Verdiente Niederlage in Athen

Die Bayern müssen sich bei Panathinaikos 76:83 geschlagen geben

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Die Basketballer des FC Bayern haben in der EuroLeague den angestrebten ersten Auswärtssieg bei Panathinaikos Athen verpasst: Das griechische Topteam war nach vier erfolglosen Spieltagen der erwartet unangenehme Gegner und fügte den diesmal zu fehlerhaften Münchnern mit dem 83:76 (35:44) die vierte Niederlage im elften Spiel zu. Die ersatzgeschwächten Gäste taten sich in der seltsamen Atmosphäre der menschenleeren Riesenhalle OAKA lange sehr schwer, leisteten sich 17 Ballverluste (Athen: 10), kamen nur auf zwölf Assists (21) und konnten insgesamt nicht an ihre bisherigen Vorstellungen anknüpfen. Neben Kapitän Nihad Djedovic (Adduktoren) fehlte ihnen auch der zuletzt so gut aufgelegte JaJuan Johnson (Mandeln).  Bester Werfer war erneut Vladimir Lucic mit 20 Punkten.

Am Wochenende haben die Bayern spielfrei, ehe ab nächstem Freitag (4.12.) mit dem Heimspiel gegen Khimki Moskau der Münchner Dezember-Marathon mit elf Spielen in 27 Tagen beginnt.

Panathinaikos Athen – FC Bayern Basketball 83:76 (35:44)

  • FCBB

    Nick Weiler-Babb (9), Wade Baldwin (12), Jalen Reynolds (12), Malcolm Thomas, Vladimir Lucic (20/6 Rebounds), Diego Flaccadori, Robin Amaize, Paul Zipser (11/7 Rebounds), Zan Mark Sisko (9), Leon Radosevic (3), Sasha Grant, Matej Rudan.


  • Topscorer Panathinaikos

    Nemanja Nedovic (17 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Carlos Peruga, Milivoje Jovcic, Josip Radojkovic

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 13:18, 22:26, 19:16, 22:23.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 47 % (FCBB) // 56% (Athen); Dreier-Quote: 37% // 39 %; Freiwurf-Quote: 91 % // 75 %; Rebounds: 34 // 31; Assists: 12 // 21; Ballverluste: 17 // 10.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri (Chefcoach München): „Gratulation an Panathinaikos. Sie haben härter gespielt, mit mehr Energie und haben verdient gewonnen. Wir haben ihre Energie nicht gematched und das hat uns drei sehr schlechte Viertel beschert. Am Ende haben wir aber wieder einen Weg ins Spiel gefunden, wie bisher immer, da war es ein Spiel um einen Ballbesitz. Doch dann haben wir in der Verteidigung drei entscheidende, schreckliche Fehler gemacht – das hat uns das Spiel gekostet.“

Jalen Reynolds: „Wir wussten vorher, dass das ein schweres Spiel wird. Denn ein Auswärtsspiel in der EuroLeague ist nie einfach, schon gar nicht gegen einen angeschlagenen Gegner. Wir haben gekämpft, aber das war heute nicht ausreichend. Das ändert aber nichts daran, dass wir zusammenbleiben werden und im nächsten Spiel wieder einen Sieg holen wollen.“  

Das Spiel:

Die Bayern begannen konzentriert in diesem kühlen Hallenungetüm mit 18.500 nicht besetzten Plätzen, wo zwischenzeitlich Fangesänge vom Band die gespenstische Atmosphäre bereicherten. Nick Weiler-Babb traf seinen ersten Dreier und zwei Freiwürfe, Vladimir Lucic deren drei und Leon Radosevic setzte sich geschickt am Brett durch – 10:5 nach fünf Minuten. Doch Athens Verteidigung beengte sichtbar die Offense der Gäste, der Center-Turm Papagiannis (2,20 m) veränderte die Distanzen. Ein 10:0-Lauf nötigte Bayern-Coach Andrea Trinchieri zur Auszeit (10:15/9.). 10:18 hieß es dann vor den letzten 30 Sekunden im ersten Viertel, ehe Wade Baldwin beim Dreier gefoult wurde und die Funkstille beendete. 13:18 lautete der Stand, nur fünf Münchner Feldpunkte waren ein dünner Ertrag.  

Nach 90 Sekunden im zweiten Abschnitt stand es bereits 13:26, wegen einer Handvoll verstörender Aktionen – war es jetzt nicht doch an der Zeit, Basketball zu spielen? Zehn Ballverluste nach gut 13 Minuten dokumentierten eine betrübliche Bilanz. Doch allmählich erhöhten die Bayern die Aggressivität im Angriff, Paul Zipsers And-One verkürzte auf 22:31 (16.). Dem FCBB fehlten Baldwins Punkte, aber sein Fastbreak-Pass auf Lucic zum freien Dreier brachte erstmals Feuer in die Truppe (27:35/17.). Erneut Lucic und nun auch Baldwin legten nach, plötzlich nur noch 35:40. Doch Papagiannis regierte noch mal über Ringniveau, 35:44 nach einer mäßigen ersten Hälfte der Bayern.

Die Bayern rücken bis auf 70:72 heran, ehe die letzten Turnovers entscheiden

Halbzeit zwei: Panathinaikos erreichte ultraschnell die Foulgrenze, die Bayern gingen vermehrt an die Linie. Jalen Reynolds’ erster Korb brachte zusätzlich Hoffnung (42:48/24.), insgesamt blieb die Münchner Wurfauswahl jedoch diskutabel. Reynolds‘ Emotionen, sein harter Einsatz am offensiven Brett brachten die Gäste aber zurück ins Spiel: Bis auf vier (52:56/29.) kämpfte man sich heran, nach 30 Minuten hieß es 54:60.   

Zipsers Dreier minimierte das Defizit früh auf nur noch drei (59:62/32.), doch Sisko kassierte sein viertes Foul und nahm zunächst Platz. Die Fehlerquote blieb hoch, das Konzentrationslevel nicht immer. 63:69, noch fünf Minuten, ein ständiges Auf und Ab: Lucic für drei, 68:72, Lucic auf Reynolds, Dunk, nur 70:72 (37.) – doch dann ein Dreier des aufdrehenden Nedovic, Baldwins Turnover und noch ein hoher Lay-Up des serbischen Topscorers: minus sieben, die Entscheidung knapp zwei Minuten vor dem Ende.                 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Moschandreou

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