Sieg Nummer 10 in der EuroLeague

Trinchieris „Zombies“ erkämpfen sich ein 77:66

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Die Basketballer des FC Bayern haben zwei Tage nach der enttäuschenden EuroLeague-Niederlage in St. Petersburg (75:79) eine beeindruckende Reaktion gezeigt: Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri bezwang den spanischen Meister Baskonia Vítoria-Gasteiz nach einer aufopferungsvollen Energieleistung 77:66 (38:30) und feierte damit am 15. Spieltag bereits ihren zehnten Saisonsieg. Im zweiten Duell dieser „Double-Week“ kämpften beide Teams mit den Energie-Reserven, doch die Münchner brachten vor allem im zweiten Viertel auch ihre Qualitäten zum Vorschein. Baskonia kam im dritten Viertel noch einmal auf vier Punkte heran, doch die überragende Teamdefense der Bayern ließ zu Beginn des letzten Abschnitts gut sechs Minuten keinen Korb der Gäste zu. Jalen Reynolds ragte mit 21 Punkten und neun Rebounds heraus aus einer Mannschaft, die erneut ohne ihren Topscorer Vladimir Lucic (Rücken) auskommen musste.

Bereits am Sonntag findet der Dezember-Marathon seine Fortsetzung: Die Bayern treten um 18 Uhr in Oldenburg an. In der EurtoLeague geht es am Mittwoch bei Zalgiris Kaunas weiter (19 Uhr).

FC Bayern Basketball - Baskonia Vítoria Gasteiz 77:66 (38:30)

  • FCBB

    Jalen Reynolds (21 Punkte/9 Rebounds), Wade Baldwin (17), Paul Zipser (13), Leon Radosevic (11/7 Reb), JaJuan Johnson (6), Nick Weiler-Babb (4), D.J. Seeley (3), Zan Mark Sisko (2), Nihad Djedovic, Robin Amaize, Sasha Grant und Diego Flaccadori (dnp).


  • Topscorer Baskonia

    Zoran Dragic (13 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Damir Javor, Mehdi Difallah, Uros Obrknezevic

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht FCBB): 18:15, 20:15, 20:20, 19:16.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 49% (FCBB) // 35% (Baskonia); Dreier-Quote: 35% // 25%; Freiwurf-Quote: 66% // 95%; Rebounds: 36 // 41; Assists: 16 // 18; Ballverluste: 5 // 12.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Heute habe ich meinen Spielern gesagt, dass ich ein glücklicher Coach einer Gruppe von Zombies bin. Denn im letzten Viertel hat man gesehen, wie anstrengend die letzten Wochen waren. Wir haben uns kaum noch bewegen können, sie mussten fast bergauf laufen. Baskonia hatte einen Tag mehr Pause als wir, sie haben am Dienstag gespielt, wir am Mittwoch. Wir waren erst Donnerstagfrüh um 5 Uhr zurück in München, haben nur wenig geschlafen und hatten nur ein kurzes Training, um uns auf das Spiel vorzubereiten. Trotzdem haben es meine Spieler geschafft, genügend Energie aufzubringen, um das Spiel zu gewinnen! Ich bin sehr stolz. Wir haben alles gegeben, es war nicht unbedingt ein schönes, aber ein sehr schwieriges Spiel mit vielen Quick Plays und sehr körperbetont. Baskonia hat große Guards and Big Men, in der Defense mussten wir über uns hinauswachsen - das haben wir 40 Minuten exzellent gemacht. Es war ein hervorragender Bounce-Back-Sieg. Wir haben nicht geglänzt, aber jeder meiner Spieler, der auf dem Platz stand, hat alles gegeben. Wir haben am Ende Energie gefunden, die wir gar nicht hatten. Jalen hatte in St. Petersburg ein sehr schlechtes Spiel, er wollte seinem Team sicher etwas zurückzahlen. Das ist der beste Weg, zurückzukommen, ich freue mich sehr für ihn.“

Jalen Reynolds: „Wir hatten aufgrund der harten Niederlage in St. Petersburg einen faden Beigeschmack im Mund. Wir wollten heute Abend eine Reaktion darauf zeigen, und das ist uns mit unserer Energie und unserer Entschlossenheit gelungen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nihad Djedovic, Robin Amaize, JaJuan Johnson und Leon Radosevic bestückten die Starting Five, die zunächst vergeblich und vor allem vergleichsweise lange nach dem offensiven Rhythmus suchte. Leon Radosevic traf nach über vier Minuten den ersten Wurf, einen Dreier zum 3:5. Wade Baldwin setzte Akzente und führte sein Team mit Punkten und einem feinen Assist wieder heran (7:8/7. Spielminute). In der erwartet verteidigungslastigen Partie hatten Korberfolge zunächst Seltenheitswert. Paul Zipser war allerdings sofort auf Betriebstemperatur und verwertete seinen ersten Ballkontakt zum erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf (10:8/8.). Die Münchner kamen jetzt ins Laufen und führten nach dem ersten Spielabschnitt 18:15.

Die Bayern waren an beiden Enden des Spielfeldes voll da, Lohn der Mühen war ein 6:0-Lauf und die 24:15-Führung (14.). Jalen Reynolds war der dominierende Spieler, er zog Fouls und punktete vorne zuverlässig. Baldwins eleganter Korbleger brachte die erste zweistellige Führung (28:17/14.). Baskonia hatte Schwierigkeiten, die agile und aufmerksame Defensive der Münchner zu überwinden, der FCBB fand dagegen Wege, die spanischen Reihen zu überwinden. Radosevic sammelt in dieser Phase acht Punkte und trug maßgeblich zum deutlicher werdenden Vorsprung bei - 38:23 (18.). Nach einer Auszeit Baskonias verloren die Münchner aber plötzlich den Faden und kassierten einen 7:0-Lauf, führten zur Halbzeit aber noch 38:30.

Jalen Reynolds und Leon Radosevic dominieren die lange Baskonia-Garde

Baldwin drückte dem Spiel mit fünf Punkten seinen Stempel auf, die Bayern hatten sich gefangen (45:32/23.). D.J. Seeley bot eine beeindruckend solide und fehlerfreie Vorstellung, sein Dreier zum 50:39 unterstrich dies (25.).

Die Spanier erhöhten aber den Druck und arbeiteten sich Punkt für Punkt heran - Jalen Reynolds wühlte sich unter dem Korb zum 54:48 durch (28.). Die Bayern stemmten sich mit aller Macht den stärker werdenden und auf vier Zähler heranrückenden Spaniern entgegen, Paul Zipsers Dreier mit Ablauf des dritten Viertels war Gold wert - 58:50.

Der FCBB blieb am Drücker und verteidigte großartig, Baskonia blieb minutenlang ohne Treffer. Erfreuliches Resultat dieser Energieleistung war ein viertelübergreifender 11:0-Lauf, der noch deutlicher hätte ausfallen müssen, da Baskonia über sechs Minuten ohne Korberfolg blieb (65:50/35.). Reynolds sorgte für Spektakel, indem er sich ansatzlos um seinen Verteidiger drehte und den Ball über einen zu Hilfe eilenden Gegenspieler in den Korb zimmerte (67:54/37.). München blieb hellwach und hielt den spanischen Meister eindrucksvoll souverän auf Distanz.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Rauchensteiner, Pahnke

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