

Spielzeit 2025/26
Fr., 29.05.26, 12:30
Ein Jahr mit wichtigen Entwicklungsschritten: Der Rückblick auf die Saison der FCB-Frauen II
Mit einem letzten Abpfiff endet nicht nur eine Saison, sondern auch ein Kapitel auf dem Weg junger Fußballerinnen: Die FC Bayern Frauen II beschließen die Spielzeit 2025/26 in der 2. Bundesliga mit 27 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz und schlagen im kommenden Jahr in der Regionalliga ein neues, richtungsweisendes Blatt auf. Was nüchtern nach Zahlen und Tabellenständen klingt, ist in Wahrheit die Geschichte eines Teams im Übergang – geprägt von Lernmomenten, Reifeprüfungen und Wachstum unter der Leitung von Cheftrainer Jérôme Reisacher.
In seiner zweiten Saison an der Seitenlinie setzte Reisacher ein deutliches Ausrufezeichen hinter die eigentliche Priorität dieser Mannschaft: Nicht das kurzfristige Ergebnis, sondern die nachhaltige Entwicklung jeder einzelnen Spielerin stand im Vordergrund. Die 2. Bundesliga wurde so zur Bühne, aber mehr noch zum Lehrsaal. Mit intensiven Begegnungen, schmerzhaften Niederlagen, besonderen Erfolgserlebnissen und all dem, was eine junge Mannschaft braucht, um ihren eigenen Weg im Spitzenfußball zu finden. fcbayern.com blickt zurück auf eine in ihrer Gesamtheit überaus lehrreiche Spielzeit 2025/26.
Teambuilding und Testspiele vor dem Saisonauftakt
Bevor der erste Pflichtspielball rollte, legten die FC Bayern Frauen II das Fundament für das, was diese Saison prägen sollte: Zusammenhalt, Vertrauen und eine klare gemeinsame Identität. In der Saisonvorbereitung standen deshalb nicht nur taktische Abläufe und Fitness im Vordergrund, sondern ebenso bewusst gewählte Teamevents in Straßburg und im Europapark. Dort, fernab des Trainingsplatzes, wuchsen alte und neue Gesichter zusammen und ein Wir-Gefühl gestärkt, das für eine junge Mannschaft von unschätzbarem Wert ist.
Auf sportlicher Ebene suchte das Team früh den Härtetest. In Vorbereitungsspielen gegen die SpVgg Greuther Fürth, die U20 der TSG Hoffenheim, RB Leipzig II und den RC Straßburg trafen die Münchnerinnen auf ganz unterschiedliche Stile, Intensitäten und taktische Konzepte. Jeder Vergleich war ein Baustein in der Entwicklung: mal ein Fingerzeig, wo die Reise hingehen kann, mal ein klarer Hinweis, woran es noch zu arbeiten gilt.
Cheftrainer Jérôme Reisacher formulierte vor dem Auftaktspiel gegen den VfB Stuttgart den inneren Kompass seiner Mannschaft unmissverständlich: „Unser Fokus liegt klar auf unseren persönlichen nächsten Schritten und unserem Wachstum als Team.“ Es war ein Satz, der über die gesamte Saison hinweg Leitmotiv blieb – und die Perspektive verschob: von der reinen Ergebnissicht hin zu der Frage, welche Spielerin wie viel gelernt, übernommen und verkörpert hat.
Hinrunde mit Licht und Schatten

Nach einer 0:3-Auftaktniederlage im Südschlager gegen Stuttgart zeigte die Mannschaft um Kapitänin Jana Kappes eine bemerkenswerte Antwort. Mit großer Stabilität und neuem Selbstvertrauen erkämpften sich die Münchnerinnen in den folgenden Partien gegen den VfL Bochum (1:1) und Wolfsburg II (4:2) vier Punkte. Auch die anschließende 0:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach brachte die Zweitvertretung der Doublesiegerinnen nicht aus der Spur: Mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg gegen den VfR Warbeyen – nach frühem 0:1-Rückstand – sowie einem abgeklärten 1:0-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt unterstrich das Team seine Widerstandskraft. Nach sechs Spieltagen standen damit 10 Punkte und ein starker fünfter Tabellenplatz zu Buche. Ein Saisonauftakt, der Mut machte und das Potenzial der jungen Mannschaft eindrucksvoll andeutete.

In der zweiten Hälfte der Hinrunde geriet der zuvor so stabile Kurs jedoch ins Wanken: Aus sieben Spielen holte das Team lediglich einen Punkt. Gegen Andernach (0:3), Mainz 05 (1:4) und bei der schweren Auswärtsaufgabe in Berlin (0:7) mussten die Münchnerinnen deutliche Niederlagen hinnehmen, gegen den SC Sand verspielten sie eine 1:0-Führung unglücklich noch in ein 1:2. Auch in den Duellen mit Meppen (2:5) und Ingolstadt (1:5) traten defensive Unzulänglichkeiten offen zutage. Zum Jahresabschluss bewies das Team jedoch noch einmal Charakter und rang dem Tabellenführer aus Stuttgart mit einem couragierten Auftritt ein 2:2-Unentschieden ab. Trotz dieses versöhnlichen Ergebnisses bedeuteten sechs Niederlagen in Folge, dass die FC Bayern Frauen II auf einem Abstiegsrang überwintern mussten. Ein deutliches Signal, wie schmal der Grat in dieser Liga ist, aber auch ein Auftrag, aus den Erfahrungen der Hinrunde zu lernen.

Starker Start ins neue Jahr – am Ende nicht genug
Die bittere Serie zum Jahresende schien in der Winterpause Spuren hinterlassen zu haben – jedoch im besten Sinne: Im ersten Heimspiel des neuen Jahres gegen Turbine Potsdam (6:0) präsentierten sich die FC Bayern Frauen II in glänzender Verfassung. Mit Tempo, Spielfreude und großer Entschlossenheit rief die junge Mannschaft ihr Potenzial eindrucksvoll ab. Auch die anschließende, unglückliche 0:1-Niederlage gegen den VfL Bochum zeigte, dass die Bayern in der Wintervorbereitung an den richtigen Stellschrauben gedreht hatten. Auf den Rückschlag in der Fremde folgte eine bemerkenswerte Siegesserie: Gegen Wolfsburg II (3:2), Borussia Mönchengladbach (3:1) und den VfR Warbeyen (6:1) sammelten die Münchnerinnen neun Punkte am Stück und arbeiteten sich Schritt für Schritt aus der akuten Gefahrenzone heraus.

Im letzten Drittel der Saison tat sich die junge Bayern-Elf jedoch schwer. Zwar hielt das Team in den Duellen mit besser platzierten Gegnern kämpferisch und spielerisch gut dagegen, doch gegen Frankfurt (1:3), in Mainz (0:6), gegen Viktoria Berlin (0:3) und den SC Sand (0:2) standen am Ende jeweils Niederlagen zu Buche. Auch das zwischenzeitliche Remis gegen Andernach (1:1) Ende März konnte den Negativtend nicht aufhalten.
Drei Spieltage vor Schluss bot sich den Münchnerinnen im direkten Duell mit Turbine Potsdam dann die große Chance, die Abstiegsplätze zu verlassen. In einer mitreißenden Partie ging die Reisacher-Elf 2:0 in Führung, blieb über weite Strecken das klar bessere Team und lag bis zur 86. Minute verdient mit 3:1 vorn, ehe Potsdam mit einer furiosen Schlussoffensive das Spiel binnen weniger Minuten drehte (4:3). Zwar meldeten sich die FC Bayern Frauen II mit einem 1:0-Sieg gegen den Tabellenvierten SV Meppen noch einmal eindrucksvoll zurück, doch aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses waren die Chancen auf das rettende Ufer vor dem letzten Spieltag nur noch theoretischer Natur. Die 1:3-Niederlage gegen den FC Ingolstadt besiegelte schließlich den Abstieg der zweiten Mannschaft des FC Bayern in die dritthöchste Spielklasse. „Wir hatten gute Phasen – am Ende fehlte uns einfach die Konstanz“, bilanzierte Reisacher.

Jérôme Reisacher zieht nach der Saison folgendes Fazit: „Natürlich ist der Abstieg in die Regionalliga sehr bitter, allerdings war der Klassenerhalt von Anfang an nicht das oberste Ziel. Mit etwas Abstand muss man sagen, dass wir trotz vieler Herausforderungen immer versucht haben, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Es gab Phasen, in denen wir gute Entwicklungen gesehen haben, am Ende hat uns aber in den entscheidenden Momenten einfach die Konstanz gefehlt.“
Dennoch sah Reisacher in der vergangenen Saison gerade in der mannschaftlichen und individuellen Entwicklung deutliche Fortschritte: „Das Team hat sich im Laufe der Saison gut entwickelt, vor allem, was Zusammenhalt, Mentalität und die Art und Weise betrifft, wie die Mädels Verantwortung übernommen haben. Auch individuell haben viele Spielerinnen athletisch, fußballerisch sowie in der Persönlichkeit große Schritte nach vorne gemacht. Die Einsätze von Marie Gmeineder, Luzie Zähringer, Maria Plattner und Laila Portella in der ersten Mannschaft sowie die drei U17-Europameisterinnen Laura Dafinger, Clara Choisy und Laura Fühler sind Zeugnis davon.“

Nun gehen die FC Bayern Frauen II in der nächsten Saison in der Regionalliga Süd an den Start. Auch in der dritthöchsten deutschen Spielklasse im Frauenfußball wird die Entwicklung der jungen Spielerinnen primär im Fokus stehen: „Für die nächste Spielzeit geht es weiterhin darum, uns individuell zu verbessern. Wir werden einige junge Spielerinnen im Kader haben, die wir in allen Bereichen ihrer Entwicklung begleiten wollen. Unser Anspruch als Mannschaft ist es, sich in allen Spielphasen zu verbessern und gemeinsam täglich mit voller Energie aufzutreten, um mannschaftlich erfolgreich zu sein“, so Reisacher.
Abschiede zum Saisonabschluss

Vor Beginn der neuen Saison stehen jedoch erneut personelle Veränderungen im Kader der zweiten Mannschaft der FC Bayern Frauen an. Diese Spielerinnen werden den Verein verlassen:
Die FC Bayern Frauen danken herzlich für den Einsatz und wünschen für die Zukunft nur das Beste!
Die Einordnung der vergangenen Saison der FC Bayern Frauen II:
