Es pausierten Vladimir Lucic, Jalen Reynolds und TJ Bray.

Die Bayern drehen das Spiel nach der Pause und siegen 75:52

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Die Basketballer des FC Bayern München haben sich am zweiten Spieltag der BBL nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit 75:52 (28:34) bei den Skyliners in Frankfurt durchgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri hatte keine 48 Stunden nach dem EuroLeague-Erfolg gegen Valencia (90:79) eine Halbzeit lang Probleme mit dem rechten Fokus, dem Energielevel und den Wurfquoten – sie lagen bis zu zehn Zähler in Rückstand (4:14). Nach der Pause sah das ganz anders aus, vor allem in der Verteidigung: Die zweiten 20 Minuten wurden 47:18 gewonnen, im letzten Viertel ließen die Gäste nur noch sechs Punkte zu und dominierten bei den Rebounds (45:30). Paul Zipser war mit 24 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern, ein BBL-Bestwert für den Nationalspieler. Es pausierten Vladimir Lucic, Jalen Reynolds und TJ Bray.

Die Bayern haben nun noch drei weitere Spiele bis zum nächsten Sonntag: Am Montag reisen sie ab Frankfurt zum EuroLeague-Duell bei Efes Istanbul, dem überragenden Team der Vorsaison; nach der Rückreise am Mittwoch folgt am Tag darauf das Gastspiel im Audi Dome von Titelkandidat ZSKA Moskau und am Sonntag die Final10-Revanche gegen Ludwigsburg, das ebenfalls die beiden ersten BBL-Spiele gewinnen konnte.

Fraport Skyliners - FC Bayern Basketball 52:75 (34:28)

  • FCBB

    Paul Zipser (24 Punkte/4 Dreier/7 Rebounds), Robin Amaize (9), JaJuan Johnson (8), Wade Baldwin (6), Malcolm Thomas (6/7 Reb), Diego Flaccadori (6), Nihad Djedovic (6), Zan Mark Sisko (6), Leon Radosevic (2/5 Reb), Matej Rudan (2), Nick Weiler-Babb und Sasha Grant.


  • Topscorer Frankfurt

    Jon Axel Gudmundsson (11 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Moritz Reiter, Enrico Streit, Michael Gutting

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 11:19, 17:15, 26:12, 21:6.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 54% (FCBB) // 41% (Frankfurt); Dreier-Quote: 22% // 21%; Freiwurf-Quote: 79% // 67%; Rebounds: 45 // 31; Assists: 16 // 6; Ballverluste: 12 // 15.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Diese Sonntagsspiele werden immer gleich ablaufen: Der Gegner kann sich eine Woche auf uns vorbereiten, während wir aus einem Spiel am Freitagabend kommen. Da musst du geduldig bleiben und nicht nervös werden, wenn du einen langsamen Start hast – und wir waren heute zu Beginn sehr langsam. Aber wir haben in der zweiten Halbzeit den Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen und darum geht es. Wir haben die Minuten gut verteilt und mit der ganzen Bank gespielt. Wir waren geduldig und haben in der zweiten Hälfte viel besser verteidigt. Nun gehen wir weiter nach einem sehr professionellen Arbeitstag.“ 

Paul Zipser: „Die erste Halbzeit war schwer, wir haben vorne und hinten zu wenig Energie auf das Parkett gebracht. Der Trainer hat dann aber in der Pause die richtigen Dinge angesprochen; wir sind mit mehr Power und Fokus in die zweite Halbzeit gegangen, die viel mehr Spaß gemacht hat. Auswärtsspiele in der BBL sind auch ohne Zuschauer immer sehr schwer, aber wenn wir künftig von Anfang an mit der notwendigen Einstellung reingehen, können wir eventuell schon früher den Sack zumachen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nihad Djedovic, Nick Weiler-Babb, JaJuan Johnson und Leon Radosevic bildeten die Startformation von FCBB-Coach Andrea Trinchieri. Die Gastgeber verteidigten ausgesprochen engagiert und verhinderten Korberfolge der Bayern. Nach vier Minuten sah Trinchieri angesichts des 0:8-Rückstandes den Moment für eine Auszeit gekommen. JaJuan Johnson glückte danach endlich der erste Treffer für die Bayern (2:8/5. Spielminute). Die Münchner taten sich ausgesprochen schwer, ihren Rhythmus zu finden - sowohl vorne als auch hinten holperte es erheblich. Über die sich steigernde Defensive gewannen die Bayern etwas Stabilität, prompt lief es auch am anderen Ende des Spielfeldes besser. Der Spielstand nach dem ersten, eher verschlafenen Viertel sprach Bände - 11:19.

Die Wurfquote der Frankfurter glich sich der Ausbeute der Münchner an, denn die Skyliners trafen auch nix. Paul Zipsers Dreier nach zwei Minuten in Spielabschnitt zwei war der erste Treffer der Partie von jenseits der 6,75m-Linie (14:19/12.). Der FCBB war bei den Offensivrebounds sehr präsent und erarbeitete sich etliche zweite Wurfchancen, der Favorit pirschte sich heran (18:21/14.). Die Frankfurter wollten sich natürlich die Führung nicht so einfach entreißen lassen und kämpften mit Zähnen und Klauen - die miserable Wurfquote der Münchner tat ihr Übriges (24:28/17.). Zwei Dreier des aus der Jugend des FCBB entwachsenen Münchners Bruno Vrcic taten den Bayern weh, die Skyliners führten auch nach dem zweiten Viertel (28:34).

Paul Zipser glänzt mit persönlicher BBL-Bestmarke

Paul Zipser knüpfte an seine starke Leistung beim Sieg gegen Valencia an und erzielte zwei Treffer (32:36/22.), wenig später brachte er sein Team von der Freiwurflinie erstmals in Führung (37:36/24.). Die Münchner übernahmen die Kontrolle über das Spiel, Robin Amaize verteidigte stark und war vorne per Floater erfolgreich (44:38/26.). Konga hielt die Gastgeber mit Dreiern im Spiel (50:46/29.), doch an der Führung der Bayern war nicht zu rütteln - 54:46.

Zipser glänzte auch defensiv mit einem perfekt getimten Block, vorne machte Johnson den Vorsprung zweistellig (56:46/32.). Die Bayern verteidigten jetzt mit einem Hauch EuroLeague-Härte und zogen, angeführt vom überragenden Paul Zipser, auf und davon (60:46/33.). Viertelübergreifend gelang dem FCBB ein 14:0-Lauf, den Frankfurtern glückte der erste Treffer im Abschlussviertel erst nach ganzen sieben Minuten. Die Qualität des Spiels war jetzt eher schwere Kost, aber die Münchner konnten damit gut leben und brachten die deutliche Führung ohne Probleme über die Zeit.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Julian Reckmann

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