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Die FC Bayern Frauen bejubeln den Gewinn des Supercups gegen den VfL Wolfsburg.
© FC Bayern

Ein Nachmittag voller Emotionen: Oberdorfs Comeback, Traumtore & ein Titel

Unbeeindruckt, fast stoisch, stand Lena Oberdorf in der 62. Minute des Supercups an der Seitenlinie. 410 Tage nach ihrer schweren Kreuz- und Innenbandverletzung im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich machte sich die 23-Jährige zum Pflichtspiel-Comeback bereit – endlich. Mehr als ein Jahr hatte sie auf diesen Augenblick gewartet, unzählige Stunden in der Reha investiert, vom ersten Schritt auf dem Laufband bis zu den zaghaften Ballkontakten auf dem Trainingsplatz. Nun leuchtete ihre „Acht“ auf der Wechseltafel, Momoko Tanikawa machte Platz – Oberdorf atmete tief durch, lächelte kurz und setzte den ersten Fuß zurück auf die große Bühne.

Lena Oberdorf wird im Supercup zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg eingewechselt.
Lena Oberdorf freute sich nach ihrer Einwechslung sichtlich über ihr Pflichtspiel-Comeback. | © FC Bayern

Das Wildparkstadion in Karlsruhe erhob sich. Rund 16.000 Zuschauer spendeten Standing Ovation, ein Moment, der selbst die sonst so coole Oberdorf überwältigte. Mit einem Strahlen im Gesicht betrat sie das Feld – das konnte sich die Rückkehrerin nicht verkneifen, zu sehr überwog die Freude, zu lange hatte sie auf diesen besonderen Moment hingefiebert. Sie gab ihren Kolleginnen letzte Kommandos – und übernahm im zentralen Mittelfeld sofort Verantwortung. In der Schlussphase half sie mit, die Bayern-Führung gegen Wolfsburg über die Zeit zu bringen. Am Ende stand ein hochverdienter 4:2-Sieg gegen den Dauerrivalen – und ein Comeback, das Gänsehaut bereitete.

José Barcala mit Traum-Einstand

Doch Oberdorfs Rückkehr war nur eine von mehreren Geschichten, die diesen Nachmittag in Karlsruhe so besonders machten. Auch für José Barcala war es ein Debüt. Der neue Cheftrainer der FCB-Frauen feierte seinen Pflichtspiel-Einstand – und wie! Schon vor Anpfiff hatte der 43-jährige Spanier klargemacht, worauf er Wert legt: Dominanz, Intensität, Wachsamkeit. Sein Team müsse eine konstant gute Leistung auf den Platz bringen, tonangebend sein – „und wenn wir es nicht sind und der Gegner den Ball hat, dürfen wir nicht nachlassen“, forderte er. Linda Dallmann & Co. setzten die Vorgaben mustergültig um, ließ dem VfL kaum Luft zum Atmen und diktierten Tempo wie Spielidee über weite Strecken.

Die FC Bayern Frauen bejubeln ein Tor im Supercup gegen den VfL Wolfsburg.
Eine über weite Strecken dominante Vorstellung der Münchnerinnen: Vier Mal durften Georgia Stanway & Co. gegen den VfL Wolfsburg jubeln. | © FC Bayern

Dass Barcalas Offensivkonzept schon im ersten Pflichtspiel griff, zeigte sich eindrucksvoll an den Toren. Vier Stück an der Zahl – jedes für sich ein kleines Kunstwerk. Der Auftakt: Magdalena Eriksson wuchtete die Kugel nach einer blitzschnellen Ballstafette am Strafraumrand unter die Latte – Wumms, 1:0! Das zweite Highlight: Jovana Damnjanović tanzte Joelle Wedemeyer aus, zog mit links ab – eigentlich ihr schwächerer Fuß –, doch der Schuss schlug mit solcher Gewalt ein, dass Stina Johannes im VfL-Tor machtlos war. Und dann das Gedicht von Lea Schüller: Nach erfolgreichem Pressing nahm sie eine Hereingabe mit der Brust an, drehte sich und zog volley ab – ein technisches Meisterstück, das unhaltbar in den Winkel rauschte. Ein Tor, das man in Dauerschleife sehen möchte.

Die FC Bayern Frauen bejubeln den Gewinn des Supercups mit ihren Fans.
Gemeinsam mit den Fans auf der Tribüne bejubelten die FC Bayern Frauen den Titelgewinn in Karlsruhe. | © FC Bayern

Die beiden Gegentreffer der Wolfsburgerinnen waren an diesem Nachmittag kaum mehr als Randnotizen – ein Kuddelmuddel nach einer Ecke, ein später Elfmeter. Fehler, die in der Nachanalyse schnell zu beheben sind. Wichtiger war das Gesamtbild: Ein FC Bayern, der schon früh in der Saison Selbstbewusstsein, Wucht und Spielfreude ausstrahlt.

Bundesliga-Auftakt am Samstag

Der Sieg im prestigeträchtigen Duell bestätigt die vielversprechenden Leistungen in der Sommervorbereitung und macht Lust auf mehr. Eingespielte Abläufe in der Offensive, kompromisslose Abwehrarbeit, galliges Gegenpressing – die Zutaten stimmen. Beste Voraussetzungen also für den Ligaauftakt in der Google Pixel Frauen-Bundesliga am kommenden Samstag (17:45 Uhr, jetzt Tickets sichern!) in der Allianz Arena. Und vielleicht erlebt Lena Oberdorf dann schon ihren nächsten großen Moment – diesmal vor der Rekordkulisse von über 45.000 Fans in München.

Der Spielbericht zum Supercup gegen Wolfsburg:

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