74:59 gegen Belgrad

Die Bayern setzen sich in der EuroLeague-Spitze fest

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Die Basketballer des FC Bayern haben sich fürs Erste im oberen Drittel der EuroLeague festgesetzt: Die Mannschaft von Chefcoach Andrea Trinchieri gewann das wegweisende Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad mit 74:59 (33:31) Punkten und steht nach sieben Spieltagen mit einer 5:2-Bilanz glänzend da. In einem knallharten Defense-Battle hatten die Bayern zwar in der Offensive lange Probleme, doch über ihre kontrollierte Verteidigung blieben sie stets im Spiel und setzten sich im Schlussviertel mit einem furiosen 13:0-Lauf entscheidend ab. Im letzten Abschnitt ließ der FCBB nur noch zehn Punkte der Gäste zu und gewann das Rebound-Duell 37:31. Nick Weiler-Babb und Wade Baldwin waren mit jeweils 15 Punkten die erfolgreichsten Werfer der Bayern.

Die Bayern können nun kurz zuhause regenerieren und sich ohne Reisestrapazen auf den Auftakt in der Bundesliga konzentrieren: Am Sonntag (8.11. 18 Uhr/MagentaSport) gastiert Rasta Vechta zum Auftakt, wenn die Bayern in ihre zehnte BBL-Saison und ins zehnte Jahr im Audi Dome starten.

FC Bayern Basketball - Roter Stern Belgrad 74:59 (33:31)

  • FCBB

    Nick Weiler-Babb (15 Punkte), Wade Baldwin (15), Vladimir Lucic (12), Jalen Reynolds (8/11 Rebounds), Sasha Grant (6), Malcolm Thomas (4), Paul Zipser (4), Jajuan Johnson (4), Nihad Djedovic (3), Zan Mark Sisko (3), Diego Flaccadori (dnp) und TJ Bray (dnp).


  • Topscorer Belgrad

    TJohnny O’Bryant (17 Punkte)


  • Zuschauer

    Petri Mantyla, Emilio Perez, Tomasz Trawicki

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 18:14, 15:17, 22:21, 19:8.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 53% (FCBB) // 39% (Belgrad); Dreier-Quote: 35% // 28%; Freiwurf-Quote: 76% // 83%; Rebounds: 37 // 31; Assists: 18 // 8; Ballverluste: 11 // 13.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Die Verteidigung war der Schlüssel unseres Spiels. Es war ein Spiel mit zwei sehr dominanten Verteidigungen, beide Teams haben sehr physisch gespielt und mit einer tiefen Rotation. Das erlaubt dir, in der Abwehr stets sehr frisch zu sein. Auf der anderen Seite bist du dafür nie im offensiven Rhythmus. Du brauchst ein reifes Team, um so einen Einsatz zu zeigen in der Defense, wenn es in der Offense nicht so läuft. Deswegen freue ich mich sehr für meine Spieler, das ist ein großer Sieg gegen einen harten Gegner. Unsere Guards waren sehr widerstandsfähig gegen Jordan Loyd, der ein höllischer Spieler ist und der beste EuroLeague-Scorer. Unsere Guards haben einen unglaublichen Job gemacht und die großen Jungs haben den Job zu Ende gebracht. Denn wenn wir das Rebound-Duell gewinnen, haben wir immer ein gutes Spiel.“

Paul Zipser: „Es ist unglaublich, was wir heute defensiv geschafft haben, wir haben nur 59 Punkte zugelassen. Durch wichtige Stops im letzten Viertel spielt man dann natürlich mit noch mehr Selbstbewusstsein. Wir haben heute wieder einen Schritt nach vorne gemacht, und jetzt gilt es das am Sonntag in der BBL zu wiederholen. Die Deutsche Meisterschaft hat Priorität. Aber natürlich sind wir heute superglücklich, genießen das ein paar Stunden und denken ab morgen über Vechta nach.“

Wade Baldwin: „Das ist ein super Sieg für uns, der gerade zuhause extrem wichtig für uns ist. Wir haben uns gegen ein sehr starkes Team durchgesetzt, aber eben auch als Team - wir haben sehr gut gepasst und gereboundet: Jalen war ein Monster am Ring und hat uns wahnsinnig geholfen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, erstmals FCBB-Youngster Sasha Grant und Malcolm Thomas waren die Starter von Trinchieri. Das Eigengewächs der Bayern rechtfertigte seine Angehörigkeit zur Startformation umgehend mit seinen ersten EuroLeague-Punkten, dem kühlen Dreier zur 6:2-Führung (3.). Roter Stern wendete das Blatt durch zwei Dreier von Langston Hall (7:8/4.). Grant strotzte aber nur so vor Selbstbewusstsein: Auch sein zweiter Drei-Punkte-Wurf saß (12:10/6.). Die Energie übertrug sich auf das stark verteidigende Team, das im ersten Viertel lediglich 14 Punkte zuließ und selbst 18 Zähler erzielte.

Die Verteidigung der Münchner erlahmte ein wenig, dies wussten die Gäste sofort umzumünzen und den Rückstand mit einem 7:0-Lauf in eine knappe Führung zu verwandeln (20:21/13.). Von Spielfluss konnte in dieser Phase der Partie keine Rede sein, da sich die Kontrahenten derart humorlos auf den Socken standen – die Bayern gerieten durch ihre etwas statische Spielweise erneut in Rückstand (26:27/17.). Roter Stern agierte unter dem Strich in diesem Viertel zunächst aggressiver und entschied den Spielabschnitt knapp mit 17:15 für sich - München wehrte sich jedoch nach Kräften und rackerte sich mit einem 7:0-Lauf während der letzten zwei Minuten vor dem Seitenwechsel wieder zur Führung - 33:31.

Die Bayern kamen mit ordentlich Dampf aus der Kabine und ließen den Ball derart flott laufen, dass der Coach der Gäste - der ehemalige Berliner Sasa Obradovic - angesichts der 37:31-Führung der Bayern zur frühen Auszeit bat (22.). Belgrad konterte mit einem 8:0-Lauf, jetzt war Trinchieri mit der Auszeit an der Reihe (38:39/24.). Angesichts der knallharten serbischen Defensive agierte die Offensive der Gastgeber wieder statisch, Belgrad setzte sich etwas ab (42:46/27.). Gute Verteidigungsaktionen führten zu schnellen Angriffen - ein 8:0-Run brachte die Führung zurück auf Seiten der Bayern (50:46/29.). Ein blitzsauberer Dreier von Baldwin sicherte das 55:51 nach dem zweiten Drittel.

Ein 13:0-Lauf im Schlussviertel

Spielfluss kam weiter wenig auf, aber Zan Mark Sisko erzielte nach knapp drei Minuten den ersten Korb des Abschlussviertels, den Dreier zum 58:51 (33.). Bis auf einen weiteren erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf von Nick Weiler-Babb gelang den Bayern offensiv zunächst wenig, Roter Stern kam Punkt für Punkt heran (61:59/37.). Doch Reynolds wühlte sich in der Zone zum Korb durch und versenkte einen wichtigen Treffer zum 63:59 (37.). In der Crunchtime spielten die Bayern mit Köpfchen, bewahrten die Ruhe und erarbeiteten sich die guten Wurfpositionen: Das waren Momente für Weiler-Babb und Vladimir Lucic, der einen großen Wurf aus der Distanz zum 68:59 traf (noch 90 Sekunden). Reynolds und Weiler-Babb holten wichtige Rebounds – die Entscheidung zum letztlich mit 15 Zählern Distanz deutlichen Sieg.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Gamel, Rauchensteiner

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