EuroLeague

Die Dreier fallen: Bayern feiert 74:65 über Kaunas

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Die Bayern-Basketballer sind zurück, in ihrem ersten Spiel der EuroLeague-Rückrunde feierten sie ihren achten Saisonsieg: Die Mannschaft um Chefcoach Andrea Trinchieri besiegte Litauens Serienmeister Zalgiris Kaunas 74:65 (34:33) und behauptete sich gegen einen sehr unangenehmen Kontrahenten, der als Tabellen-18. sehr physisch und ohne Druck aufspielte.

Ognjen Jaramaz (16), Vladimir Lucic (12), Andreas Obst und Augustine Rubit (je 11) erzielten die meisten Punkte. Spiel Nr. 19 steigt am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen EuroCup-Champion Monaco, ebenfalls im Audi Dome.

Die Bayern suchten trotz gutem Beginn (11:5/5.) ihren Wurfrhythmus, Kaunas spielte hart und setzte sich vermehrt am Brett durch (21:29/17.). Noch vor der Pause befreite man sich aber von Fesseln, das Zutrauen und die Quoten stiegen. Über 52:42 (17.) und mit 27 Punkten im dritten Abschnitt setzte sich der FCBB ab. Der elfte Dreier zum 70:58 brachte den wichtigen Erfolg der defensivstarken Gastgeber endgültig auf den Weg.

FC Bayern Basketball - Zalgiris Kaunas 74:65 (34:33)

  • FCBB

    Ognjen Jaramaz (16 Punkte), Vladimir Lucic (12), Andreas Obst (11), Augustine Rubit (11, 7 Rebounds), Corey Walden (9, 5 Assists), K.C. Rivers (5), Deshaun Thomas (4), Nick Weiler-Babb (3), Othello Hunter (3), Zan Mark Sisko, Leon Radosevic, Jason George (n.e.).


  • Topscorer Kaunas

    Josh Nebo (14 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Damir Javor, Piotr Pastuiak, Robert Vyklicky


  • Zuschauer

    0

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 16:15, 18:18, 27:21, 13:11

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 50 % (FCBB) // 47 % (Kaunas); Dreier-Quote: 39 % // 21 %; Freiwurf-Quote: 85 %// 87 %; Rebounds:  27 // 33; Assists:  15 // 11; Ballverluste: 11 // 13

Die Stimmen:          

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Zalgiris verteidigt sehr stark, sie tun dir in der Zone weh. Also musst du das Feld öffnen und ich denke, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, speziell in der Defense. Das Einzige, was nicht perfekt war, war der Defensivrebound. Aber wir haben ihnen keine einfachen Körbe gegeben und haben Strelnieks sehr gut bewacht, der in den letzten Spielen der beste Spieler bei ihnen war. Das ist ein starker Sieg des Teams und ich freue mich für meine Spieler: Wir brauchten es, wir wollten es unbedingt, manchmal sogar zu viel. Wir hatten viel Druck, vor allem in der ersten Halbzeit, als der Ball nicht reinfiel bei guten Würfen. Deswegen freuen wir uns für die Spieler. Im nächsten Spiel benötigen wir andere, die einen Schritt nach vorn machen, nur so kannst du diesen verrückten Spielplan bewältigen. (…) Wir verbessern uns in der Verteidigung, jetzt müssen wir uns auch im Angriff weiter steigern, das ist auch eine psychologische Sache. Wir müssen einfach mit noch etwas mehr Freude den offenen Wurf nehmen und dann eben zurücklaufen. wenn er vorbeigeht. (…) Jaramaz‘ Spiel spricht für sich. Er hat großartig in Offense und Defense gespielt. Er war extrem hilfreich, ein Guard mit einer kompletten Stat-Line.“                 

Andreas Obst: „Das heute tut uns sehr gut. Es fällt uns nach dem Sieg eine Menge Last von den Schultern. In den letzten Wochen haben wir hinten hinaus ein bisschen zu kämpfen gehabt. Es war daher wichtig für uns, mit einem Sieg in die Woche zu starten. Aber am Donnerstag ist bereits das nächste Spiel und gegen Monaco haben wir noch eine Rechnung offen. Da wollen wir auf uns schauen, uns neu fokussieren, vorher ein paar Sachen analysieren und uns bestmöglich vorbereiten.“

Augustine Rubit: „Der Sieg heute ist sehr wichtig. Es ist immer hart zu verlieren. Wir wissen aber, dass wir ein gutes Tam sind. Wir haben das letzte Spiel am Ende aus der Hand gegeben, aber heute waren wir bis zum Schluss stark. Genau das haben wir gebraucht. Ich denke, wir müssen auch am Donnerstag mit viel Energie spielen. Es geht nicht nur darum, Siege zu holen, sondern auch darum, wie du sie holst. Wir haben immer eine Chance, wenn wir das Energielevel hochhalten und gute Defense spielen, genau daran arbeiten wir.“

Ognjen Jaramaz: „Der Schlüssel war heute die gute Energie von mir und dem ganzen Team von Anfang bis Ende. Wir haben einen guten Job in der Defensive gemacht und wichtige Würfe getroffen. Das hat unser Selbstbewusstsein gestärkt. Das ist ein großartiger Weg, um nach ein paar Niederlagen in der EuroLeague zurückzuschlagen. Für uns war es wichtig, gut in die zweite Halbzeit zu starten. Wir wussten, dass wir gerade in den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte zuletzt Probleme hatten. Das haben wir geändert und sind mit viel Energie in die zweite Halbzeit gestartet.“

Jure Zdovc, Chefcoach Kaunas: „Glückwunsch an Bayern und ihren Coach zu dem Spiel. Wir haben ein gutes Spiel gespielt, aber es war nicht genug gegen Bayern, die unter Druck standen, heute zu gewinnen. Wir hatten unsere Chancen, aber haben ein paar unserer offenen Würfe nicht getroffen. Bayern hat dagegen teilweise auch schwere Dreipunktwürfe getroffen. Das war wohl der Unterschied. Daher müssen wir leider noch eine Weile auf unseren ersten Auswärtssieg warten“

Das Spiel:

Die erste Fünf bildeten Corey Walden, Ognjen Jaramaz, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Leon Radosevic. Die Bayern versuchten gleich zu Beginn ihr Glück von der Dreierlinie, von der Jaramaz nach dem insgesamt vierten Versuch eröffnete. Walden legte von ähnlicher Stelle ein Vierpunktspiel nach und brachte seine Mannschaft gut in die Partie (7:5/3.). Gleichzeitig zeigte Radosevic, wie sehr er in dieser EuroLeague-Saison bisher gefehlt hatte. Weder beim Zug zum Korb noch mit den Würfen von außen kam Zalgiris am Center vorbei. Doch den schnell herausgespielten Angriffen der Gastgeber fehlte es an Fortune (33 Prozent aus dem Feld). In einem punktarmen ersten Viertel konnten die Litauer somit einen Fehlstart vermeiden (16:15).   

So blass der litauische Serienmeister in den ersten zehn Minuten auftrat, so imposant begann Center Josh Nebo das zweite Viertel per Dunk. Die Gäste nutzten das Statement als Weckruf und brachten den Ball nun vermehrt erfolgreich zum Korb (19:26/14.). Die Münchner versuchten, den kleinen Lauf mit ihrer Physis zu unterbrechen. Mit hart erkämpften zweiten Chancen und zwei Dreiern in Serie von Lucic kamen sie wieder auf 29:31 heran. Mit einem fein herausgespielten, weit offenen Dreier von Andreas Obst ging die erste Hälfte knapp an das Trinchieri-Team (34:33).

Jaramaz versenkt eiskalt

Die Suche nach offensiver Konstanz ging für beide Mannschaften auch im dritten Viertel weiter. Wie vom Chefcoach in der Halbzeit gefordert, verbesserte seine Mannschaft aber die Wurfauswahl und setzte speziell Rubit und Thomas unter dem Brett in Szene (45:37/23.). Ein gnadenlos treffsicherer Lucic legte zusammen mit Obst von Downtown nach und brachte die erste zweistellige Führung - 55:44. Mithilfe ihres 20-jährigen Talents Marek Blazevic blieb die Mannschaft von Jure Zdovc, trotz eines dominanten Viertels der Gastgeber, aber in Schlagdistanz (61:54).     

Auch der Start in den Schlussabschnitt gelang den Münchnern zunächst besser. Während es Zalgiris schwerfiel, ein Mittel gegen die stabile Defensive zu finden, versenkte Jaramaz seine Würfe eiskalt. Nachdem sich auch noch Nick Weiler-Babb in die Scoring-Liste eintrug, blieb dem Gästecoach nur die Auszeit (70:58/33.). Die Tabellenletzte stemmte sich mit viel Einsatz noch einmal gegen die drohende Niederlage. Doch die Bayern-Basketballer behielten in der unruhigen Phase die Nerven, ließen Kaunas nicht mehr näher als auf neun Punkte heran und sicherten den achten Sieg der EuroLeague-Saison (74:65).   

Fotos: Pahnke, Stickel

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