Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2020 - Runde 1

Endlich! Schach-Bundesligisten spielen wieder!

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Ein halbes Jahr lang musste die deutsche Schach-Öffentlichkeit auf Spitzenschach "am Brett" verzichten. Seit heute hat das Warten ein Ende.

Seit am 12. Juli nach langwierigen Diskussionen endlich eine Entscheidung herbeigeführt wurde, wie es mit der Schachbundesliga unter Corona-Bedingungen weitergeht, fiebern alle dem Meisterschaftsturnier in Karlsruhe entgegen. Im Rahmen dieses Turniers wird der Deutsche Mannschaftsmeister 2020 ermittelt, bevor im Frühjahr nächsten Jahres die im März unterbrochenen Saison als "Saison 2019/2021" zu Ende gespielt wird.

Dass überhaupt derzeit wieder gespielt werden kann, verdankt die Schachbundesliga dem großzügigen Ausrichtungsangebot des Schachzentrums Baden-Baden. Mit erheblichem personellen und finanziellem Aufwand ist es Sven Noppes und seinem Team gelungen, die Veranstaltung unter schwierigen Rahmenbedingungen kurzfristig auf die Beine zu stellen. Und das nach dem ersten Eindruck in hervorragender Art und Weise!

Ob die Veranstaltung auch sportlich der von allen erhoffte Höhepunkt wird, war im Vorfeld eine der spannendsten Fragen. Eine Frage, die die beteiligten Vereine schon zum Auftakt des Turniers am heutigen Mittwoch ganz eindeutig beantworteten. Offensichtlich wurde wirklich keine Mühe gescheut, die Spitzenspieler der jeweiligen Mannschaften in Karlsruhe ans Brett zu bringen und allein dafür gebührt den teilnehemenden Vereinen schon einmal ein großes Kompliment. Und das gilt für alle acht antretenden Vereine, die sich damit - und das darf als Randbemerkung hier einmal erlaubt sein - positiv abheben von jenen Vereinen, die sich zu einer Fortführung des Spielbetriebs noch in diesem Jahr nicht durchringen konnten.

Zum Auftakt hatte es unsere Mannschaft heute mit dem SC Viernheim zu tun, gegen den im Februar noch ein überraschender Erfolg auf heimischen Parkett in München gelungen war. Auch diesmal waren die Spieler in den weißen Hemden nominell favorisiert und konnten sich am Ende auch verdient durchsetzen. Lediglich Valentin Dragnev gelang nach einer starken Partie der Ehrentreffer, wogegen wir insbesondere an den drei letzten Brettern am Ende die entscheidenden Punkte liegen ließen.

Zumindest dürften sich nach dem ersten Tag aber alle an die speziellen Spielbedingungen in den gigantisch großen Spielsälen gewöhnt haben. Glasscheibenkonstruktionen zwischen den Spielern am Brett sowie die Maskenpflicht, sobald man vom Brett aufsteht, sind gewiss Maßnahmen, die man im Sinne einer "sicheren" Ausübung des Sports ohne Weiteres in Kauf nehmen kann. Ganz abgesehen davon, dass alle unsere Spieler im Vorfeld einen Corona-Test mit negativem Ergebnis beigebracht haben.

Morgen steht nun für unsere Mannschaft ein besonders schweres Programm an, denn es geht am Vormittag zunächst gegen Serienmeister OSG Baden-Baden und am Nachmittag gegen die SF Deizisau, mithin zwei der heißesten Turnierfavoriten, deren direktes Duell die mit Weltklassespielern gespickte Mannschaft aus Baden-Baden heute deutlich gewann. (Wengler)

Mannschaftsaufstellungen und Einzelergebnisse:

Brett Nr. FC Bayern 2,5 5,5 SC Viernheim Nr.
1 1 Huschenbeth 0,5 0,5 Korobov 4
2 3 Dragnev 1 0 Anton Guijarro 5
3 4 Studer 0 1 Dr. Bassem 6
4 5 Bischoff 0,5 0,5 Fedorchuk 8
5 6 Fedorovsky 0,5 0,5 Abergel 11
6 7 Lokander 0 1 Tarlev 12
7 10 Rafiee 0 1 Zagaratski 13
8 13 Dr. Grafl 0 1 Dr. Beikert 14