Revanche in Oberfranken

Die Bayern kehren mit einem 98:78-Erfolg aus Bayreuth zurück

Increase font size Schriftgröße

Die Basketballer des FC Bayern haben ihre lange Auswärtswoche mit einem überzeugenden Sieg beendet und sich nach der EuroLeague-Niederlage in Mailand beeindruckend zurückgemeldet. Das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri gewann die Partie des zwölften Bundesliga-Spieltags in Bayreuth souverän 98:78 (49:43) und liegt mit 20:4 Punkten als Vierter weiter in der Spitzengruppe. Der knappe Zehner-Kader der Bayern, denen die angeschlagenen Vladimir Lucic (Rücken), Nihad Djedovic (Aufbau), Zan Mark Sisko und Robin Amaize (beide Muskelverletzungen) fehlten, verteidigte bei der Revanche für die Pokalniederlage im Oktober nahezu die kompletten 40 Minuten mit viel Energie und Engagement, gewann alle Viertel und traf 14 Dreier bei einer Quote von 54 Prozent. Gleich sechs Spieler punkteten zweistellig, Topscorer waren Wade Baldwin (17) und Nick Weiler-Babb (16). 

Die nächste Woche verbringen die Münchner in Russland für zwei Einsätze in der EuroLeague: Am Dienstag gibt es bei Khimki Moskau ein Wiedersehen mit Devin Booker und Stefan Jovic, am Freitagabend (jeweils 18 Uhr/MagentaSport) gastiert der FCBB beim Titelfavoriten und Co-Tabellenführer ZSKA Moskau. Die Woche endet am Sonntag mit dem Heimspiel im Audi Dome gegen den derzeitigen BBL-Zweiten Crailsheim.

Medi Bayreuth - FC Bayern Basketball 78:98 (43:49)

  • FCBB:

    Wade Baldwin (17 Punkte/7 Assists), Nick Weiler-Babb (16/4 Dreier), D.J. Seeley (15/5 Dreier/5 Assists), JaJuan Johnson (13/7 Rebounds), James Gist (12), Jalen Reynolds (11), Leon Radosevic (7), Paul Zipser (5), Sasha Grant (2) und Jason George.


  • Topscorer Bayreuth:

    Frank Bartley und Osvaldas Olisevicius (jeweils 18 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Oliver Krause, Steve Bittner, Michael Gutting

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 24:21, 25:22, 19:26, 16:23.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 58 % (FCBB) // 47 % (Bayreuth); Dreier-Quote: 54 % // 46%; Freiwurf-Quote: 60 % // 85 %; Rebounds: 31 // 30; Assists: 20 // 17; Ballverluste: 10 // 18.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Gratulation an meine Spieler, denn unsere Reise begann am Dienstag und wir sind immer noch unterwegs. Es ist nie einfach in Bayreuth und wir kommen aus einem schrecklichen Spiel, unserem schlechtesten der Saison. Aber wir haben als Team zurückgeschlagen, jeder hat dabei geholfen. Wir haben uneigennützig gespielt, haben uns gegenseitig in der Defense geholfen. Wir fahren jetzt mit einer sehr guten Stimmung, mit guten Vibes im Team nach Hause. Das ganze Spiel haben wir sehr gut gearbeitet, wir haben den Felsen bearbeitet und das vierte Viertel war dann das Resultat dessen, was wir davor geleistet haben. Wir haben in den ersten Vierteln in der Verteidigung nie einen Schritt zurück gemacht, das war der Schlüssel. Jetzt können wir wenigstens mal anderthalb Nächte in unserem eigenen Bett schlafen. Dann geht es am Montag nach Moskau und wir bereiten uns auf Khimki vor.“

Raoul Korner, Coach Bayreuth: „Gegen so eine Mannschaft musst du ihre Energie toppen und das haben wir heute nicht geschafft, Bayern hat sehr gut dagegengehalten. Deshalb müssen wir mit dieser Niederlage leben.“

Das Spiel:

Trinchieri begann keine 48 Stunden nach der Enttäuschung von Mailand mit Nick Weiler-Babb, D.J. Seeley, James Gist, JaJuan Johnson und Leon Radosevic. Gegen die motovierten Franken sahen sich die etwas verhalten beginnenden Bayern mit einem 3:9-Rückstand konfrontiert (3.). Fünf Punkte von Gist hielten die Münchner im Spiel (9:12/5.). Die Gastgeber trafen hervorragend von jenseits der Drei-Punkte-Linie, aber der FCBB stand ihnen in nichts nach - Baldwins erfolgreicher Dreier brachte die erste Führung (18:17/8.). Und auch der Buzzer Beater von Weiler-Babb zur Viertelpause war ein Dreier, der sechste der Bayern in diesem Spielabschnitt, das 24:21 endete.

Die Münchner hatten nun das gefunden, was sie in Mailand so schmerzlich vermissten: Rhythmus. Ein erneuter Dreier von Weiler-Babb und ein Drei-Punkt-Spiel brachten sie 30:24 in Führung (12.). Das Spiel nahm insgesamt Fahrt auf, wobei beide Teams nicht mit letzter Konsequenz verteidigten. München hatte die Ballverluste im Griff (nur vier bis zur Pause) und behielt die Nase vorn (37:35/16.). Weiler-Babb versenkte seinen vierten Dreier (43:38/18.). Oldie Gist und Youngster Grant agierten beim Offensivrebound stark – beide dunkten spektakulär (47:41/19.). Eine sehr solide Leistung in Halbzeit eins bescherte den Gästen die 49:43-Führung.

Die Verteidigung der Bayern macht einen 12:0-Run möglich

Das Schema aus dem zweiten Spielabschnitt setzte sich fort: Der FCBB schloss erfolgreich ab und behauptete die Führung, doch Bayreuth schlug jedes Mal zurück und ließ sich nicht abschütteln (59:55/25.). Ein 6:0-Zwischenspurt brachte den ersten zweistelligen Vorsprung (65:55/27.). Die Bayern setzten sich jetzt mit Schwung ab und hielten hinten zusammen. Baldwin verzückte mit starken Offensivaktionen, indem er entweder selbst verwandelte oder seine Mitspieler brillant in Szene setzte - 75:62 nach drei Vierteln. Die Münchner drehten in den letzten zehn Minuten defensiv noch einmal auf, Medi blieb minutenlang ohne Korberfolg. Der viertelübergreifende 12:0-Run hievte den Vorsprung über die 20-Punkte-Marke, das 94:69 (37.) bedeutete dann die höchste Führung. Der Gewinner stand längst fest.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Stickel, Ochs

Weitere Inhalte
Auch Interessant