Der vierte Sieg in Serie

Bayern gewinnen packendes Nervenspiel gegen Olympiakos Piräus

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Die Basketballer des FC Bayern München haben in der EuroLeague ihren vierten Sieg in Serie gefeiert, nach dem hart erkämpften 74:68 (39:34) im Audi Dome über das griechische Topteam Olympiakos Piräus bleibt der FCBB nach fünf Spieltagen nur mit der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Mailand notiert. In einem packenden Nervenspiel überzeugte das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri über 40 Minuten mit einer sehr konzentrierten Verteidigungsleistung. Die so erfahrenen Griechen lagen nur einmal in Führung (50:49) und konnten die Gastgeber in der Schlussphase nicht mehr aus der Ruhe bringen. Wade Baldwin war mit 18 Punkten der erfolgreichste Werfer, Vladimir Lucic (16) wurde erneut zum „Player of the Game“ gewählt.

Am Sonntag und Montag spielen die Bayern nun in Weißenfels ihre weiteren Vorrunden-Spiele im BBL-Pokal gegen den gastgebenden MBC und Crailsheim.

FC Bayern Basketball – Olympiakos Piräus 74:68 (39:34)

  • FCBB

    Wade Baldwin (18 Punkte), Vladimir Lucic (16), Jalen Reynolds (10/5 Rebounds), Nihad Djedovic (10), Paul Zipser (6), Leon Radosevic (6), Nick Weiler-Babb (4), Malcolm Thomas (2), Zan Mark Sisko (2/3 Steals), Jajuan Johnson (3 Rebounds), TJ Bray und Diego Flaccadori.


  • Topscorer Olympiakos

    Kostas Papanikolaou (13 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Matej Boltzauer, Jordi Allaga, Marko Juras

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 22:18, 17:16, 22:19, 13:15.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 51% (FCBB) // 58% (Olympiakos); Dreier-Quote: 33% // 21%; Freiwurf-Quote: 85% // 81%; Rebounds: 33 // 28; Assists: 15 // 13; Ballverluste: 15 // 15.

Die Stimmen zum Spiel:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Das war eine Partie, die in den letzten Spielminuten entschieden wurde. Für unsere Defense war es das bisher schwierigste Spiel, denn sie haben zwei der besten Pick-and-roll- und Screen-Kreateure der ganzen EuroLeague. Wir waren aber in der Lage, über 40 Minuten sehr solide zu spielen. Wir haben offensiv in der ersten Halbzeit besser ausgesehen als in der zweiten – doch wir reden hier über einen Sieg gegen ein exzellentes Team. Das Einzige was ich eigentlich noch ergänzen möchte, ist, dass es mir unglaublich leidtut, dass unsere Fans nicht live dieses Team genießen können, das um jeden Ball kämpft. Ich denke nicht, dass heute die Taktik den Ausschlag gab, sondern die Energie und die Konzentration, die wir in der Verteidigung über das ganze Spiel gezeigt haben. Wir haben das in den letzten 15 Minuten noch einmal gesteigert. Das war der Schlüssel, dass wir unseren Einsatz noch einmal upgraden konnten in der Defense. Auch die Kontrolle der Rebounds gehörte zu unserem Spielplan, auch trotz unseres Switchens. Mein Team hat diesen Auftrag exzellent umgesetzt. Der Einsatz von allen war heute großartig und auch Wade war sehr wichtig für uns. Aber genauso war ein JJ Johnson wichtig, der scoren kann, aber sich das ganze Spiel der Verteidigung und dem Rebound gewidmet hat. Deshalb hebe ich niemanden hervor, das ist ein Sieg des Teams.”

Nihad Djedovic: „Wir waren gegen eine sehr erfahrene Mannschaft 40 Minuten konzentriert und haben verdient gewonnen. Gegen so eine Mannschaft muss man bis zum letzten Rebound wach und voll da sein. Wir haben einen guten Start in der EuroLeague hingelegt; nun wissen wir, dass wir auch gegen die starken Gegner mithalten können und Qualität haben. Jetzt müssen wir gesund bleiben und mit maximalem Fokus weiterzumachen.“

Vladimir Lucic: „Der Sieg bedeutet uns besonders nach dem schlechten Pokalspiel sehr viel. Wir sind zurückgekommen gegen eine starke Mannschaft, das ist ein großer Sieg, über den ich sehr glücklich bin.“

Georgis Bartzokas, Chefcoach Piräus: „Ich will nicht auf die Zahlen und Stats eingehen, denn es ist offensichtlich, dass wir nur 21% unserer Dreier getroffen haben und hatten mehr Turnovers als Assists. 68 Punkte sind einfach zu wenig, um ein Spiel zu gewinnen. Wir haben nicht genug gehustelt und Bayern war einfach bereit mehr zu fighten, auf allen Positionen. Das war heute entscheidend und deshalb hat Bayern auch verdient gewonnen.“

Das Spiel:

FCBB-Coach Trinchieris Starter Wade Baldwin, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Malcolm Thomas und Leon Radosevic verteidigten mit Verve und erarbeiteten sich gleich eine 4:0-Führung. Der starke FCBB-Kapitän Djedovic versenkte Korbleger um Korbleger, doch die vor Erfahrung nur so strotzenden Griechen blieben in Schlagdistanz (10:8/5. Spielminute). München agierte selbstbewusst und konzentriert, fünf Steals nach dem ersten Spielabschnitt zeugten von einer hellwachen Verteidigung - 22:18 nach zehn Minuten.

Die Bayern starteten furios ins zweite Viertel, garniert mit einem feinen Alley-Oop-Dunk von Vladimir Lucic zum 29:21 (12.). Der FCBB kratzte bereits an der zweistelligen Führung, doch plötzlich schlichen sich Unkonzentriertheiten ein und verhalfen den Gästen zu einem 7:0-Lauf - Auszeit Trinchieri (33:32/17.). Wade Baldwin wollte Olympiakos mit aller Macht am Führungswechsel hindern, sein Jumper besorgte das 35:32 (18.). Leon Radosevic prägte und stabilisierte jetzt das Spiel der Bayern an beiden Enden des Feldes und hatte maßgeblichen Anteil an der 39:34-Führung nach der ersten Halbzeit.

Coach Trinchieri forderte im Halbzeit-Interview mehr Cleverness seines Teams. Zunächst gelang dies nicht, Olympiakos kam engagierter aus der Kabine (41:41/23.). Piräus agierte etwas wacher und glich mehrfach aus, doch obwohl sich die Bayern nach Kräften wehrten, mussten sie den ersten Rückstand des Spiels hinnehmen (49:50/25.). Wade Baldwin ärgerte das, also übernahm er das Kommando und brachte sein Team mit sechs Punkten in Folge wieder nach vorn und mental zurück in die Spur (55:52/27.). Auch wenn vorne nicht alles gelang, die knackige und engagierte Verteidigung des FCBB beeindruckte die Gäste und brachte die 61:53-Führung nach dem dritten Viertel.

München war auf dem Posten, Baldwin erzielte von der Freiwurflinie die erste zweistellige Führung (65:55/32.). Coach Trinchieri war in dieser schwierigen Phase an der Seitenlinie gefordert, sein Team zur Konzentration zu dirigieren: Nick Weiler-Babb reagierte mit einem wichtigen Steal und dem folgenden Korbleger zum 70:61 (36.). Baldwin versuchte es nun zu häufig im Eins gegen Eins, seine Würfe fielen nicht (70:65/38.). Der kürzliche Spieltags-MVP der EuroLeague, Vladimir Lucic, war mit einem extrem wichtigen Treffer zur Stelle (72:65/38.). Olympiakos verkürzte zum 72:68, die Bayern wackelten etwas. Wade Baldwin bewies anders als zuvor von der Freiwurflinie Nerven - die Bayern fuhren letztlich souverän den vierten Sieg in Folge ein.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Rauchensteiner, Pahnke

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