Weiler-Babb und Gist überragen beim wichtigen 95:93-Auswärtssieg

Die Bayern-Basketballer bestehen das Nervenduell bei Khimki Moskau

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Die ersatzgeschwächten Basketballer des FC Bayern haben das erwartet schwere EuroLeague-Spiel bei Khimki Moskau nach einem packenden Fight 95:93 (44:44) für sich entschieden und damit einen immens wichtigen Auswärtssieg geholt. Es war bereits der 13. Erfolg bei neun Niederlagen. Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri hielt in der Nervenschlacht des letzten Viertels dem Druck stand und entschied den Schlussabschnitt 22:18 für sich.

Vor 334 Zuschauern mussten die Münchner die ebenfalls nicht kompletten Gastgeber (ohne Booker und Jovic) um Topstar Alexey Shved nach einem sehr konzentrierten Start (15:4/5.) aufschließen und mit einem 75:73 in die letzten zehn Minuten gehen lassen. Die Bayern hatten auf ihre beiden Kapitäne Nihad Djedovic (Aufbautraining) und Vladimir Lucic (Rücken) zu verzichten, auch Spielmacher Zan Mark Sisko (Aufbau), Robin Amaize (Wade) und Youngster Matej Rudan (Sprunggelenk) sind nicht mitgereist.

Nick Weiler-Babb ragte mit 25 Punkten und einem PIR-Wert von 38 heraus, auch Center James Gist (19 Punkte) lieferte eine starke Partie ab. 

Die Bayern verbleiben im Flughafen-Hotel am Airport Scheremetjewo, ehe sie am Donnertag für die schwere zweite Etappe ihrer Moskauer Expedition umziehen: Spielbeginn beim Co-Tabellenführer und Titelfavoriten ZSKA Moskau ist am Freitag erneut um 18 Uhr, MagentaSport überträgt ab 17.45 Uhr. Die Woche endet für den FCBB am Sonntagabend, 18 Uhr, mit dem Heimspiel im Audi Dome gegen den derzeitigen BBL-Zweiten Crailsheim.

Khimki Moskau – FC Bayern Basketball 93:95 (44:44)

  • FCBB:

    Nick Weiler-Babb (25/4 Dreier/8 Rebounds/5 Assists), James Gist (19/8 Rebounds), Jalen Reynolds (17/6 Rebounds), Paul Zipser (11), Wade Baldwin (10), D.J. Seeley (8), Leon Radosevic (3), JaJuan Johnson (2), Sasha Grant und Jason George.


  • Topscorer Khimki Moskau:

    Alexey Shved (32 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Matej Boltauzer, Olegs Latisevs, Uros Obrknezevic


  • Zuschauer

    334

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 26:15, 18:29, 29:31, 22:18.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 54 % (FCBB) // 50 % (Khimki); Dreier-Quote: 47 % // 38 %; Freiwurf-Quote: 79 % // 91 %; Rebounds: 38 // 27; Assists: 20 // 18; Ballverluste: 14 // 8.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Wir sind in einer schwierigen Phase der Saison, aber das kommt eben vor bei einem Marathon. Uns fehlen doch einige Spieler, beide Mannschaften hatten Spieler nicht dabei. Es war auch ein Albtraum-Spiel, denn Khimki hat bestimmt länger als 20 Minuten mit fünf Schützen gespielt, von denen jeder gut werfen kann. Das war sehr schwierig zu verteidigen, sie haben 34 Dreier genommen. Wir haben nicht großartig gespielt, aber wir haben ein großes Spiel gewonnen. Deshalb gratulierte ich meinen Spielern mit allem Respekt, denn uns haben fünf Spieler gefehlt und trotzdem haben sie zusammen diesen Sieg geholt; sie haben einen tollen Job gemacht. Babb und Gist waren in wichtigen Momenten unglaublich. Nick Babb hat auch gut gegen Shved verteidigt und den Ball verteilt. Aber alle haben heute geholfen, auch Gist und Baldwin, für solch einen Erfolg brauchst du eben eine Teamleistung. Nach dem Spiel letzte Woche, als wir schrecklich waren, und gegen dieses Heimteam Khimki, das unglaublich hart gekämpft hat, war es sehr wichtig, zurückzuschlagen. Wir fahren jetzt mit einem sehr guten Gefühl zurück ins Hotel.“        

Nick Weiler-Babb: „Das war ein großer Sieg für uns, weil wir als Team zurückgekommen sind und vor allem in der Verteidigung, als es darauf ankam. Ich danke meiner Mannschaft und dem Coach für das Vertrauen. Ich hoffe, wir können den Schwung mitnehmen und am Freitag gegen ZSKA weitermachen.“

Games Gist: „Das war ein krasser Kampf, denn Khimki kam hier raus und hat unglaublich gefightet. Sie haben so gute Werfer, dagegen war es schwer. Aber wir hatten auch einige nicht dabei, aber wir haben Charakter gezeigt, speziell nach dem, was letzte Woche passiert ist. Wir wussten, dass sie bei den Großen knapp sind, deswegen wollten wir auf die Offensivrebounds gehen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nick Weiler-Babb, Paul Zipser, JaJuan Johnson und Leon Radosevic starteten und fanden optimal in die Partie. Die Verteidigung funktionierte, in der Offensive gelang so gut wie alles. Nach vier Minuten hatte jeder Spieler der Startformation gepunktet, der Vorsprung war bereits zweistellig (12:2). Khimkis Auszeit brachte den FCBB prompt aus dem Rhythmus - die Konsequenz waren Ballverluste und das Heranrücken des Tabellenletzten (15:10/7.). Die Münchner blieben aber ruhig und bauten den Vorsprung bis zum Ende von Viertel eins schnurstracks wieder aus - 26:15.

Die Bayern verloren aber gegen die Zone Khimkis etwas den Faden, Moskau nutzte das zu einem 9:0-Lauf (26:24/14.). Weiler-Babb stoppte das Momentum der Russen mit zwei blitzsauberen Jumpern aus der Mitteldistanz. Nachlässigkeiten des FCBB machten es allerdings immer wieder zu leicht: Topstar Alexey Shved kam in Fahrt, und die Dreier fielen zum 36:36- Ausgleich (17.).

Die Gastgeber agierten kämpferischer und aktivierten die Zuschauer - Auszeit Trinchieri, weil Khimki führte (37:40/18.). Immerhin gelang es, den Spielstand bis zur Halbzeit ausgeglichen zu gestalten (44:44), aber 29 Punkte von Khimki im zweiten Viertel waren aus Sicht der Bayern deutlich zu viel.

Am Ende blockt Weiler-Back Khimkis Topscorer Shved erneut

Die Münchner kamen frisch justiert aus der Kabine und legten ein 6:0 hin, aber erneut spielten Nachlässigkeiten den Russen in die Karten (53:52/24.). Gist erwischte einen sehr guten Tag und punktete immer wieder spektakulär, so mit dem Slam-Dunk zur 60:55-Führung (26.). Auch Jalen Reynolds arbeitete unter dem gegnerischen Korb und schloss per Dunking ab (67:61/27.). Baldwin verschaffte Shved geschickt das vierte Foul. Doch kaum war Moskaus Topstar auf der Bank, übernahm Errick McCollum. Der 8:0-Lauf kostete die Münchner die Führung - 73:75.

Weiler-Babb ging mit fünf Punkten und tollem Einsatz in der Defensive voran (78:75/31.). Die Bayern brachten sich wiederholt durch ärgerliche und vermeidbare Ballverluste um den Lohn ihrer Mühen, Khimki blieb dran (80:77/35.). Shved war nach einem Dreier Weiler-Babbs wieder zur Stelle und verkürzte auf 83:82 (36.). Vorne holte der FCBB mit einer überragenden Einstellung die Offensivrebounds - allen voran Gist (91:85 (39.). Weiler-Babb krönte seine fantastische Leistung in der Verteidigung, indem er Shved am Ende erneut blockte. In einer spannenden Schlussphase blieb Khimki dran, doch der Gast behielt im Foul-Freiwurf-Endspurt nervenstark die Oberhand.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Ivan Korzhenevskiy

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