
Wenn die FC Bayern Frauen am Samstag (14 Uhr, live im ZDF & bei Magenta Sport) auf den VfL Wolfsburg treffen, geht es längst um mehr als nur den Sieg. Es ist das Duell zweier Dauerrivalen, die den deutschen Frauenfußball seit Jahren prägen. Der Saisonauftakt mit dem Supercup in Karlsruhe bringt nun eine Neuauflage dieses Klassikers, in einer Phase, in der sich besonders viel in Wolfsburg verändert hat. Nach einem personellen Umbruch sowie einem Rückkehrer auf der Trainerbank geht der VfL mit neuem Gesicht, aber altbekanntem Selbstverständnis in die Spielzeit. Was die Münchnerinnen am Samstag erwartet, ist ein Gegner im Aufbau, doch einer, der weiß, wie man große Spiele gewinnt. fcbayern.com stellt auch den neuen VfL im Gegnercheck etwas genauer vor.
So verlief die Vorbereitung der Wölfinnen

Zwei Siege, zwei Niederlagen – die Wolfsburger Vorbereitung liefert eine ausgeglichene Bilanz. Zum Auftakt unterlag das Team RB Leipzig mit 2:3, präsentierte sich danach beim 6:0 gegen den tschechischen Meister und Champions-League-Qualifikationsteilnehmer Sparta Prag deutlich überlegen – auch ohne die EM-Rückkehrerinnen. Gegen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin folgte ein ernüchterndes 0:2, ehe zum Abschluss ein 3:2-Erfolg gegen Ligakonkurrent Leverkusen gelang.
Großer Umbruch im Kader

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen hat der VfL in diesem Sommer einen umfassenden Umbruch im Kader vollzogen. Zwölf Neuzugänge bringen frischen Wind und sollen die Rollen der insgesamt 15 Abgänge übernehmen. So beendeten unter anderem Sveindís Jónsdóttir (Angel City FC), Rebecka Blomqvist (Eintracht Frankfurt), Jule Brand (OL Lyon), Marina Hegering (1. FC Köln) und Merle Frohms (Real Madrid) ihre Kapitel in Grün-Weiß.

Den Platz als neue Nummer 1 übernimmt von nun an die deutsche Nationalspielerin Stina Johannes. Die Ex-Frankfurterin absolvierte in der vergangenen Saison alle 22 Bundesligapartien und blieb dabei elfmal ohne Gegentor – Bundesliga-Bestwert. Ebenfalls von der SGE kam Sophia Kleinherne, die als neue Abwehrchefin fungieren soll. Unterstützt wird sie von der niederländischen Außenverteidigerin Janou Levels, die bei Bayer 04 Leverkusen überzeugte und sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite flexibel einsetzbar ist. Für die Offensive sicherten sich die Wölfinnen die Dienste von Cora Zicai, die vom SC Freiburg zum VfL wechselte.
Cheftrainer Stephan Lerch - Rückkehrer mit Erfolgsbilanz

Der neue Cheftrainer der Wolfsburgerinnen ist ein alter Bekannter – und einer, der in der Autostadt mit Sicherheit Legendenstatus genießt. Stephan Lerch, 40 Jahre alt, trainiert die Wölfinnen seit dieser Saison einmal mehr. Bereits zwischen 2017 und 2021 stand Lerch an der Seitenlinie des VfL, gewann viermal in Folge den DFB-Pokal und holte drei Meisterschaften. Zudem erreichte er mit seinem Team zweimal das Champions-League-Finale. Nach seinem Abschied 2021 arbeitete der gebürtige Darmstädter bei der TSG Hoffenheim, zuletzt als Cheftrainer und sportlicher Leiter der Frauenmannschaft. Nun kehrt er mit neuer Perspektive und vertrauter Verbundenheit zurück an alte Wirkungsstätte.
61. Auflage des deutschen Klassikers

Der Klassiker zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg im Frauenfußball ist mehr als nur ein Spiel – er ist in gewisser Weise ein Spiegelbild der deutschen Fußballgeschichte der vergangenen Jahre. In 60 Begegnungen standen sich die beiden Teams bereits gegenüber, mit 22 Siegen für Bayern, 25 für Wolfsburg und 13 Unentschieden.

In den letzten beiden Bundesligaspielen gingen jeweils die Gastgeberinnen als Gewinnerinnen vom Feld. Während die Wölfinnen im Hinspiel noch mit 2:0 gewannen und damit die Serie von 44 ungeschlagenen Ligaspielen in Folge der Münchnerinnen zum Reißen brachten, gingen die Bayern im Rückspiel als Siegerinnen vom Platz. Beim 3:1-Erfolg stach besonders Pernille Harder mit ihrer Leistung und zwei Treffern heraus, womit die erste Vorentscheidung im Titelrennen um die deutsche Meisterschaft gelang. Auch im Supercup des vorherigen Jahres ging der erste Titel der Saison nach München: Dank des goldenen Treffers von Klara Bühl feierten die Doublesiegerinnen einen 1:0-Erfolg in Dresden.
Am Dienstag mussten sich die FCB-Frauen OL Lyonnes im letzten Testspiel mit 1:4 geschlagen geben:
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