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Die Bayern müssen sich der individuellen Klasse von Fenerbahce geschlagen geben

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Die Basketballer des FC Bayern haben am 32. Spieltag der EuroLeague eine weitere Überraschung verpasst: Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri unterlag im Audi Dome dem türkischen Mitfavoriten Fenerbahce Istanbul 68:77 (34:35), die zuvor punktgleichen Gäste (jetzt 20:12 Siege) zogen damit an den Bayern (19:13) vorbei. Die Münchner fanden offensiv nie ihren Rhythmus und hatten vor allem in der Zone Probleme. In den letzten fünf Minuten des dritten Viertels (10:18) gelangen ihnen ab dem 42:45 nur zwei Zähler. Fener spielte den Vorsprung und die Klasse seiner Ausnahmespieler Nando De Colo (21 Punkte), Marko Guduric (18) und Jan Vesely (15) geschickt aus, obwohl die nie aufsteckenden Bayern spät noch die Chance auf ein engeres Spiel hatten.

Der FCBB musste zudem auf seine besten Guard-Verteidiger verzichten, denn neben dem langzeitverletzten Kapitän Nihad Djedovic (Knie) fehlte kurzfristig auch Nick Weiler-Babb (Fußprobleme). Für die Bayern geht es bereits am Donnerstag (20.30 Uhr) mit dem vorletzten Spiel der Hauptrunde der Königsklasse gegen den litauischen Rekordmeister Zalgiris Kaunas (16:16) weiter, der am Dienstagabend sicher 96:86 gegen Alba Berlin gewann.

FC Bayern Basketball - Fenerbahce Istanbul 68:77 (34:35)

FCBB:

Wade Baldwin (20 Punkte/7 Rebounds/5 Assists), Paul Zipser (12), Vladimir Lucic (11/7 Reb), D.J. Seeley (9), Zan Mark Sisko (8/7 Assists), Jalen Reynolds (4), James Gist (2), Leon Radosevic (2), JaJuan Johnson, David Krämer, Diego Flaccadori und Jason George.

Topscorer Fenerbahce:

Nando De Colo (21 Punkte)

Schiedsrichter

Sreten Radovic, Piotr Pastusiak, Amit Balak

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 15:18, 19:17, 10:18, 24:24. Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 39% (FCBB) // 61% (Fenerbahce); Dreier-Quote: 41% // 33%; Freiwurf-Quote: 88% // 75%; Rebounds: 34 // 30; Assists: 13 // 11; Ballverluste: 16 // 11.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Fenerbahce, sie haben gut gespielt, mit einer sehr guten Defense. Ich finde, wir haben mit all unseren Waffen alles versucht: Wir haben das Rebound-Duell gewonnen, wir haben mehr Assists gespielt, aber wir konnten nicht in der Zone punkten. Das war der Schlüssel. Normalerweise attackieren wir gut in der Zone, doch das hat es uns diesmal nicht erlaubt, einen offensiven Rhythmus zu finden. Wir haben es etwas gezwungen, aber ich will den Spielern nichts vorwerfen. Wir hatten keinen Mangel an Einsatz, wir haben einfach den offensiven Rhythmus nicht gefunden. Das dritte Viertel hat den Unterschied gemacht, das hat uns etwas in der Ökonomie des Spiels geschadet. Der Rest war in Ordnung, wir haben unser Maximum gegeben." Vladimir Lucic: „Wir haben heute nicht richtig ins Spiel gefunden. Aber wir haben alles versucht und werden das am Donnerstag gegen Kaunas wieder tun. Es geht weiter."

Das Spiel:

Zan Mark Sisko, Vladimir Lucic, James Gist, JaJuan Johnson und Leon Radosevic waren die erste Wahl von Trinchieri. Der Leader Lucic ging voran mit acht Punkten in Serie (8:3/2.). Obwohl Trinchieri in Baldwin, Reynolds und Zipser mehr offensive Firepower einwechselte, blieben die Bayern fast vier Minuten ohne Punkte – Reynolds beendete die Durststrecke mit dem Dunking zum 12:9 (7.). Istanbul verteidigte auf enorm hohem Niveau und zwang die Münchner zu Ballverlusten - die Führung war dahin (12:13/9.). Seeleys Dreier konterte De Colo umgehend von jenseits der Drei-Punkte-Linie, 15:18 nach zehn Minuten.

Der FCBB fightete um den Rhythmus, aber Fener spielte hinten wie vorne clever und wach. Nach zwei Minuten ohne Zählbares traf Zipser gegen Danilo Barthel den Sprungwurf, Sisko jagte einen Dreier hinterher - Ausgleich zum 20:20 (13.). Lucic brachte sein Team von der Freiwurflinie in Führung, in der Verteidigung agierten die Gastgeber nun wesentlich besser (24:22/15.). Der FCBB behauptete die Führung, aber der Final Four-Abonnent der letzten fünf Jahre wendete das Blatt mit einem 6:0-Lauf (28:31/19.). Baldwin tänzelte durch die Zone und glich mit einem Drei-Punkt-Spiel zum 31:31 aus (19.). Ein starker Dreier von Seeley reichte nicht zur Führung nach dem zweiten Viertel, die Münchner lagen 34:35 zurück. Beim Kampf um die Rebounds hatten Trinchieris Mannen zur Halbzeit die Nase vorn (20:16), sieben Ballverluste waren aber zu viele (Istanbul vier).

Fenerbahces Defensive gestattet lediglich zehn Punkte im dritten Viertel

Beide Teams beharkten sich mit maximaler Intensität - die Aussicht auf die Playoffs mobilisierte ungeahnte Kräfte. Ein von Jan Vesely angeführter 6:0-Zwischenspurt von Fener veranlasste Trinchieri zur Auszeit (39:45/25.). Fener spielte cleverer in dieser wichtigen Phase, Nachverpflichtung Marko Guduric erhöhte den Rückstand 42:50 (28.). Gegen die bewegliche und giftige Defensive fanden die Bayern keine Mittel (42:53/30.). Zwei Baldwin-Freiwürfe verkürzten wenigstens auf 44:53 nach dem dritten Spielabschnitt.

Trinchieri nahm nach 74 Sekunden im Abschlussviertel eine Auszeit, denn Guduric war zu einfach zum Dreier gekommen (44:56). Aus der Timeout gelang Zipser endlich ein Dreier, wenig später Sisko ein weiterer (50:58/33.). Gerade, als man dachte, die Bayern seien auf dem Sprung zu einer ihrer berüchtigten Aufholjagden, verteidigten die Gäste einfach noch besser. Aber der Wille der Münchner war enorm, ein weiterer Zipser-Dreier verkürzte auf 55:60 (35.). De Colo und Guduric hatten aber immer eine Antwort parat. Mit dem Selbstbewusstsein aus ihrer beeindruckenden Siegesserie der letzten Wochen blieben die Türken ruhig und nahmen routiniert Zeit von der Uhr. Baldwin drehte jedoch nochmal auf, ein Dreier und ein Drei-Punkt-Spiel verkürzten auf 68:73. Nach einem Ballgewinn von Lucic wurde Baldwin auf dem Weg zum Korb der Foulpfiff verweigert - und somit der letzten Chance auf die Wende beraubt.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Pahnke


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