Radosevics Bestwert und 24 Stunden Vorbereitung reichen nicht

Die Bayern kassieren gegen Braunschweig eine 83:85-Heimniederlage

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Die Basketballer des FC Bayern haben nach einer Großtat in der EuroLeague erneut nicht die nächste Aufgabe im Ligaalltag bewältigen können und gegen einen Außenseiter verloren: Gut 24 Stunden nach der Rückkehr vom 82:72-Trumph beim FC Barcelona unterlagen die Münchner unerwartet gegen die Löwen aus Braunschweig 83:85 (38:37). Für die diesmal von Co-Trainer Adriano Vertemati an der Linie betreuten Gastgeber war es am 29. Spieltag die siebte Niederlage. Nach einem schwachen dritten Viertel (22:31) drehten die Bayern in der Schlussphase das Spiel vermeintlich zum 83:80, in der letzten Minute unterliefen ihnen jedoch mehrere Fehler.

Die Bayern sind bereits am Dienstagabend wieder in der BBL gefordert, ab 18.30 Uhr bei den Telekom Baskets Bonn.  

FC Bayern Basketball – Basketball Löwen Braunschweig: 83:85 (38:37)

  • FCBB:

    Leon Radosevic (23 Punkte), Vladimir Lucic (18/ 6 Rebounds), Paul Zipser (11), Diego Flaccadori (8), D.J.Seeley (6), James Gist (6), Zan Mark Sisko(5/ 6 Assists), Jason George (4), JaJuan Johnson (2), David Krämer , Robin Amaize und Sasha Grant


  • Topscorer Braunschweig:

    Karim Jallow (24 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Benjamin Barth, Johannes Hack, Tim Krause

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB)16:18, 22:19, 22:31, 23:17

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote:    63% (FCBB) // 57% (Braunschweig); Dreier-Quote: 33% // 47%; Freiwurf-Quote:  100% //65 %; Rebounds: 26//32; Assists:  19//18; Ballverluste:  11//17.

Die Stimmen:

Adriano Vertemati: „Es ist einfach zu erklären, weshalb wir das Spiel verloren haben: Sie haben viele offensive Rebounds geholt. Die Statistik sagt zwölf, aber ich glaube, dass es eher mehr waren. Speziell zu Beginn des dritten Viertels und am Ende des Spiels. Wir hatten das Spiel im Griff, aber sie bekamen eben zwölf offensive Rebounds. Das ist der Grund, warum wir das Spiel verloren haben. Wir wussten, dass sie eines der besten Teams am offensiven Brett sind, doch sie spielten ohne Schilling die letzten zehn Minuten. Wenn du das weißt, aber nicht in der Lage bist, das zu tun, was du beim Rebound tun musst, liegt es am Fokus oder der Energie. Wir haben einen großen Kader, aber manchmal ist die Motivation vielleicht nicht dieselbe, wenn du am Freitag EuroLeague spielst und am Sonntag BBL. Doch wir müssen verstehen, dass wir in der EuroLeague abliefern müssen – was wir taten –, aber genauso in der Bundesliga. Wir müssen einen Weg finden und ich denke, dass wir das schaffen werden.“

Leon Radosevic: „Wir haben sicherlich einen echt schweren Spielplan, wir spielen seit zwei Monaten alle zwei Tage. Natürlich sind wir Spieler etwas mehr motiviert gegen Team wie den FC Barcelona, das ist normal – aber das sollte eben nicht so sein, nur leider ist es so. Wenn wir dann in Spielen wir gegen Geißen und Braunschweig im dritten Viertel nicht den Unterschied machen können, dann wird es meist sehr schwer. Dass Trinchieri nicht da war, hat uns nicht entscheidend beeinflusst. Seine Emotionen sind wichtig und es ist ein bisschen anders und ruhiger ohne ihn, aber der Assistant Coach macht genauso einen wirklich guten Job. Daran hat es nicht gelegen.“ 

Pete Strobl, Coach Braunschweig: „Erstens muss ich sagen: Unser Respekt für die Mannschaft aus München ist groß. Wir schauen oft die EuroLeague Spiele und kennen die Mannschaft dadurch sehr gut. Glückwunsch an Bayern für die Qualifikation in der Euroleague. Das hilft ganz Basketball-Deutschland. Wir hatten eine gute Taktik und haben versucht dagegen zu halten. Wir dachten dann am Ende, die Bayern finden heute wieder einen Weg, vor allem über Lucic, zurückzukommen. Doch am Ende sind wir cool geblieben und haben das Spiel gewonnen.“

Das Spiel:

Trinchieris Vertreter Adriano Vertemati begann die Partie mit Zan Mark Sisko, D.J. Seeley, Vladimir Lucic, JaJuan Johnson und Leon Radosevic in der Starting Five. Die Bayern begannen etwas zu sorglos, was Braunschweig auch über den starken Ex-Münchner Karim Jallow zu einem guten Start nutzte (7:16 aus Sicht des FCBB/4.). Nach den EuroLeague-Strapazen wirkten die Gastgeber noch etwas müde, kamen aber über die Defensive langsam in Schwung. Ein Dreier von Paul Zipser korrigierte den drohenden Fehlstart (16:18).

Diego Flaccadori übernahm die Kontrolle im zweiten Viertel und führte sein Team zu einem Viertel-übergreifenden 11:2-Lauf. Doch Martin Peterka hatte etwas gegen einen Führungswechsel und traf auch die schweren Würfe von jenseits der Dreipunktelinie (23:29/14.). Die Münchner Offensive lief jetzt runder und fand immer wieder Leon Radosevic, der mit 13 Punkten in der ersten Hälfte sein heißes Händchen gefunden hatte (30:29/17.). Inklusive fünf schneller Punkte von Vladimir Lucic gingen die Hausherren mit einer knappen Führung in die Pause - 38:37.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit hatten wie schon zu Beginn die Braunschweiger. Jallow traf gleich zweimal für Drei - frühe Auszeit Vertemati (40:47/23.). Die Münchner agierten dagegen fahrig und fanden in der Offensive kaum ein Mittel gegen die wachen Gäste. Wieder waren es Radosevic und Lucic, die für ein wenig Entlastung sorgten (52:56/26.). Für die Mannschaft von Pete Strobl drehte Arnas Velicka plötzlich auf und hatte die passenden Antworten auf die Aufholversuche der Gastgeber (60:68/30.).

Ein letzter Offensivrebound für die Gäste

Auch in den letzten zehn Minuten war der Energieunterscheid zu merken. Immer wieder attackierten die Braunschweiger den Korb und hielten sich die Bayern vom Leib (76:69/34). Youngster Jason George brachte in dieser Phase frische Beine von der Bank und auch Paul Zipser stemmte sich gegen die Physis der Gäste (73:76/36.). Und dann kam Lucic: Mit sechs Punkten innerhalb von 30 Sekunden drehte er die Partie rund zwei Minuten vor dem Ende (81:80). Die Löwen nutzten jedoch eine chaotische Situation nach eigenem Freiwurf und gingen 25 Sekunden vor Schluss per Offensivrebound  84:83 in Führung. Den Bayern blieb der letzte Angriff. Der Ball kam zu Radosevic, der ihn aber unglücklich verlor und die hauchdünne Niederlage trotz Karrierebestleistung nicht mehr verhindern konnte (83:85).

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Stickel

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