79:87 in Villeurbanne

Die nächste Aufholjagd bleibt diesmal ohne Happy End

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Die Bayern-Basketballer haben die Siegesserie des französischen Champions Asvel Villeurbanne nicht stoppen können, das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri zeigte beim 79:87 (35:45) zu spät seine Qualitäten. Für die Gastgeber war es der sechste Sieg aus den letzten sieben Spielern. Die Münchner (jetzt 15:10 Siege) lagen nach einem 11:2-Finish Asvels in den letzten zweieinhalb Minuten der ersten Hälfte schon zur Pause mit neun Zählern hinten. Ein klares Plus bei den Dreiern, Steals und auch bei den Rebounds verlieh den Franzosen deutlich mehr offensiven Rhythmus. Spielfluss kam gegen eine sehr physische Defense auch in der zweiten Hälfte lange nicht auf, beim 39:57 (26.) schien die Partie früh entschieden zu sein. Doch zwei Minuten vor dem Ende tilgte Vladimir Lucic mit einem Vier-Punkte-Spiel zum 77:77 tatsächlich einen 18-Punkte-Rückstand. Letztlich brachte Villeurbanne den Erfolg gegen den kämpfenden FCBB doch noch clever nach Hause und traf 23 von 26 Freiwürfen. Bei den Bayern scorten diesmal nur sieben Spieler. Immerhin gab Zan Mark Sisko nach sieben Wochen Verletzungspause ein kurzes Comeback.  

Die Bayern können nun ein paar Tage Luft schnappen angesichts des Nationalmannschafts-Breaks am Wochenende. Weiter geht es für sie in der EuroLeague am kommenden Donnerstag, 25. Februar, ab 20.30 Uhr gegen Israels Rekordmeister Maccabi Tel Aviv. Am darauffolgenden Sonntagnachmittag (28.2., 15 Uhr) gastiert Würzburg zum BBL-Rückspiel im Audi Dome.   
 

Asvel Lyon-Villeurbanne – FC Bayern Basketball 87:79 (44:35)

  • FCBB:

    Wade Baldwin (19/6 Assists), Vladimir Lucic (18/6 Rebounds), Jalen Reynolds (12), D.J. Seeley (11/3 Steals), Paul Zipser (9), James Gist (8), Leon Radosevic (2), JaJuan Johnson, Sasha Grant, Zan Mark Sisko, Nick Weiler-Babb, Diego Flaccadori


  • Topscorer Asvel:

    David Lighty (19 Punkte)

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 18:21, 17:23, 17:22, 21:27.

 

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 57 % (FCBB) // 44 % (Villeurbanne); Dreier-Quote: 35 % // 66 %; Freiwurf-Quote: 85 % // 88 %; Rebounds: 27 // 30; Assists: 15 // 18; Ballverluste: 13 // 12.

 

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: "Gratulation an Asvel, sie haben besser und härter gespielt und verdient gewonnen. Sie haben eine sehr physische Verteidigung gespielt und wir waren nicht in der Lage, darauf zu antworten. Wir haben das ganze Spiel versucht, etwas offensiven Rhythmus zu finden, es aber nur im vierten Viertel geschafft. Da haben wir dann aber ein großes Comeback mit einer starken Leistung hingelegt, um das Spiel nach einem Rückstand von 18 auszugleichen. Das war der Moment, in dem wir genauer und cleverer hätten agieren müssen. Fast 35 Minuten war nur Asvel auf dem Court, dann haben wir das Spiel ausgeglichen – und es doch weggeworfen mit ein paar Fehlern in Offense und Defense. Wir haben insgesamt schlecht gespielt, was in so einer Saison vorkommen kann. Nicht jeder meiner Spieler war heute bereit, dem Team zu helfen und das hat uns natürlich etwas gekostet. Bis ich endlich fünf Spieler gefunden hatte, die zusammen funktionierten, haben wir sehr zu kämpfen gehabt.“       

James Gist: „Das war ein schweres und schwieriges Spiel. Es geht in der EuroLeague in die Endphase und die Spiele werden immer schwerer. Aber Gratulation an Asvel, sie haben sehr gut gespielt, sehr athletisch, und sie waren im Gegensatz zu uns 40 Minuten im Spiel. Wenn du in dieser Liga zu lange darauf wartest, dass du endlich reinkommst, kann es so ausgehen wie heute. Wir müssen fokussiert bleiben und jetzt auf Maccabi vorbereiten, dass wir da den nächsten Sieg holen.“

 

Das Spiel:

Wade Baldwin, D.J. Seeley, Vladimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic waren die Starter des FCBB. Trotz der mehrtägigen Anreise und den damit verbundenen Strapazen boten die Bayern den Franzosen Paroli und führten über weite Strecken des ersten Viertels (7:5 und 13:10/6.). Sisko feierte nach einer langen Verletzungspause sein Comeback im ersten Viertel zurück, kassierte jedoch schnell zwei Fouls. Nachlässigkeiten begünstigten die Gastgeber und kosteten die Münchner ihre Führung - 18:21 nach den ersten zehn Minuten.

Der Offensive der Bayern mangelte es deutlich an Rhythmus, lediglich vier Punkte nach vier Minuten des zweiten Abschnitts sprachen Bände (22:25/14.). Eine Auszeit fruchtete und wendete das Blatt mit zwei schnellen Treffern von Seeley und Baldwin (26:25/15.).  Das umkämpfte Spiel nahm immer noch nicht richtig Fahrt auf, ein starkes Drei-Punkt-Spiel von Lucic und ein Alley-Oop-Dunk von Reynolds machten Laune auf der Bayern-Bank (31:30/17.). Villeurbanne suchte nun häufiger den kaum zu stoppenden 2,18-Hünen Moustapha Fall. Und vorne fielen die Würfe des FCBB nicht, weil der Koloss auch in der Defensive das Spie veränderte. Mehrere Ballverluste in der zerfahrenen Phase vor der Pause nutzte Asvel zu einem 11:2-Lauf - 35:44.

Trinchieris Auszeit nach 51 Sekunden der zweiten Halbzeit war ein Alarmzeichen, denn die Bayern fingen sich schnelle fünf Punkte (35:49/21.). Das Momentum war nun bei Villeurbanne, sie waren auch in der Verteidigung wesentlich aufmerksamer. Die Bayern brauchten mehr als drei Minuten für den ersten Korb, Zipser wühlte sich durch und traf zum 37:51 (24.). Die Gäste wollten über eine sich intensivierende Verteidigung mehr Zugriff bekommen, doch das klappte nicht so recht - der Vorsprung der Franzosen wuchs in den bedrohlichen Bereich an (41:59/27.). Baldwin übernahm das Kommando, sechs Punkte in Serie machten Hoffnung (47:60/28.). Die Bayern waren auf dem Sprung in den einstelligen Bereich des Rückstands, aber Asvel strotzte in eigener Halle vor Selbstbewusstsein und ließ das mit zwei Drei-Punkte-Treffern nicht zu. Nach dem dritten Viertel lag der FCBB 52:66 zurück.

Lucic gleicht in der 38. Minuten zum 77:77 aus – nach 18 Punkten Rückstand

Die Bayern legten nun eines ihrer berüchtigten Comebacks hin: Zipser mit fünf Punkten zum 57:69 (32.), Seeley mit drei Freiwürfen in den einstelligen Rückstand (60:69/33.) - die Gäste agierten geschickt mit einer Zonenverteidigung, kleinliche Pfiffe erschwerten allerdings die Aufholjagd. Ein Baldwin-Korbleger und ein Lucic-Dreier verkürzten auf 69:73, München war jetzt dran (36.). 122 Sekunden vor dem Ende glich Lucic mit einem kunstvollen Vier-Punkte-Spiel gegen Fall zum 77:77 aus - doch Villeurbanne konterte zweimal (77:81, noch 67 Sekunden). Die Trinchieri-Auszeit organisierte einen Alley-Oop-Dunking von Reynolds (79:81/noch 51 Sekunden). Doch Cole holte gewitzt zwei Freiwürfe, beide drin (79:83/0:31). Ein letzter Ballverlust Baldwins und ein weiteres Foul waren dann zu viel, das Finish kam zu spät.   

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