



Champions League-Halbfinal-Hinspiel gegen den dreimaligen Titelträger
Do. | 23.04.26 | 16:30
Die Blaugrana im Detail: Darauf müssen die FCB-Frauen im Duell gegen Barcelona Acht geben
Drei Champions-League-Titel in den vergangenen fünf Spielzeiten, dazu nationale Dominanz mit beeindruckender Konstanz: Der FC Barcelona gehört zweifellos zu den Topteams Europas. Der Spielstil der Katalaninnen ist präzise, technisch stark und getragen von einer fußballerischen Selbstverständlichkeit. Am Samstagabend gastiert die Mannschaft von Cheftrainer Pere Romeu zum Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei den FC Bayern Frauen (hier Tickets für das Duell in der Allianz Arena sichern!). fcbayern.com blickt vor dem Duell mit der Blaugrana unter anderem auf die Geschichte des Clubs, die Entwicklung der verganenen Jahre sowie die Schlüsselspielerinnen im aktuellen Kader.
Eine Erfolgsgeschichte trotz anfänglichen Widerständen

Die Geschichte des heutigen FC Barcelona Femení beginnt im Herbst 1970, mit einer jungen Frau, einer mutigen Idee und der Überzeugung, dass Fußball kein Vorrecht der Männer sein darf. Die damals 18-jährige Immaculada „Imma“ Cabecerán, die heute als Pionierin des Frauenfußballs in Katalonien gilt, gewann den damaligen Barça-Präsidenten Agustí Montal für ihren Plan, eine Frauenmannschaft zu gründen. In einer Zeit, in der Frauenfußball in Spanien offiziell noch verboten war. Montal sagte seine Unterstützung zu, unter der Bedingung, dass sich genug Spielerinnen finden ließen.
Kurz darauf schaltete Cabecerán eine Anzeige in Lokalzeitungen und rief Frauen zwischen 18 und 25 Jahren dazu auf, sich zu melden. 17 folgten diesem Aufruf und trainierten fortan unter der Leitung des früheren Barça-Torhüters Antoni Ramallets. Am 25. Dezember 1970 trat die Peña Femenina Barcelonista, die Keimzelle des heutigen FC Barcelona, zu ihrem ersten Spiel im Camp Nou gegen Unió Esportiva Centelles an, vor mehr als 60.000 Zuschauern. Anlass war ein Benefizspiel der Männermannschaft gegen ZSKA Sofia, bei dem die Partie der Frauen als Vorspiel angesetzt war. Die Einnahmen kamen Kinderkrankenhäusern zugute, und auch wenn die Spielerinnen damals noch nicht offiziell in den Vereinsfarben aufliefen, war ihre enge Verbindung zum FC Barcelona bereits unübersehbar.
Die ersten großen Titel

In den folgenden Jahren festigte sich der Club als Gründungsmitglied der Liga Nacional, der späteren Superliga Femenina. Erst 2002 wurde die Frauenabteilung vollständig in die Vereinsstruktur eingegliedert. Einen herben Rückschlag erlebte das Team in der Saison 2006/07, als der Klub aus der Superliga abstieg und die Zukunft der Frauenabteilung zeitweise ungewiss war. Doch bereits im Jahr darauf gelang der direkte Wiederaufstieg, der Beginn einer neuen, glanzvollen Epoche.
In der Spielzeit 2011/12 feierte Barça schließlich den ersten Gewinn der spanischen Meisterschaft und sicherte sich damit die Qualifikation für die UEFA Women’s Champions League. In der darauffolgenden Spielzeit verteidigte das Team erfolgreich den Titel und krönte sich mit dem ersten Double der Vereinsgeschichte endgültig zur nationalen Spitzenkraft.
Erfolg auf nationaler und internationaler Ebene

Der FC Barcelona ist heute ohne Zweifel die prägende Kraft im spanischen Frauenfußball. Elf nationale Meisterschaften, darunter eine beispiellose Serie von sieben Titeln in Folge (2019/20 bis 2025/26), belegen die nahezu unangefochtene Dominanz auf heimischem Parkett. Hinzu kommen elf Triumphe in der Copa de la Reina, elf Erfolge im Katalanischen Pokal sowie sechs gewonnene Supercups. Auch auf europäischer Bühne hat Barcelona diesen Anspruch in den vergangenen Jahren eindrucksvoll untermauert: 2021, 2023 und 2024 sicherte sich das Team den Titel in der UEFA Women’s Champions League, im vergangenen Jahr scheiterte man nur denkbar knapp an Arsenal im Endspiel von Lissabon.
So prägt Cheftrainer Romeu die Katalaninnen

Seit Juli 2024 trägt Pere Romeu die Verantwortung an der Seitenlinie der Blaugrana und verbindet dabei Kontinuität mit frischem Wind. Der 1993 in Barcelona geborene Chefcoach sammelte zuvor drei Jahre Erfahrung als Assistent unter Jonatan Giráldez und prägte maßgeblich die bis dato erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte. In seiner Debütsaison als Cheftrainer gelangen ihm in 47 Partien beeindruckende 43 Siege. Als Spieler, ein defensiver Mittelfeldstratege, lernte er bei CE Europa und CP Sarrià die Grundlagen des Spiels. Sein Spielstil, inspiriert vom Portugiesen Deco, spiegelt sich heute in seiner Trainerarbeit wider: Barcelona agiert mit Finesse, Flexibilität und der unverwechselbaren Barça-Philosophie.
Bonmatí, Putellas, Pajor & Co.: Das Ensemble Barcelonas
Der Kader der Katalaninnen ist geprägt von zahlreichen Weltklasse-Akteurinnen. In den vergangenen fünf Jahren ging der Ballon d’Or ausschließlich an Spielerinnen der Blaugrana: Aitana Bonmatí, Titelträgerin der letzten drei Jahre, und Alexia Putellas, die 2021 und 2022 ausgezeichnet wurde, haben das Spiel immer wieder neu geprägt.
Ergänzt wird dieses Ensemble durch vielversprechende Talente wie die 19-jährige Vicky López, die mit der Kopa Trophy als beste Spielerin unter 21 Jahren geehrt wurde. In der Defensive sorgen derweil unter anderem Irene Paredes, Mapi León und Esmee Brugts für die nötige Stabilität im Spiel der Katalaninnen. In der Vorderreihe sind es wiederum Ewa Pajor, Claudia Pina und Caroline Graham Hansen, die die gegnerischen Abwehrreihen regelmäßig in Schwierigkeiten bringen.

In der laufenden Saison demonstriert das Team einmal mehr eine beeindruckende Form: 25 Siege aus 26 Ligaspielen, 116 erzielte Tore bei nur sieben Gegentreffern – jene Zahlen sprechen für sich. Wie die Münchnerinnen machte auch Barcelona in dieser Woche den Titel klar. Dank des 4:1-Siegs bei Stadtrivale Espanyol ist Barça der Titel somit nicht mehr zu nehmen.
Die bis dato einzige Niederlage der Saison mussten die Katalaninnen ausgerechnet gegen Real Sociedad San Sebastián hinnehmen – jenen Verein, an den die heutige FCB-Stürmerin Edna Imade in der Hinrunde der Spielzeit 2025/26 ausgeliehen war. Den Siegtreffer erzielte, wie sollte es auch anders sein, Imade selbst beim 1:0-Erfolg im November des vergangenen Jahres. Die Stürmerin traf dabei per Elfmeter für die Baskinnen.
Bayerns bisherige Bilanz gegen Barça

Im Halbfinale der Königsklasse 2018/19 unterlagen die FC Bayern Frauen dem FC Barcelona in beiden Partien nur knapp mit 0:1, doch die gezeigten Leistungen machten Hoffnung auf mehr. In der Gruppenphase der Champions-League-Saison 2022/23 setzte es zunächst eine 0:3-Niederlage im Camp Nou, ehe die Münchnerinnen mit einem verdienten 3:1-Erfolg in der Allianz Arena eindrucksvoll zurückschlugen. Zuletzt allerdings mussten sie sich am ersten Spieltag der aktuellen Spielzeit in Barcelona deutlich mit 1:7 geschlagen geben.
Nebst der Begegnungen in der Champions League duellierten sich die beiden Teams beim Amos Cup im August 2022, als der FCB mit einem verdienten 2:1-Sieg gegen Barcelona ins Finale einzog und letzlich den Titel gegen Manchester United einfuhr.
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