Bayer 04 Leverkusen bejubelt ein Tor in der Bundesliga.
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Pokal-Gegnercheck

Mit Kramer, Sternad & Simon: Warum Leverkusen dem FCB alles abverlangen kann

Der DFB-Pokal duldet bekanntlich keine langen Anlaufphasen. Bereits im Achtelfinale führt der Weg der FC Bayern Frauen über Bayer 04 Leverkusen (Sonntag ab 15 Uhr im kostenfreien Liveticker auf fcbayern.com & in der FC Bayern App) – eine Mannschaft, die sich in der Bundesliga in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Spitzengruppe entwickelt hat. Am Sonntag kommt es damit in der noch jungen Saison bereits zum zweiten Duell zwischen Bayern und Bayer. 

Für die Münchnerinnen steht der Einzug ins Viertelfinale auf dem Spiel und damit der nächste Schritt auf dem Weg zur Titelverteidigung. 2025 und 2026 holten die Bayern den Pokal in Köln, nun soll die Reise erneut ins Endspiel führen. Leverkusen kommt allerdings nicht als bloßer Prüfstein des Favoriten nach München, sondern mit der Aussicht, den Titelverteidiger in einem einzigen Spiel aus dem Wettbewerb zu drängen. Dass die Werkself dazu in der Lage ist, hat sie bereits im jüngsten Bundesliga-Duell angedeutet. 

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Die Wurzeln und der Aufstieg der Leverkusenerinnen

Bayer 04 Leverkusen bejubelt ein Tor in der Bundesliga.
Ihre erfolgreichste Bundesliga-Spielzeit gelang Leverkusen in der Saison 2024/25 - damals landete die Werkself am Ende auf Rang vier. | © Imago

Die Geschichte der Leverkusenerinnen reicht über die Gründung der heutigen Bayer 04-Abteilung hinaus. Ihre Wurzeln liegen bei der SSG 09 Bergisch Gladbach, jenem Verein, der den deutschen Frauenfußball vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren dominierte. Zwischen 1977 und 1989 gewann Bergisch Gladbach neun deutsche Meisterschaften sowie dreimal den DFB-Pokal. 1990 gehörte der Klub zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Nach sportlichen und wirtschaftlichen Problemen wechselte die Frauenabteilung 1994 geschlossen zum TuS Köln rrh. 1874. 2008 übernahm Bayer die Abteilung und führte sie fortan unter dem eigenen Namen weiter.

Von 2010 bis 2017 spielten die Leverkusenerinnen erstmals in der Bundesliga. Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg gelang zur Saison 2018/19 die Rückkehr ins Oberhaus. Seither entwickelten sich die Rheinländerinnen kontinuierlich weiter. Rang fünf in der Saison 2020/21 war zunächst die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Unter Roberto Pätzold folgte der bislang markanteste Entwicklungsschritt. In der Saison 2024/25 holte die Werkself 43 Punkte – Platz vier bedeutete die beste Bundesliga-Platzierung jemals.

Pätzolds Fußball lebt von Druck & Vertikalität

Roberto Pätzold im Einsatz für. Bayer 04 Leverkusen.
Der gebürtige Berliner Pätzold bekleidet seit 2024 das Traineramt bei den Leverkusenerinnen. | © Imago

Pätzold steht für einen aktiven Spielansatz. Der 47-jährige Cheftrainer setzt auf hohes Pressing, schnelle Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte und zielstrebige Angriffe. Wie wirkungsvoll dieser Ansatz sein kann, zeigte das Hinspiel in der Bundesliga Mitte September. Bayern hatte im Ulrich-Haberland-Stadion über weite Strecken die Kontrolle und kam auf 76 Prozent Ballbesitz. Doch Leverkusen verteidigte nicht nur, sondern blieb bei seinen Umschaltmomenten gefährlich. Nach dem ersten Münchner Ausgleich durch Vanessa Gilles schlug die Werkself unmittelbar zurück: Maja Sternad fing einen Fehlpass ab und setzte Paulina Tomasiak ein, die zum 2:1 traf. Zuvor hatte sie bereits per abgefälschtem Freistoß die Führung erzielt.

Bayern bekam das Spiel erst durch die eingewechselten Edna Imade und Alara endgültig gedreht. Imade köpfte nach einer Flanke von Gwinn zum 2:2 ein, ehe Alara in der 88. Minute den 3:2-Siegtreffer erzielte. Leverkusen führte damit zweimal, musste sich aber trotz leidenschaftlicher Gegenwehr geschlagen geben. Für Bayern wird es im Pokal deshalb darauf ankommen, die erste Leverkusener Druckwelle sauber zu lösen, Fehlpässe im Zentrum zu vermeiden und nach Ballverlusten die Tiefe hinter der eigenen Abwehr sofort zu sichern.

Augen auf Sternad & Kramer

Maja Sternad im Einsatz für Bayer 04.
Seit Anfang der Saison im Einsatz für die Rheinländerinnen: Maja Sternad. | © Imago

Sommer-Neuzugang Maja Sternad, die aus Bremen nach Leverkusen wechselte, hat im DFB-Pokal bereits gezeigt, wie wertvoll sie in engen Spielen sein kann. In der ersten Runde musste Bayer 04 bei Viktoria Berlin ran, dem Spitzenreiter der 2. Bundesliga. Nach 90 torlosen Minuten hatte der Außenseiter den Favoriten tatsächlich in die Verlängerung gezwungen, dann entschied Sternad die Partie: Die eingewechselte Angreiferin traf doppelt und führte Leverkusen damit ins Achtelfinale.

Neben der Slowenin ist Cornelia Kramer die zentrale Zielspielerin im Leverkusener Angriff. In der aktuellen Bundesliga-Saison erzielte die dänische Stürmerin bereits vier Treffer und bereitete einen vor. Kramer ist nicht nur im Strafraum präsent, sondern arbeitet mit ihrer Laufbereitschaft auch gegen den Ball und kann durch Ballgewinne Angriffe einleiten. Bayern muss ihre Wege ins Zentrum deshalb früh aufnehmen – denn sobald sie Zuspiele mit dem ersten Kontakt verarbeiten kann, wird sie zu einer unmittelbaren Gefahr für das Tor.

Simon kennt den Münchner Fußball

Carolin Simon im Einsatz für Bayer 04 Leverkusen gegen den SV Werder Bremen.
Carolin Simon trägt seit dieser Saison das Bayer-Kreuz sowie die Kapitänsbinde der Werkself. | © Imago

Carolin Simon verleiht dem Pokalduell eine persönliche Note. Die Außenverteidigerin wechselte im Sommer diesen Jahres vom FCB zu Bayer und führt die Werkself inzwischen als Kapitänin aufs Feld. Beim ersten Bundesliga-Duell der Saison fehlte Simon noch verletzungsbedingt. Im Pokal könnte sie nun erstmals gegen ihren früheren Verein auflaufen – und ihrem neuen Team dabei jene Erfahrung zur Verfügung stellen, die sie aus ihren Jahren in München mitbringt. Simon kennt nicht nur die einzelnen Spielerinnen, sondern auch die Abläufe, Prinzipien und Automatismen des Bayern-Spiels. Ihre Bedeutung für Leverkusen geht dabei über die defensive Absicherung hinaus. Sie kann auf der Außenbahn Breite herstellen, sich in den Spielaufbau einschalten und mit ihrer Erfahrung auch dann für Ruhe sorgen, wenn eine Partie unübersichtlich zu werden droht.

Bayern hat die Statistik – Leverkusen die Erinnerung an enge Spiele

Die FC Bayern Frauen bejubeln den Auswärtssieg in Leverkusen.
Knappe Geschichte: Das Bundesliga-Hinspiel im September entschieden die Bayern auch dank des Last-Minute-Siegtreffers von Alara mit 3:2 zu ihren Gunsten. | © FC Bayern / Alexander Scheuber

Die direkte Bilanz spricht deutlich für den FC Bayern. 27 Siegen stehen einem Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber. Aussagekräftig ist diese Statistik aber nur bedingt: Im DFB-Pokal sind beide Mannschaften bislang noch nicht aufeinandergetroffen. Das Achtelfinale ist somit das erste Pokalduell zwischen Bayern und Leverkusen. 

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So verlief das Duell der FCB-Frauen gegen Real Madrid: 

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