„Die Ruhe bewahren und genießen“

Die Bayern kämpfen um den Einzug ins Final Four der EuroLague

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Die Bayern-Basketballer haben schon ein paar große Spiele gespielt in den zehn Jahren, in denen sie jetzt wieder auf dem höchsten Level ihres Sports vertreten sind. Unvergessen sind in dieser (Neu)Zeit natürlich das vierte Meisterschaftsfinale 2014 in Berlin zum ersten BBL-Titel, oder auch das Pokalfinale 2018 in Ulm gegen denselben Gegner, zum ersten Cupsieg der Vereinsgeschichte nach 50 Jahren. Am Dienstagabend in Mailand wird dem Gewinner des Showdowns im „Mediolanum Forum“ im Nachspann zwar keine Trophäe überreicht. Doch solch ein großes Spiel haben die Münchner noch nie gespielt: das entscheidende Duell um den Einzug ins begehrte Final Four-Turnier der EuroLeague, das bisher Lichtjahre entfernt zu sein schien für eine deutsche Mannschaft.

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Die Bayern haben mit dem erstmaligen Einzug eines deutschen Teams in die EuroLeague-Playoffs bereits Geschichte geschrieben. 2:2 steht es jetzt in der spektakulären Playoff-Serie gegen den italienischen Titelaspiranten Olimpia Mailand, der nach glorreichen Tagen (EuroLeague-Siege 1966, 1987, 1988 und Korac-Cup 1985 sowie 1993) seit zwei Jahren mit enormen monetären Anstrengungen ins Rampenlicht zurückdrängt.

Spiel fünf in Mailand: Kommt das beste Rebound-Team der Playoffs über die 80er-Marke?

Noch nie kam ein Team in den Playoffs nach einem 0:2-Rückstand weiter, und neben der geballten Erfahrung der Kyle Hines, Sergios Rodriguez, Malcolm Delaneys und all der anderen Topspieler spräche demnach auch der Heimvorteil für den italienischen Rekordmeister. Das fünfte Playoff-Spiel ging bisher immer ans Heimteam. Allerdings sind es die Bayern made in 2020/2021, die diese Saison nicht nur das Überraschungsteam des höchsten europäischen Wettbewerbs sind, sondern zugleich auch die Comeback-Könige der Königsklasse: Elf ihrer inzwischen 23 Saisonsiege erreichten sie trotz eines Rückstands von zehn Punkten oder mehr.

„Die beste Weise, so ein Spiel zu spielen, ist, das tun, was du die ganze Saison über getan hast und dich hierher gebracht hat“, sagt Trinchieri vor dem Highlight in seiner Heimatstadt. „Natürlich ist das ein großes Spiel, aber es ist sehr wichtig, dabei immer die Ruhe zu bewahren, den Moment zu genießen, mit Konzentration und hart zu spielen und nochmal: es einfach zu genießen.“ 

Dass die Bayern, wie in den ersten beiden Do-or-die-Duellen vorige Woche in München, kämpfen werden, steht außer Frage; wie sie ja auch sonst unnachahmlich um den Ball kämpfen, wenn der beispielsweise frei über dem Ring hüpft: Mit 36,5 Rebounds in den vier Playoff-Duellen sind sie klar das beste der acht Post-Season-Teams (Mailand: 33,5 RpS). Auch ihr Zusammenspiel funktionierte bisher besser als beim Mailänder Starensemble (14,6 zu 11,6 ApS). Das wiederum weiß um die hohe individuelle Qualität eines Delaney (16,3 PpS in den Playoffs), von Kevin Punter (12,3), Zach LeDay (10,3) oder des 34-jährigen spanischen Weltmeisters Sergio Rodriguez (10,0).

Vladimir Lucic: „Wir vertrauen unserem Weg“

Inwieweit die Münchner um Wade Baldwin (15,5 PpS in den Playoffs), Vladimir Lucic (14,0) und Paul Zipser (9,8), zur gewohnt starken Defense, in der Offense an die 80-Punkte-Marke heranreichen oder sie gar übertreffen, könnte entscheidend sein: Elf von 14 Spielen mit mehr als 80 erzielten Punkten gewannen sie diese Saison.

Co-Kapitän Lucic sagt: „Wir sind alle bereit für Spiel Nummer fünf. Es ist wieder ein Do-or-die-Spiel, von dem wir letzte Woche in München schon zwei hatten. Sie sind viel erfahrener als wir, mehrere von ihnen waren schon im Final Four und haben auch gewonnen. Aber wir werden unser Bestes geben, um diesen großen Erfolg zu schaffen und im Final Four zu stehen. Wir wissen, wie groß und bedeutend dieses Spiel für uns ist, für den Klub und den deutschen Basketball. Aber wir sind wirklich nur auf das Spiel an sich fokussiert. Wir wollten nach Mailand zurückkommen und haben es geschafft. Wir vertrauen unserem Weg, den wir im August begonnen haben. Ich denke, das Team, das physischer und mit mehr Energie spielt, wird nach Köln gehen.“

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