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Im 60. Saisonspiel reißt die Siegesserie der kämpferischen Bayern in Hamburg

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Die Basketballer des FC Bayern haben in der Bundesliga nach zuletzt sieben Siegen in Serie ihre fünfte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri unterlag keine 48 Stunden nach dem kraftraubenden EuroLeague-Spiel in Spanien bei Valencia (76:83) beim Tabellensechsten Hamburg Towers unglücklich 86:91 (79:79, 43:41) nach Verlängerung. Es war bereits das 60. Saisonspiel für die Bayern.

Nach einer guten ersten Hälfte und einem 72:77 knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kämpfte sich der FCBB noch in die Overtime, nachdem man sogar den letzten Wurf zum Sieg hatte. Doch in der Verlängerung mussten die Gäste allen Widerständen Tribut zollen, darunter auch ein Freiwurf-Verhältnis von zwölf zu 26 Versuchen. Bester Scorer war JaJuan Johnson (16).

In Hamburg pausierten Vladimir Lucic und Diego Flaccadori, James Gist und Rekonvaleszent Nihad Djedovic fehlten. Kommende Woche wartet auf die Bayern die letzte Double Week in der EuroLeague: Am Dienstag empfängt man den punktgleichen Tabellennachbarn Fenerbahce Istanbul, am Donnerstag gastiert Zalgiris Kaunas im Audi Dome. In der BBL erfolgt die Fortsetzung am Samstag gegen Gießen.

Hamburg Towers – FC Bayern Basketball 91:89 (79:79, 41:43)

FCBB:

JaJuan Johnson (16 Punkte), Paul Zipser (14/7 Rebounds), Leon Radosevic (13), Zan Mark Sisko (12/8 Assists), Jalen Reynolds (12), Wade Baldwin (12) D.J. Seeley (5), David Krämer (2), Jason George, Nick Weiler-Babb, Sasha Grant und Robin Amaize.

Topscorer Hamburg:

Jordan Swing (21 Punkte)

Schiedsrichter

Gentian Cici, Carsten Straube, Zulfikar Oruzgani

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 19:21, 24:20, 14:17, 22:21, 10:12 Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 63 % (FCBB) // 38 % (Hamburg); Dreier-Quote: 34 % // 51 %; Freiwurf-Quote: 75 % // 81 %; Rebounds: 35 // 39; Assists: 18 // 16; Ballverluste: 16 // 14.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Hamburg, sie haben ein sehr gutes Spiel gespielt und einige wichtige Dreier getroffen. Wir haben gekämpft und dachten, dass, wenn du hier richtig hart spielst, es reichen müsste. Am Ende war es eine Sache der Details. Medien lieben ja immer Zahlen und ich selbst habe nicht erwartet, solch eine Statistik zu sehen: Ein Hamburger, DiLeo, ein guter Spieler, hat mehr Freiwürfe geworfen als alle Bayern-Guards zusammen. DiLeo hat zwei Freiwürfe gehabt und unsere Guards – sechs Guards: null Freiwürfe. So etwas habe ich selten in meiner Karriere gesehen. Aber das nimmt überhaupt nichts weg vom Hamburger Sieg." Leon Radosevic: „Ich gratuliere den Towers, sie haben ein gutes Spiel gespielt und waren sehr fokussiert, hatten vielleicht auch etwas mehr Glück. Es war allerdings auch schwer für uns, wenn sie mit so viel Kontakt spielen, aber in den letzten acht Minuten kein Foul mehr machen. Gegen so viel Kontakt und mit unserem Spielplan - wir spielen alle zwei Tage - ist es dann einfach schwer zu spielen. Am Ende hatten wir vielleicht auch nicht mehr so viel Energie, doch wenn wir hier ein normales Spiel haben wie auch sonst in der EuroLeague, haben wir mehr Möglichkeiten zu gewinnen, glaube ich. Doch wir haben keine Zeit, weiter über das Spiel nachzudenken. Heute Abend noch, aber dann spielen wir am Dienstagabend gegen Fener und danach gegen Zalgiris. Wir müssen jetzt fokussiert bleiben und versuchen, diese zwei Spiele zu gewinnen."

Das Spiel:

Zan Mark Sisko, D.J. Seeley, Jason George, JaJuan Johnson und Leon Radosevic standen in der Starting Five. Die Bayern begannen fahrig und leisteten sich gleich drei Ballverluste in den ersten 90 Sekunden, die Hamburg zu einem 7:0-Start nutzte – frühe Auszeit Trinchieris. Radosevic übernahm und brachte die Münchner mit fünf Zählern ins Spiel. Doch das Team von Pedro Calles war gewohnt aggressiv und profitierte von einem gut eingestellten Jordan Swing (12:19/6.). Mit Jalen Reynolds Energie von der Bank und einem Dreier von Paul Zipser blieben die Gäste dran (19:21/10.). Im zweiten Viertel wurde der FCBB für die couragierte Defensive belohnt. Nach zwölf Minuten war es David Krämer, der einen Fastbreak vollendete und seiner Mannschaft die erste Führung bescherte (23:21). Die Münchner verlagerten ihre Offensive an die Dreierlinie – allein die Quote blieb ausbaufähig (5/16 in der ersten Hälfte). Die Hausherren trafen dagegen hochprozentig und erarbeiteten sich immer wieder zweite Chancen (36:37/18.). Durch ein spätes Dreipunktspiel von Radosevic ging es für Bayern dennoch mit einer knappen Führung in die Pause (43:41).

Die Siegchance in regulärer Spielzeit vergeben

Mit viel Schwung kam der Gast aus der Kabine (49:43/23.). Der spätere Towers Topscorer Jordan Swing (21 Punkte) hatte jedoch etwas gegen einen Münchner Lauf. Gemeinsam mit Maik Kotsar hielt er das Spiel eng (53:52/27). In dieser Phase waren den Münchnern die EuroLeague-Strapazen anzumerken. Immer wieder kamen sie einen Schritt zu spät und bekamen einige Pfiffe gegen sich. Hamburg nutzte die frischeren Beine für einen hauchdünnen Vorsprung (57:58).

Auch im Schlussabschnitt versuchten die Gastgeber, das Tempo hochzuhalten. Ein daraus resultierender Ballverlust wurde von einem krachenden Dunk Zipsers bestraft - Ausgleich (63:63/33.). In der anschließenden Drangphase der Towers war es Baldwin, der mit einem Dreier und einem Block dagegen hielt (72:73/37.). Nach vier schnellen Zipser Punkten und einem Baldwin-Dreier gelang der Ausgleich kurz vor Schluss (79:79). Mit fünf Sekunden auf der Uhr verpasste Nick Weiler-Babb den vermeintlich letzten Dreier – Verlängerung.

In der Overtime verteidigten beide Teams mit viel Intensität. Hamburgs Foul in der 37. Minute durch D.J. Shorts blieb jedoch das letzte gegen die Gastgeber. Münchner Würfe fanden nicht mehr ins Ziel, während Kameron Taylor und Shorts auch die schweren Würfe unterbrachten (79:85/43.). Erst gut eine Minute vor dem Ende der Verlängerung fand Sisko den freien Johnson unter dem Korb (81:85/44.). Die Kräfte der Gäste waren jedoch nach den zahlreichen Spielen im März aufgebraucht.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Stickel, Schwartz, Noveski


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