69:80 trotz einer starken Aufholjagd

Die Bayern liegen gegen Mailand 0:2 hinten

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Die Basketballer des FC Bayern liegen in ihrer ersten Playoff-Serie in der EuroLeague gegen den Mitfavoriten Olimpia Mailand 0:2 hinten: Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri unterlag nach dem 78:79-Drama vom Dienstag im zweiten Duell 69:80 (29:47) und konnte dabei eine kämpferische Aufholjagd nach einer schlechten ersten Hälfte nicht erfolgreich beenden. Im ersten Heimspiel am nächsten Mittwoch (28.4., 20.45 Uhr) hat der FCBB nun das Aus abzuwenden, mit einem Erfolg würde man sich Spiel vier am folgenden Freitag (30.4.) verdienen.

Nach einem 5:0-Start zeigten einige unglückliche Offensivaktionen und Regelauslegungen früh Wirkung beim unerfahrenen Gast in Form eines 0:20 binnen sechs Minuten. Das Mailänder Allstar-Team nutzte das mit seiner individuellen Klasse zu einer 22-Punkte-Führung (18:40) aus, ehe die Bayern noch im dritten Viertel bis auf 49:55 herankamen. Trinchieri musste etwas später nach seinem zweiten technischen Foul an der Linie durch Assistent Adriano Vertemati vertreten werden. Die komplette Wende gelang den Münchnern trotz des gewonnenen Schlussviertels nicht mehr. Sie vermissten neben Nihad Djedovic (Aufbau nach Knie-Arthroskopie) auch dessen seit Spiel eins am Fuß verletzten Kollegen Nick Weiler-Babb (Sehne). Der Guard wird auch in den nächsten Partien fehlen, angefangen beim BBL-Heimspiel am Sonntag im Audi Dome gegen Alba Berlin.

Olimpia Mailand – FC Bayern Basketball: 80:69 (47:29)

  • FCBB:

    FCBB: Wade Baldwin (23 Punkte/6 Assists/6 Rebounds), Vladimir Lucic (8/ 8 Rebounds), Jalen Reynolds (11), James Gist (11/ 7 Rebounds), Paul Zipser (7), Zan Mark Sisko (6), D.J.Seeley, JaJuan Johnson, David Krämer, Diego Flaccadori, Jason George und Leon Radosevic


  • Topscorer Mailand:

    Kevin Punter ( 20 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Sasa Puki, Olegs Latisevs, Emin Mogulkoc

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB)12:26, 17:21, 24:18, 26:15

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote:    42% (FCBB) // 45% (Mailand); Dreier-Quote:  38% // 35%; Freiwurf-Quote:  68% // 85%; Rebounds: 33//27; Assists:  11//13; Ballverluste:  14//9.

Die Stimmen: 

Adriano Vertemati: „Gratulation an Mailand, sie haben verdient gewonnen und führen 2:0. Aber wir sind alle sehr stolz auf unser Team, wie es in der zweiten Halbzeit gekämpft hat. Wir hätten das Spiel auch mit 30 Punkten verlieren können, aber wir haben einen Weg gefunden, zurückzukommen und hart zu spielen. Deswegen sind wir sehr stolz. Ich denke nicht, dass das Ende des ersten Spiels einen Einfluss hatte; wir haben am Anfang ein paar offene Würfe und Korbleger verpasst. So hat Mailand Selbstbewusstsein entwickelt und hochprozentig getroffen. (…) Wir möchten uns noch bei Olimpia Mailand für die angebotene Hilfe für unseren verletzten Spieler Weiler-Babb bedanken.“

James Gist: „Das ist Playoff-Basketball: Sie kamen entspannter raus als wir, wohl im Wissen um den Sieg im ersten Spiel. Aber jedes Spiel in den Playoffs ist anders. Im ersten hatten wir die Chance, es ihnen auswärts wegzunehmen, diesmal lief insgesamt viel für sie und gegen uns. Das dritte Spiel wird wieder anders sein. Wir müssen dafür bereit sein und das Feuer haben, das wir jetzt gefangen haben. Unser Plan ist es, nach Mailand zurückzukommen.“     

Das Spiel:

Mit Wade Baldwin D.J. Seeley, Valdimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic in der ersten Fünf begann Trinchieri. Wie schon beim ersten Auftritt verteidigte sein Team zunächst konsequent. Kevin Punter gelang es dennoch, in schwierigen Situationen erfolgreich abzuschließen und acht Punkte in Serie aufzulegen (5:8/5.). Die Gäste kamen dagegen offensiv überhaupt nicht in die Partie: Ein 17:0-Lauf veranlasste Trinchieri zur Auszeit (17:5/7.). Doch auch an der Freiwurflinie fehlte eine gewisse Sicherheit, nach dem ersten Viertel hieß es 12:26.

Auch in den zweiten zehn Minuten ließen die Italiener wenig Luft zum Atmen. Punter, Delaney und Shields trafen scheinbar nach Belieben, während sich die Münchner ihre Punkte hart erarbeiten mussten (14:34/15.) und selten an die Linie durften. Ein lauter Wutschrei Baldwins stand symbolisch für die Mühen der Münchner, die sich aber nicht aufgaben und über einen Dreier von Lucic Hoffnung machten (25:42/18). Ein Dreipunkt-Spiel von Baldwin fand in einem Dreier von Sergio Rodriguez seine Antwort einer ernüchternden ersten Halbzeit (29:47).

Die Bayern kommen bis auf 49:55 heran, Vertemati ersetzt Trinchieri

Mit viel Emotionen und Aggressivität kamen die Bayern aus der Kabine. James Gist zeigte seine Qualitäten unter dem Korb und ließ es zwei Mal krachen (34:50/23.). Olimpia konnte sich dagegen auf ihren Topscorer Punter verlassen, der es verstand, immer wieder an die Freiwurflinie zu kommen. Doch die Bayern erarbeiteten sich jetzt ihre Chance: Baldwin erzwang mit seinem unnachahmlichen Zug zum Korb das 44:56 (27.). Gist und Reynolds brachten mit hoher Intensität die Defensive Mailands ins Wanken – nur noch 49:55 (28.). Kurz vor dem Ende des dritten Viertels führte der Ärger über den nächsten nicht geahndeten Kontakt gegen Baldwin zu Trinchieris zweiter Verwarnung; er musste die Halle verlassen. Baldwin fand die passende Antwort mit einem Treffer von der Mittellinie (53:65).  

Zu Beginn des letzten Abschnitts entwickelte sich eine wilde Phase. Viele Ballverluste auf beiden Seiten führten dazu, dass die Münchner nicht entscheidend näher herankamen (60:75/33.). Paul Zipser ließ mit zwei Dreiern in Serie vier Minuten vor dem Ende nochmals aufhorchen (66:76). Doch die Gastgeber spielten ihre Routine aus und brachten den zweiten Sieg der Best-of-Five-Serie letztlich über die Zeit.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Cottini

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