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Bayern verteidigt mit Sieg über Panathinaikos seine Topposition in der EuroLeague

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Die Basketballer des FC Bayern bleiben in der EuroLeague das Überraschungsteam: Die Münchner besiegten am Donnerstagabend auch den griechischen Meister Panathinaikos Athen, das76:71 (37:36) war nun bereits der 18. Erfolg bei zehn Niederlagen. Damit komplettierte die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri die Double Week nach dem Sieg in Belgrad (78:76) und rückte sogar vorläufig auf Rang drei vor. Die Bayern lagen aufgrund einer schwachen Quote zu Beginn wieder einmal zweistellig hinten (24:35), ehe ein Block von JaJuan Johnson gegen Athens 2,20-Meter-Center Papagiannis einen 13-Punkte-Rückstand verhinderte - und den Startschluss für einen 13:1-Run vor der Pause gab. Die physisch starken Gäste gingen nach dem Wechsel noch einmal in Führung, doch eine unwiderstehliche Verteidigungsleistung des FCBB-Teams und auch Big Plays von Topscorer Wade Baldwin (27 Punkte, PIR-Wert 34) machten im 50. Saisoneinsatz den schwer erkämpften Heimsieg perfekt.

Die Bayern sind nun zweimal in kurzer Zeit in der BBL gefordert: Am Sonntag (15 Uhr) geht die Woche mit dem BBL-Auswärtsspiel bei Rasta Vechta zu Ende, am Dienstagabend gastiert man in Braunschweig.

FC Bayern Basketball - Panathinaikos Athen 76:71 (37:36)

FCBB:

Wade Baldwin (27 Punkte/6 Assists/3 Steals), Vladimir Lucic (14), Jalen Reynolds (10), Paul Zipser (7), James Gist (5/5 Rebounds), JaJuan Johnson (4), Leon Radosevic (4), Zan Mark Sisko (3), Nick Weiler-Babb (2), D.J. Seeley, David Krämer und Diego Flaccadori

Topscorer Panathinaikos:

Mario Hezonja (14 Punkte)

Schiedsrichter

Miguel Angel Perez, Mehdi Difallah, Saulius Racys

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 14:21, 23:15, 20:19, 19:16. Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 50% (FCBB) // 58% (Panathinaikos); Dreier-Quote: 38% // 22%; Freiwurf-Quote: 83% // 60%; Rebounds: 24 // 34; Assists: 13 // 14; Ballverluste: 11 // 16.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Zunächst muss ich Coach Kattash und Panathinaikos gratulieren zu ihrer Leistung, denn es war sehr schwer, sie zu besiegen. Sie spielen einen speziellen Basketball und wir mussten über unser Limit gehen, um zu gewinnen. Wir haben es gewonnen, weil meine Spieler – jeder, auch diejenigen, die in der Offense nicht geglänzt haben – ihre maximale Leistung in der Verteidigung gebracht haben. Ab der 25. Minute haben wir eine unglaubliche Defense gespielt: Wir waren superaggressiv, voller Energie, jeder hat jedem geholfen. Das war der Schlüssel zum Sieg. Natürlich gab es einige sehr wichtige individuelle Leistungen, von Wade und Lucca. Aber ohne den Einsatz des gesamten Teams und ohne jeden herausragend in der Defense wäre es ein anderes Spiel gewesen. Gratulation deshalb an meine Spieler, sie haben mich stolz gemacht. Denn es ist einfach, etwas von einer Mannschaft zu verlangen – aber ist habe eine großartige Antwort von ihnen bekommen." Wade Baldwin: „Wir haben die Offensive gut ins Laufen gebracht. Die Gegner haben viel geswitcht, das hat es mir erleichtert. In der Verteidigung hat vor allem JaJuan Johnson Großes geleistet, dann haben wir gut gereboundet und Stopps hinbekommen. Das hat zum Sieg geführt." JaJuan Johnson: „Das war ein schöner Team-Erfolg. Wir haben in der zweiten Halbzeit und besonders im letzten Viertel eine großartige Verteidigung gespielt. Das machte den Unterschied aus. Mein Block (*gegen Papagiannis vor der Pause*) war schon eine feine Sache. Wie der Coach immer sagt: Wir brauchen diese Spielaktionen mit besonderen Anstrengungen, und ich bin glücklich, dass mir das gelungen ist. Das war ein Sieg der Mentalität, und wir müssen weitermachen und dürfen nicht aufhören damit. Baldwin trägt uns mit seiner begeisternden Point Guard-Show schon die ganze Saison." Herbert Hainer: „Es ist immer unheimlich spannend mit unserer Mannschaft, aber am Ende gewinnen sie eben; ich glaube, das zeigt den Charakter unseres Teams: Es gibt nie auf, es gibt bis zum Schluss alles. Wir haben jetzt 18 Spiele in der EuroLeague gewonnen, das ist eine fantastische Leistung. Die Mentalität und die Fitness dieser Mannschaft ist toll, der Trainer macht sie unheimlich fit, auch mental. (...) Man muss Marko Pesic und seinem Team gratulieren, das die Mannschaft zusammengestellt und vor allem den richtigen Trainer für uns gefunden hat. Wir wollten attraktiven und schnellen Basketball spielen; das hat Trinchieri unheimlich gut hinbekommen neben der starken Verteidigung."

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nick Weiler-Babb, Vladimir Lucic, JaJuan Johnson und Jalen Reynolds liefen als erste Fünf auf. Der griechische Meister machte gleich ordentlich Druck, Reynolds hielt dagegen (4:6/2.). Drei Ballverluste in fünf Minuten waren viel, mit einer guten Verteidigung hielt man den Schaden in Grenzen (6:8/5.). Baldwin griff ein, einem seiner Lieblingstreffer aus der Mitteldistanz ließ er ein Drei-Punkt-Spiel folgen, das das 11:10 brachte (7.). Die Führung hatte vor allem aufgrund einer dürftigen Trefferausbeute nicht lange Bestand, 14:21 nach dem ersten Viertel.

Trinchieri testete unterschiedliche Line-Ups gegen die längste Mannschaft der EuroLeague, die den Bayern mit ihrer Wucht beim Offensivrebound und vor allem ihren Dreiern weh taten (22:29/13.). Die Münchner hatten trotz der lautstarken Motivationsversuche ihres Coaches allergrößte Mühe, Rhythmus zu finden. Hinten agierten sie etwas passiv, vorne statisch. Angesichts eines 6:0-Laufs der Gäste und des zweistelligen Rückstandes nahm Trinchieri die Auszeit (18.). Ein gewaltiger Stopp von Johnson war der Momentum-Changer, der dem Team Leben einhauchte und einen fulminanten 9:0-Lauf initiierte (33:35/20.). Das Ausrufezeichen hinter der ersten Halbzeit war aber ein Vier-Punkt-Spiel von Baldwin, das den Run binnen 130 Sekunden auf 13:1 ausbaute und das 37:36 zur Pause. We love this game!

Topscorer Baldwin und Lucic tragen das Team erneut – und Johnson blockt

Der FCBB schien wild entschlossen, den Schwung mitzunehmen - Baldwin mit dem Dreier aus neun Metern. Trinchieri trieb seine Männer leidenschaftlich an, um Länge mit Schnelligkeit zu bekämpfen. Die Rechnung ging auf, der Vorsprung wurde ausgebaut: Lucic war on fire, sein Dreier besorgte das 47:40 (24.). Ein schier unglaublicher Dunking von Baldwin über den deutlich größeren Mitoglou hätte den Audi Dome in normalen Zeiten mit Zuschauern explodieren lassen (50:42/25.). Athen kämpfte aber und rappelte sich über die Physis wieder auf (53:52/29.). Baldwin kam zurück aufs Feld, die Führung hielt - 57:55 nach dem dritten Spielabschnitt.

Panathinaikos spielte wieder auf Augenhöhe, angesichts der Ausgeglichenheit kündigte sich ein erneuter Krimi an (61:61/33.). Bayerns Verteidigung schnappte giftiger zu, Lucic und Baldwin funktionierten. Letzterer strahlte eine sagenhafte Ruhe und Selbstbewusstsein aus und legte sich selbst den Längsten auf dem Feld, Georgios Papagiannis, genüsslich zurecht - und haute den Ball locker über ihn hinweg durch den Ring (68:63/36.). Zipsers Dunking aus dem Fastbreak zum 70:63 wurde nicht weniger abgefeiert. Die kantigen Gäste blieben aber unangenehm und kamen wieder auf 72:67 heran (39.). Die Zeit war jedoch auf Seiten der Bayern, und da war ja auch noch der alles überragende Baldwin, der sich spielerisch Würfe kreiert (74:67/40.). Der Sieg war mehr als verdient und Bayern hat nun mal im Abschlussviertel das Momentum-Abo: 20 Mal gewann man bereits den letzten Abschnitt.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Rauchensteiner, Stickel, Pahnke


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