Große Ernüchterung in Mailand

Die Bayern finden nie ihren Rhythmus und kassieren eine klare 51:75-Niederlage

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Die Basketballer des FC Bayern haben am 21. Spieltag der EuroLeague zu keiner Zeit an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen können. Das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri verlor am Donnerstagabend nach einer enttäuschenden Leistung beim favorisierten italienischen Rekordmeister Armani Olimpia Mailand 51:75 (20:42) und fand dabei nie in den Rhythmus. Nach einer ersten Hälfte mit 13 Ballverlusten und wenig Fortune im Angriff war der Weg früh zu weit gegen den erfahrenen Final Four-Anwärter. Die Bilanz des FCBB ist bei 12:9 Siegen immer noch positiv.

Schon am Samstag können sich die Bayern beim BBL-Südderby in Bayreuth zurückmelden, wenngleich der Tip-Off nur 48 Stunden nach dem Spielende im Mailänder Mediolanum-Forum erfolgt (23.1., 20.30 Uhr/MagentaSport).

Armani Mailand - FC Bayern Basketball 75:51 (42:20)

  • FCBB:

    Jalen Reynolds (12 Punkte), Diego Flaccadori (8), Wade Baldwin (6), James Gist (6), Nick Weiler-Babb (5), D.J. Seeley (4), Leon Radosevic (4), Paul Zipser (3), JaJuan Johnson (3), Sasha Grant und Jason George.


  • Topscorer Mailand:

    Sergio Rodriguez (14 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Sasa Puki, Emilio Perez, Uros Nikolic

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 10:20, 10:22, 21:15, 12:16.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 36 % (FCBB) // 50 % (Mailand); Dreier-Quote: 14 % // 38 %; Freiwurf-Quote: 72 % // 84 %; Rebounds: 38 // 34; Assists: 7 // 15; Ballverluste: 20 // 14.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Mailand, sie haben den Sieg verdient. Sie waren in jedem Aspekt des Spiels besser: ihre Konzentration, ihre Herangehensweise, Robustheit und im Verstehen, was in diesem Duell erforderlich war. Wir waren einfach überhaupt nicht da. Es begann mit den kleinen Details, die dann zusammen zu einer großen Sache wurden. Es war einfach ein sehr schlechter Abend, wir haben uns selbst blamiert und sind von uns enttäuscht. Aber es wäre jetzt zu einfach, auf jemandem mit dem Finger zu zeigen. So eine Leistung kann während einer solchen Saison passieren; es sollte nicht passieren, doch es kann passieren. Wir müssen so schnell wie möglich wieder auf die richtige Art und Weise spielen.“

Vladimir Lucic: „Wir hatten wirklich ein schlechtes Spiel. Der schlechte Start hat dann unseren Rhythmus und unser Spiel für die nächsten drei oder dreieinhalb Viertel beeinflusst. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel werden würde, aber wir haben nicht darauf geantwortet, wie wir es hätten tun müssen. Jetzt müssen wir versuchen, in 48 Stunden in der BBL zurückkommen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, D.J. Seeley, Vladimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic starteten holprig und benötigten fast vier Minuten für den ersten Korb: Weiler-Babb per Sprungwurf zum 2:6. Nach der Hälfte des Auftaktviertels bat Trinchieri zur Auszeit, da sein Team 2:13 hinten lag und sich bereits sechs Ballverluste geleistet hatte. Ein Dreier von Paul Zipser brach den Bann, änderte aber nichts am 10:20-Rückstand nach Viertel eins.

Vorne Wurfpech, hinten Abstimmungsprobleme - die Bayern haderten und suchten verzweifelt nach einem Hauch von Rhythmus. Vergeblich: Mailand traf auch nicht überragend, doch die Bayern produzierten Ballverlust um Ballverlust, die Wurfquote war schwach (13:31/17.). Nach einer ernüchternden ersten Halbzeit und erneut lediglich zehn Punkten im zweiten Viertel lag der FCBB 20:42 zurück.

Trinchieri: „Wir waren überhaupt nicht da“

Trinchieri meinte in der Halbzeit: „Wir müssen jetzt zeigen, dass wir überhaupt da sind und alles besser machen.“ Nach 73 Sekunden nahm er aber bereits wieder eine Auszeit (20:47/22.). Reynolds und Gist gelangen Offensiv-Aktionen, die dem Spiel der Bayern etwas Rhythmus einzuhauchen schienen (28:49/24.). Doch die Hoffnung war vergeblich (32:58/38.). Die routinierten Norditaliener vergrößerten ihren Vorsprung weiter, nach dem dritten Viertel auf 63:35.

Immerhin, die Bayern zeigten Charakter und Moral. Sie kämpften mit 8:0-Lauf gegen den schlechten Eindruck an, der ehemalige FCBBler Malcolm Delaney aber trocken mit einem Dreier stoppte (43:66/35.). Das Spiel war längst entschieden.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Giuseppe Cottini

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