend konnten wir unsere Teams nicht so durchmixen, wie wir es sonst gerne getan hätten. Man muss aber auch resultieren, dass wir insgesamt gut durch diese Zeit gekommen sind und mit nur zwei Nachholspielen ins nächste Jahr gehen."

Die größten Highlights der U17 II

„In Summe gesehen war es für uns ein sehr erfolgreiches Jahr", grinst die Vollbluttrainerin. „Im Grunde genommen waren es zwei verschiedene Saisons mit unterschiedlichen Spielerinnen. Leider muss man festhalten, dass der Kader der ersten Jahreshälfte extrem von der Coronapandemie beeinflusst wurde. Speziell unter diesen Voraussetzungen war es ein riesiger Erfolg, dass im Sommer nahezu alle Mädels den Sprung zur U17 I geschafft haben. Wenn man bedenkt, dass ihnen der komplette Wettkampf genommen wurde, ist es umso schöner zu sehen, wie die Mädels sich jetzt in der zweiten Jahreshälfte in der höheren Altersklasse entwickeln und zu Leistungsträgerinnen geworden sind. Die zweite Jahreshälfte mit dem neuen Kader war umso schöner, da wir die Saison zum Großteil wie geplant absolvieren konnten. Auch neben dem Platz hat man gemerkt, wie wichtig der soziale Kontakt ist. Es war einfach nur schön zu sehen, wie schnell sich die Mädels als Team zusammengefunden haben, was auch im Speziellen an unseren beiden internationalen Turnieren lag, die natürlich unvergessen bleiben und ein absolutes Highlight darstellen. Auch das einige Mädels den Sprung in die Auswahl oder zur Nationalmannschaft geschafft haben, ist ein großer Erfolg für uns."

„Im Kampf um die Meisterschaft mitreden"

„Für die Rückrunde dieser Saison haben wir uns fest vorgenommen, um die Meisterschaft mitzuspielen", macht Karras klar. „Nach der Hinrunde haben wir in meinen Augen eine sehr gute Standortbestimmung. Im Spiel gegen Nürnberg hat man zudem deutlich gemerkt, dass wir mit den Tabellenführerinnen mithalten und die Clubberinnen durchaus ärgern können. Wir wollen weiter an unserer Spielidee arbeiten und die trainierten Abläufe noch besser auf den Platz bringen. Für uns im Trainerteam ist der Scoutingbereich zusätzlich schon jetzt ein großes Thema, um im Sommer wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen zu können. Dazu laden wir Stück für Stück verschiedene Spielerinnen zum Probetraining ein, um die besten Talente zu sichten."

Für die Karras-Elf geht es im März des neuen Jahres, am 27. im Heimspiel gegen den 1. FC Passau wieder um Punkte.


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